Google argumentiert gegen den Zwangsverkauf von Google Chrome - mit etwas Spekulation von mir 🙃

  • Im August 2024 wurde Google vor einem US-Gericht schuldig gesprochen ein Monopol zu sein und das Google sein Monopol mit Praktiken aufrecht erhält die von dem Gericht als illegal deklariert wurden. Dazu gehören die Suchmaschinen-Deals mit anderen Browsern - quasi Google bezahlt Summe X an Mozilla oder Apple damit dort die Standardsuchmaschine ebenfalls Google ist.

    Im Mittelpuntk um den Rechtsstreit geht es allerdings um Googles Monopolstellung im Online - Werbegeschäft und weniger um die Suchmaschine. Dank dem Verfahren kennt man inzwischen auch relativ genaue Zahlen.

    Mozilla erhält im Jahr ca. 500 Mio US-Dollar von Google. Apple erhält 20 Milliarden (ja richtig gelesen) US-Dollar im Jahr, damit Safari die Standardsuchmaschine ist. Ebenfalls hat man im Verlauf des Rechtsstreit erfahren, dass Microsoft die Suchmaschine "Bing" an Apple verkaufen wollte - Apple aber kein Interesse daran hatte.

    Das Googles Geschäftpraktiken illegal sind, ist bereits entschieden (es gibt hier noch Berufungsmöglichkeiten) was noch aussteht ist, was genau die Strafe sein soll. Das Gericht hat schon mehrere Optionen angekündigt:

    Es wurden vom Gericht schon mehrere Optionen angedeutet. Z.b. dass auch Dritt-Anbieter Werbenetzwerke auf die Daten die Chrome über die Nutzer sammelt zugreifen dürfen um ebenfalls so gut wie Google personalisierte Werbung ausspielen zu können. Oder als drastische Massnahme, dass Google den Chrome Browser Zwangsverkaufen muss.

    Die Verkündung der Strafe wird im Frühling 2025 erwartet. Inzwischen hat sich Google vor Gericht zum Strafmass geäussert und argumentiert klar gegen einen ZWangsverkauf vom Chrome Browser. Google erwägt nun die Suchabkommen mit den Browser hersteller freiwillig zu lockern bzw. aufzugeben. Und argumentiert auch, dass ein ZWangsverkauf im sich zurzeit stark verändertem MArktumfeld mit KI, etc im Grunde nicht notwendig ist - da hier ja eh neue Player auftreten.

    Völlig unabhängig davon was das Urteil sein wird dürfte relativ klar sein, dass Google relativ bald die Zahlungen an Mozilla und Apple einstellen wird. Was bedeutet das.

    Für Mozilla Firefox:

    Mozilla hat erst kürzlich den endgültigen Jahresbericht vom Jahr 2023 veröffentlicht. Kann man hier lesen: https://www.mozilla.org/en-US/foundation/annualreport/2024/

    Kurz: Mozilla hatte Einnahmen von 653 Millionen US-Dollar. 495 Millionen davon stammen von Google. Daher wenn Google diese Zahlungen einstellt dürfte es offensichtlich sein, dass Mozilla in der heutigen Form nicht mehr weiter existieren kann. Die Zukunft der Foundation und des Browser selbst stehen hier auf dem Spiel. Von den totalen Ausgaben (425 Millionen Dollar) wurden laut Finanzbericht 220 Millionen Dollar für "Software-Entwicklung" ausgegeben. Das dürfte so im groben die jährlichen Kosten sein die es braucht um nur "Firefox" weiterentwickeln zu können (dazu kommen noch ein paar Millionen Dollar für Infrastruktur wie Git-Server, BugZilla Server, Sync-Server, etc)

    Für Safari

    Für Apple ist die Streichung der 20 Milliarden pro Jahr nicht Existenzbedrohend. Apple macht rund 400 Milliarden Dollar Umsatz (ja 400 Milliarden). Die Frage dürfte aber dennoch sein wie es mit Safari weiter geht. Das Apple noch eine eigene Web-Engine weiterentwickelt und pflegt dürfte rein rechnerisch nicht wirklich wirtschaftlich sein. Ich denke Apple kann diese Kosten - dank diesen 20 Milliarden rechtfertigen.

    Wenn die nun wegfallen, dürfte das (relativ grosse) Safari Team wohl bald Probleme bekommen. Ab da dürfte es für Apple wirtschaftlicher werden, quasi auch Chromium zu nehmen, die Dinge die sich nicht brauchen beim kompilieren zu deaktivieren - ein paar eigene Services (Passwort, Sync, etc) einbauen und das Ding Safari nennen.

