Linux Mint – Hach, was soll ich sagen? Es ist für mich eines der besten und nutzerfreundlichsten Betriebssysteme da draußen. Es ist stabil, intuitiv und der Cinnamon-Desktop fühlt sich einfach sofort vertraut an, egal ob man von Windows oder macOS kommt. Ich bin wirklich ein großer Fan.
Aber, und das ist ein großes "Aber", es gibt da diese Sache mit Wayland – und generell der Umgang mit modernen Display-Setups.
Wie viele andere auch, wollte ich die experimentelle Wayland-Sitzung in Linux Mint ausprobieren, um zu sehen, ob die Zukunft des Linux-Desktops schon bereit für mich ist. Die erste Sitzung läuft meistens super: alles fühlt sich flott an, die neuen Technologien im Hintergrund versprechen viel, und ich denke: "Klasse, das ist der Weg!"
Die Wayland-Probleme nach dem Neustart
Doch dann kommt der Neustart – und die Ernüchterung in der Wayland-Sitzung.
Das erste, was mir regelmäßig den Tag vermiest, ist das Tastaturlayout-Problem. Ich melde mich an, und schwupps, ist das Layout auf Englisch (oder irgendeine andere Standardsprache), und ich kann es über die Systemeinstellungen nicht mehr ändern. Das macht das Arbeiten mit Sonderzeichen wie "ß", Umlauten oder eben der Standardtastaturbelegung nach dem Neustart unmöglich, ohne sich wieder in die bewährte X11-Sitzung einzuloggen. Es ist frustrierend, dass diese Grundeinstellung in der experimentellen Wayland-Session von Cinnamon einfach nicht funktioniert oder nicht persistent gespeichert wird.
Der zweite große Knackpunkt, der mir als Nutzer eines 144-Hertz-Monitors das Herz bricht, ist das Gefühl der Bildwiederholfrequenz.
Obwohl die Einstellungen korrekt auf 144 Hz stehen, fühlt sich die gesamte Desktop-Erfahrung immer noch wie 60 Hz an. Fensterbewegungen, das Scrollen im Browser – alles wirkt, als würde es haken und stottern, weit entfernt von der Butterweichheit, die ich von meinem High-Refresh-Rate-Monitor erwarte. Wayland soll hier eigentlich glänzen, aber in der Mint-Implementierung enttäuscht es massiv.
Die X11-Realität mit Multi-Monitor-Setups
Und das Schlimme ist: Selbst der Rückzug auf die stabile X11-Sitzung löst das 144-Hz-Problem nicht vollständig, wenn man, wie viele Nutzer, ein Dual-Monitor-Setup verwendet.
Wenn ich einen 144-Hertz-Monitor und einen 60-Hertz-Monitor gleichzeitig an X11 betreibe, passiert das, was viele Linux-Nutzer schon seit Jahren beklagen: Das gesamte System drosselt auf die niedrigste Rate. Mein eigentlich schneller 144-Hz-Bildschirm fühlt sich plötzlich auch nur noch wie 60 Hz an. Es ist ein bekanntes, architektonisches Problem von X11, das in Mint genauso auftritt.
Blick über den Tellerrand: Wie Fedora es besser macht
Gerade weil ich Linux Mint so mag, ist es schmerzhaft zu sehen, wie andere Distributionen diesen Sprung schon geschafft haben.
Ich habe Distros wie Fedora mit dem GNOME-Desktop ausprobiert, die schon lange auf Wayland setzen. Und hier ist die Erfahrung tausendmal besser:
- Kein Tastaturlayout-Problem: Nach dem Neustart ist das Layout genau so, wie ich es eingestellt habe.
- Volle Hertz-Zahl spürbar: Der 144-Hertz-Monitor fühlt sich tatsächlich wie 144 Hertz an, und das sogar im Multi-Monitor-Betrieb. Es gibt das butterweiche Scrollen und die flüssigen Animationen, die man sich wünscht.
Das zeigt mir: Wayland funktioniert! Es ist keine Limitierung der Technologie, sondern eine Baustelle in der Integration bei Linux Mint/Cinnamon.
Ich bin mir bewusst, dass die Wayland-Integration in Mint noch experimentell ist. Aber ich hoffe inständig, dass das Team diese fundamentalen Hürden bald in den Griff bekommt. Denn wenn diese Probleme erst einmal beseitigt sind, wird Linux Mint mit Wayland wirklich unaufhaltsam sein. Bis dahin bleibt es die beste Wahl – solange man bei X11 bleibt und keine unterschiedlichen Bildwiederholraten nutzt.
Was sind eure Erfahrungen? Habt ihr unter Mint oder Cinnamon funktionierende Workarounds für das 144Hz/60Hz-Problem gefunden?