Linux Mint und die Probleme mit Anwendungen und Toolkits

  • kim88 hat einen neuen Blog-Artikel erstellt: Linux Mint und die Probleme mit Anwendungen und Toolkits.

    Quote
    Die meisten die mich schon länger lesen, wissen dass ich kein grosser Freund von Linux Mint, Cinnamon oder dem Entwickler Clement Lefebvre bin. Dennoch lese ich gerne seine Blogbeiträge rund um die Linux Mint Entwicklung - man will ja auf dem laufenden bleiben. Sein aktuellster Beitrag spricht dabei ein paar Probleme an, die ich schon länger am Horizont von Linux Mint sehe.

    Apps, Apps und Apps

    Unabhängig davon, welche Distribution wir nutzen oder welchen Desktop wir bevorzugen am Ende arbeiten…

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  • Das Problem ist mir schon letztes Jahr aufgefallen. Die optische Fragmentierung schreitet immer weiter voran. Und ganz ehrlich, ich bin zu GNOME gewandert, weil ich sagen muss, dass dieses ganze Desktop-Forken mir irgendwie Kopfschmerzen bereitet. Wie sieht die Problematik denn bei MATE aus?

    Vielleicht war es keine gute Idee, Mint zu konservativ zu halten. Apps forken, weil sie optisch nicht passen, ist irgendwie merkwürdig.

    Work-PC: Debian 12 + Gnome | Surface Go2: Ubuntu 24.04 + Surface-Kernel | Server: Ubuntu Server 22.04 | Laptop: Linux Mint 21.2 |

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  • Mate und XFCE haben das gleiche bzw ähnliche Problem.

    Das Problem ist das sich bei den Desktops nie wirklich ein Ökosystem rundumentwickelt hat. Für viele Anwendungen haben die sich einfach auf die bestehenden Gnome Anwendungen verlassen. Jetzt wo Gnome sich massiv optisch und auch Bedienungstechnisch verändert hat beisst es Ihnen halt in den Arsch.

    Aber im Grunde ist es ja skurril, das z.b. der Task Manager in Linux Mint, seit es Linux Mint gibt der Gnome-System-Monitor ist und sie nie auf die Idee gekommen sind, dass das langfristig eine dumme Idee ist und man vielleicht eine eigene App dafür bräuchte.

    Wenn wir uns z.b. elementary OS und den Pantheon Desktop anschauen, die haben es geschafft ein Öko-System (wenn auch ein kleines) zu bauen. Es gibt viele Dritt-Anbieter Entwickler die Apps exklusiv für Pantheon bauen und sich an den Look&Feel von Pantheon richten. Ähnlich wie es da bei Gnome mit libadwaita und bei KDE mit Kirigami gibt.

    Das Problem bei XFCE, Cinnamon & Co ist eben das sie nie solche Frameworks wie libadwaita, kirigami, oder so was gebaut haben - wäre ja mit den X-Apps auf der Hand gelegen ein GTK basiertes X-Framework zu bauen und so Entwickler anzulocken.

    Bei Mate ist das "Grundproblem" kleiner. Da die damals ja einen vollständigen Gnome2 Fork gemacht haben (also auch alle Systemanwendungen von Gnome geforkt - und seither selber entwickelt haben. Daher als Mate Nutzer hat man die Problematik nur wenn man zusätzliche Apps installiert. Cinnamon und XFCE können aber nicht so einfach die Mate Apps nutzen - das liegt an den Namen der Apps wil dann im Menü z.b. steht nicht "Taschenrechner" sondern "Mate Taschenrechner" und um den Namen zu ändern müssten das entweder die Mate Entwickler tun (was wohl eher nicht passieren wird das Projekt ist mit rund 1 Commit pro Monat ziemlich eingeschlafen) oder man müsste alle diese Apps forken und umbenenne.

    Cinnamon hat damals hat nur einen kleinen Teil vom Gnome Desktop geforkt wie der Dateimanager, etc aber viele Systemanwendungen halt 1:1 gelassen.