    Mit viel Pech könnte dieses wegweisende Urteil am Ende der Grund sein, warum es nur noch eine aktiv gepflegte Web-Engine gibt.

    Falls sich Apple wirklich von WebKit trennen würde, würde es aber auch noch eine weitere Option geben. Nämlich einen Firefox/Gecko Safari Fork (was auch besser in das ganze Datenshcutz Marketing von Apple passen würde) und so gibt es vielleicht zukünftig von Apple Geld in Richtung Mozilla fliessen.

    Was auch immer passiert, die Browser Entwicklung wird in Zukunft sehr spannend werden :)

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  • Für Apple ist die Streichung der 20 Milliarden pro Jahr nicht Existenzbedrohend. Apple macht rund 400 Milliarden Dollar Umsatz (ja 400 Milliarden). Die Frage dürfte aber dennoch sein wie es mit Safari weiter geht. Das Apple noch eine eigene Web-Engine weiterentwickelt und pflegt dürfte rein rechnerisch nicht wirklich wirtschaftlich sein. Ich denke Apple kann diese Kosten - dank diesen 20 Milliarden rechtfertigen.

    Da Apple ja keinen Aufwand mit der Einbindung von Google als Standardsuchmaschine hat, wirken sich die 20 Milliarden aber unmittelbar auf den Gewinn aus. Und dann ist das schon eine relevante Größe - auch für Apple. Existensgefährdend ist das aber natürlich nicht.

  • Sojan klar, ich denke dass Apple die 20 Milliarden nutzt um die Entwicklung von Webkit/Safari zu rechtfertigen. Das kann dem Board und Aktionären gut verkaufen. Wir haben eigenen Browser Entwicklung kostet uns (aus der Luft gegriffen) 1 Milliarde, das Projekt macht aber 20 Milliarden im Jahr.

    Daher auch meine Angst dass die Entwicklung von WebKit eingestellt wird wenn das Geld weg ist. Weil dann muss Apple sagen wir haben eigenen Browser, Entwicklung kostet und 1 Milliarde - Umsatz und Gewinn macht das Ding aber. nicht.

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  • Sojan klar, ich denke dass Apple die 20 Milliarden nutzt um die Entwicklung von Webkit/Safari zu rechtfertigen. Das kann dem Board und Aktionären gut verkaufen. Wir haben eigenen Browser Entwicklung kostet uns (aus der Luft gegriffen) 1 Milliarde, das Projekt macht aber 20 Milliarden im Jahr.

    Daher auch meine Angst dass die Entwicklung von WebKit eingestellt wird wenn das Geld weg ist. Weil dann muss Apple sagen wir haben eigenen Browser, Entwicklung kostet und 1 Milliarde - Umsatz und Gewinn macht das Ding aber. nicht.

    Von den Einnahmen und dem entsprechenden Bruchteil daran an Gewinn (8-10%), ist ja ne große Rechnung ^^ Aber ist Apple nicht in den letzten Jahren immer mehr dadurch aufgefallen, dass sie alles, was sie für wichtig halten, unter dem eigenen Dach haben wollen? Wäre es nicht also für Apple sinniger, einen guten eigenen Browser zu haben und trotzdem das Geld einzustreichen und wenn Google dann das stoppt oder einschränkt, dass man sich überlegt, wie man dieses Geld ausgleichen kann?

    Die 20 Milliarden gehören ja, wenn ich Wikipedia richtig verstehe zu den rund 400 Milliarden, sind aber ja noch nicht der Gewinn. Damit ist es schon eine betrechtliche Summer, immerhin 5%. Das ist auch für Apple unangenehm. Nicht im Vergleich zu Mozilla, die dann logischerweise weg wären.

    Andererseits haben sich alle Firmen aufeinander verlassen in den letzten Jahren. Es gab eigentlich keinen wirklichen Wettbewerb, weswegen Google zwar mit einer schlechten aber immerhin der größten wirklich interessanten Suchmaschine einherkam. Der Browser war auch so eine Geschichte. Microsoft hat da noch nie mitgespielt, der IE damals war das schlimmste, was ich bisher erleben durfte und ich finde alleine die Einrichtung von Edge nicht wirklich besser. Firefox und die Derivate sind seit vielen Jahren immernoch mein meistgenutzter Zweig (seit kurzem eben noch Safari dazu). Chrome fand ich noch nie so wirklich SO viel besser in meinem Nutzen, aber ich hatte auch immer im Hintergrund, dass es kaum einen Markt gab für diese Software.

    Free for all ist das grundlegen Problem, das nächste ist das derzeit aktuelle des Abos. Software kaufen hätte sich durchsetzen sollen. Aber es hilft ja nun auch nix, wenn man nun meckert, leider, aber ich mochte den Chrome noch nie, habe ihn nur für YouTube und Maps.

    Aber ich verstehe schon, wenn sich Staaten Gedanken machen, wie die Zukunft aussieht mit all diesen Monopolen. Mich ärgert eher, wie spät sie damit jetzt anfangen.

  • Aber ist Apple nicht in den letzten Jahren immer mehr dadurch aufgefallen, dass sie alles, was sie für wichtig halten, unter dem eigenen Dach haben wollen? Wäre es nicht also für Apple sinniger, einen guten eigenen Browser zu haben und trotzdem das Geld einzustreichen und wenn Google dann das stoppt oder einschränkt, dass man sich überlegt, wie man dieses Geld ausgleichen kann?

    Klar ist Apple das wichtig. Die Frage ist halt welcher Aufwand dahinter steckt.

    Apple muss ja nicht "Safari" aufgeben sondern eventuell nur WebKit. Microsoft hat es ja gut vorgemacht. Der aktuelle Microsoft Edge ist sehr gut in Microsoft Ökosystem eingebunden. Daten werden über Microsoft Account synchronisiert, Passwörter und Passkeys werden ebenfalls über Windows / Microsoft Account verwaltet.

    Sie nutzen zum Übersetzen von Webseiten ebenfalls ihre eigene Microsoft Dienste etc. Ja Edge es ist ein Chromium Browser aber ansehen tust du ihm das nicht. Der ist einwandfrei ins Microsoft Ökosystem eingebunden. Selbst einen Microsoft eigenen Addon-Store gibt es.

    Und theoretisch kann das Apple auch. Chromium nehmen, das Ding Safari nehmen und das Safari Icon geben und ihre Apple Dienste in Chromium integrieren. Bei Webseiten Übersetzungen ihre Offline LLM Übersetzer verwenden, der sowiso bei den Macs eingebaut ist. Ihren Addon-Store behalten. Daten weiterhin über iCloud synchronisieren, etc

    Der Aufwand wäre - gerade über Zeit - viel geringer als die eigene Engine weiter zu entwicklen. Und ob es Apple fertig bekommt abseits von Suchmaschinendieals den Browser zu finanzieren - weiss ich nun wirklich nicht.

    Und 20 Milliarden auszugleichen dürfte schwierig sein.

    Und Apple hatte noch nie Probleme damit offene Software zu nutzen - ich meine die Shell auf dem Mac ist ZSH, der ganze Drucker Bereich ist CUPS. Der Sync von Kontakten und Kalender in der iCloud ich CalDAV und CardDAV, und es gibt hier definitiv noch zahllose weitere Beispiele. Ein Safari der auf Chromium (oder Gecko) basiert ist für mich da nicht komplett abwegig.

    Ein weiterer Grund warum ich in die Richtung spekuliere ist auch das diesjährige Safari Release. Jedes Jahr im September kommen die neuen Mac OS und iOS Versionen und damit auch die neuen Hauptversionen von Safari raus. Und die Changelogs für die diesjährige neue Hautpversion waren im Vergleich zu den letzten paar Jahren (mit coolen Ergänzungen) dann doch sehr sehr sehr kurz. Als ob man die Weiterentwicklung von Safari schon etwas zurückgestellt hat.

    Die 20 Milliarden gehören ja, wenn ich Wikipedia richtig verstehe zu den rund 400 Milliarden, sind aber ja noch nicht der Gewinn. Damit ist es schon eine betrechtliche Summer, immerhin 5%. Das ist auch für Apple unangenehm.

    Ja die 20 Milliarden sind ein Teil des Gesamtjahresumsatz. Der Punkt ist halt, dass in diesen 20 Milliarden relativ viel Gewinn stecken wird. Wenn Apple 20 Milliarden Umsatz mit iPhones hat - bleibt da viel weniger Gewinn übrig. Bei iPhones hast du Forschung&Entwicklung, Materialien, Produktionslinien, Logistik und Marketing die du davon bezahlen musst.