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  • Bei Windows ist das ja auch so, der Task-Manager ist ja noch derselbe wie vor 20 Jahren oder gibt's da mittlerweile was Neues?. Ich glaube ja, dass das einen normalen Nutzer nicht groß interessiert. Aus technischer Sicht ist es schon fragwürdig, altes Zeug so lange mitzuschleifen. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass PyGTK echt anstrengend ist :-D. Ich ruhe mich auch auf Tkinter/Tcl aus. Libadwaita zu lernen, stelle ich mir genauso anstrengend vor.

    Der Unterschied ist nur, dass ich keine Distribution entwickle, die eine Million Menschen nutzen^^.

    #Edit:

    Es gibt aber schlimmeres. Zum Beispiel: Qt-Apps in Gnome zu nutzen:D

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    Edited once, last by Actionschnitzel (May 9, 2024 at 10:55 PM).

  • Naja der Vergleich passt ja nicht so. Auch der 20 Jahre alte Task-Manager stammt ja immer noch von Microsoft (und weiterentwickelt hat sich der schon ein bisschen).

    Libadwaita ist wirklich ziemlich simpel - das erklärt auch die App Flut an neuen Apps die wir gerade haben - es macht es Entwicklern wirklich sehr einfach sie auf die Funktionen ihres Programm und nicht auf die GUI fokussieren zu können - und dennoch eine ansprechende GUI mit allen modernen Funktionen (Light & Dark Mode, Barrierefreiheit, etc) zu haben.

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  • Das klingt ja beim ersten Lesen recht unschön...

    Kann man das in etwa zusammenfassen als "Wenn du künftig nicht Gnome (oder KDE) benutzt und mehr als nur die standardmäßigen Anwendungen benötigst, wird dein Desktop irgendwann sch***** aussehen"? Oder ist das zu global gehalten?

  • Das ist sehr global. Ich meine das Problem hat man zum Teil auch in Gnome. LibreOffice sieht seit Gnome3 nicht wie eine native Gnome App aus - das wird wohl auch in Zukunft so bleiben.

    Der super einheitliche Desktop war schon immer ein bisschen eine Illusion weil man immer mal eine GTK oder ein QT App braucht.

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  • Das klingt ja beim ersten Lesen recht unschön...

    Kann man das in etwa zusammenfassen als "Wenn du künftig nicht Gnome (oder KDE) benutzt und mehr als nur die standardmäßigen Anwendungen benötigst, wird dein Desktop irgendwann sch***** aussehen"? Oder ist das zu global gehalten?

    Ich denke, die Kernaussage ist auch eher, dass sich Mint mit ihrer Vision eines Desktops einiges an "Mehrarbeit" aufgeladen hat. Wie bereits erwähnt, wird das für Einsteiger kein Kopfzerbrechen bereiten. Technisch ist es jedoch durchaus interessant zu beobachten, was da passieren wird.

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  • Interessante Frage, würde mich auch interessieren.

    Aus der Community pop_os auf Reddit
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    Kommentar von mmstickzu „Is Iced replacing GTK apps for the new COSMIC desktop?“
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    Zusammenfassung:
    Cosmic benutzt Ice, das vom Design an Adwaita angelehnt ist. Pop_OS! hat ein eigenes GTK-Theme, was sehr nah an libcosmic ist.


    Wie das dann in der Realität aussieht, ist wieder eine andere Geschichte.

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  • Chapeau an kim88 für diesen Artikel. Du gibst einen, meiner Meinung nach, richtig guten Einblick hinter die Kulissen und Herausforderungen der Desktop- und Appentwicklung. Jetzt wird mir einiges klar, was ich vorher nicht verstehen wollte (z.B. warum es bei Elementary oft eigene Versionen von Apps gibt und die allgemeine Anzahl der Apps im eigenen App-Store relativ klein ist).