    Bei den 20 Milliarden von Google, ist ja legendlich dafür zu sorgen das im Default Browser "google.com" die Standardsuchmaschine ist - das ist quasi 0 Aufwand. Daher es dürften - reine auf den Gewinn gesehen 20 sehr wertvolle Milliarden sein ;)

    Der Browser war auch so eine Geschichte. Microsoft hat da noch nie mitgespielt, der IE damals war das schlimmste, was ich bisher erleben durfte und ich finde alleine die Einrichtung von Edge nicht wirklich besser.

    Mit Edge (vor der Chromium Version) haben sie es wirklich nochmal probiert. Und die Engine war dann gar nicht mehr so schlecht wie viele halt (aus alten Zeiten) im Kopf hatten. Microsoft hat da Unsummen an Geld reininvestiert. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass sich weniger Leute Google Chrome herunterladen und Edge nutzen - und sie die Entwicklung von Edge über das Anzeigengeschäft der Bing Suchmaschine finanzieren können.

    Bing hat (obwohl massiver Werbekampagnen) aber keinen nennenswerte Marktanteile erlangt. Und edge wurde halt weiterhin hauptsächlich dafür verwendet Google Chrome herunter zu laden. Also hat Microsoft die Eigenentwicklung dann aufgegeben und eben den Chromium-Edge ins Leben gerufen (so hat man immer noch eigenen Browser, den man in die eigenen Services integrieren kann) aber nicht mehr den Aufwand eine Engine zu entwickeln. Das dürfte auch so die Zeit gewesen sein als Microsoft Bing an Apple verkaufen wollte.

    Linux Nutzer seit über 20 Jahren. I ❤️ Freedom!

    Praxisnahe Einblicke in Self Hosting, Linux und eigene Infrastruktur. Für Entwickler:innen und Macher:innen, die ihre digitale Souveränität selbst in die Hand nehmen. https://rueegger.me

  • Bing hat (obwohl massiver Werbekampagnen) aber keinen nennenswerte Marktanteile erlangt. Und edge wurde halt weiterhin hauptsächlich dafür verwendet Google Chrome herunter zu laden. Also hat Microsoft die Eigenentwicklung dann aufgegeben und eben den Chromium-Edge ins Leben gerufen (so hat man immer noch eigenen Browser, den man in die eigenen Services integrieren kann) aber nicht mehr den Aufwand eine Engine zu entwickeln. Das dürfte auch so die Zeit gewesen sein als Microsoft Bing an Apple verkaufen wollte.

    Ich mag die Suchergebnisse nicht sonderlich. Edge ist an sich nicht schlecht aber ich mag diese ganze Fragerei nicht die man zur Einrichtung braucht. Ich las das mit der Erstellung eines eigenen Browsers, nur traue ich Microsoft nicht mehr. Sie sind nicht sehr konsequent mit ihren "Ideen". Handymarkt, E-Bookmark, Browser, ... nur um dann wieder zu verschwinden, weil die Zahlen ncht stimmen.

    Für eine bessere Suchmaschine kommt man eventuell auch einige Jahre zu spät? Kann ich nur schwer einschätzen.

  • Hallo


    Google rüstet zu Gegenmassnahmen.;)

    Die Aktie setzt unter Trump zu neuen Höhenflügen an.:)

    Bis das Urteil seine gesetzliche Wirkung erreicht werden Wahlperioden ins Land gehen.8o


    Quote

    BofA hat sich zu Googles Gegenmaßnahmen gegenüber den Abhilfeforderungen des US-Justizministeriums (DOJ) geäußert. Google argumentiert, dass die vom DOJ vorgeschlagenen Maßnahmen über den ursprünglichen Fall und das Urteil von Richter Mehta hinausgehen. Gleichzeitig hebt das Unternehmen seine Innovationskraft und Servicequalität hervor, um seine Marktstellung zu rechtfertigen. Der Fall wird voraussichtlich im April 2025 verhandelt, mit einer Entscheidung im August 2025. BofA bleibt optimistisch und bestätigt die "buy"-Bewertung für die Aktie von Alphabet Inc. (ISIN: US02079K3059, WKN: A14Y6F, Ticker-Symbol: ABEA, NASDAQ-Symbol: GOOGL) mit einem Kursziel von 210 USD.

    Eher positiv trading als ...

    Alphabet Aktie: Vertrauen in Googles Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern und weiterhin Wachstum zu generieren (BofA Securities) | aktiencheck.de


    Gruss

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