    Mir war klar, dass das GNOME Projekt ein großer Player ist. Aber dass Entwickler von eigenen Lösungen so stark von der Entwicklung von GNOME abhängen, dass es im schlimmsten Fall "existenzbedrohend" für den eigenen Mikrokosmos wird, war mir gar nicht so bewusst. Umso herausfordernder erscheint mir die Herkulesarbeit, die sich z.B. System76 mit ihrem hauseigenen Desktop aufbürdet. Die müssen dann ja auch im schlimmsten Fall, jede "popelige" App selbst bauen, weil sich sich von GNOME und GTK unabhängig machen wollen.

    Spannend!

    Vielen Dank für den Artikel. :):thumbup:

    Daily Driver PC: Pop!_OS 22.04 + Win 10 Dual Boot/ Intel i7-7700K / NVIDIA GeForce GTX 1070 / 32 GB RAM / 3x 1TB Samsung SSD

    Daily Driver Laptop: Framework 13 / Ubuntu 24.04 LTS / AMD Ryzen 7 7840U / 64 GB RAM / 2TB WD NVME

    Backup Laptop: HP Elitebook x360 1030 G2 / Fedora 40 / Intel i5-7200U / Intel HD 620 / 8 GB RAM / 500 GB Samsung NVMe

    Spiele PC: MX Linux + Garuda / AMD Ryzen 7 7800X3D / Radeon RX 6750 XT / 64 GB RAM / 2TB Samsung NVME + 512 GB Kingston NVME + 250 GB Samsung SSD

  • Na Toll... jetzt arbeite ich schon so lange daran Linux Mint zum laufen zu bekommen weil es der Linuxguides Repräsentant höchstpersönlich als bestes Einsteiger Linux in seinen Videos auf YT preist...

    also mal Schlafengehen und das ganze noch mal überdenken... somit hebelt sich mein Installation Problem mit Linux Mint vielleicht von selbst ^^

    Linux Mint Anfänger, vollziehe gerade den Wechsel von Windows 11 + Microsoft 365 zu Linux

    Intel Core i5-4670K | Nvidia Geforce RTX 3070 | 16 GB RAM | Linux Mint 21.3 | Cinnamon 6.0.4 | Kernel 6.5.0-35-generic

    AMD Ryzen 9 5950X | Nvidia Geforce RTX 3090 | 32 GB Ram | Windows 11... noch ^^

  • ... der Linuxguides Repräsentant höchstpersönlich als bestes Einsteiger Linux in seinen Videos auf YT preist...

    Das wird sich wahrscheinlich auch nicht so ohne Weiteres ändern. Bei den Problemen, die im Blogartikel angesprochen werden, geht es ja darum, welcher Weg eingeschlagen werden sollte, um bestimmte Inkonsistenzen im Graphikdesign nachhaltig zu vermeiden. Es geht nicht darum, dass Linux Mint unbedienbar wird, Dir um die Ohren fliegt, nicht mehr weiterentwickelt werden kann oder dergleichen.

    Keine Alternativen ? Kein Mitleid !

    Debian XFCE und Void XFCE

  • Na Toll... [...]

    Wie bereits weiter oben von mir erwähnt, handelt es sich um technische Details, von denen Anfänger und normale Nutzer nichts mitbekommen werden. Wenn jemand ein Betriebssystem (Ubuntu) und eine Desktopumgebung (Gnome) forked und daraus etwas komplett Neues schaffen kann (wie Mint Cinnamon), kann man davon ausgehen, dass sie wissen, was sie tun. Außerdem wird Mint gut finanziert.

    Bitte lassen Sie sich nicht durch solche Dinge verunsichern.

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  • Interessant wird es dann, wenn kim88s Vermutung Realität wird, dass GNOME irgendwann das Theming aus dem GTK entfernt. Entweder müssen dann Mint & Co. mehr Aufwand ins Forking der Systemanwendungen investieren, auf das Qt Framework setzen oder ihr Theming überdenken und nah am GNOME Standard zu bleiben. Auf Kosten der Individualität. Die Funktionalität wird dadurch ja nicht negiert, aber die optische Attraktivität im Rahmen eines kohärenten optischen Systemdesigns wird auf jeden Fall tangiert. Auf jeden Fall wird es auf lange Sicht spannend.

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