Fedora 41 - Budgie: Distribution für die kleine Festplatte [kleiner Erfahrungsbericht]

  • Hallo zusammen

    Bin wieder mal am Herumprobieren. Dieses Mal bin ich über Fedora in der Version 41 gestolpert. Standard Desktop ist hier wohl Gnome. Gnome kenne ich schon und gehört zu meinen Favoriten unter den Desktop-Umgebungen. Aber ich probiere immer wieder mal gerne was anderes aus. Deshalb hat es dieses Mal einen Budgie (soll das übersetzt Wellensittich bedeuten?) Desktop gegeben.

    Bin positiv überrascht. Budgie gefällt mir sehr gut. Aber Desktop-Umgebungen sind natürlich immer Geschmackssache. Dies soll hier auch weniger das Thema sein. Denn da werden will wohl nie alle auf einen Nenner kommen. ;)

    Überraschter war ich eigentlich, trotz des schicken Desktops und trotzdem dass alle notwendigen Programme wie Firefox, Thunderbird, LibreOffice und einige Tools installiert sind, die Installation nur sehr sehr wenig Speicher auf der Festplatte benötigt. Dies kannte ich in der Form noch nicht.

    Code
    fedora ~]$ df -h | grep /dev/sda
    /dev/sda3        59G    4.0G   53G    7% /
    /dev/sda3        59G    4.0G   53G    7% /home
    /dev/sda2       974M    290M  617M   32% /boot
    /dev/sda1       599M     20M  580M    4% /boot/efi

    Sind wir großzügig und sagen, so knapp 6 GB der Festplatte werden dadurch belegt. Ich weiß, mancher wird sich mit seiner 4 TB SSD um ein paar GB mehr oder weniger keine Gedanken machen. Aber ich habe mehrere Installation, bei denen nur ein 16 GB Festspeicher - mal M.2 SSD, mal eMMC Speicher - verbaut ist. Und da kommt es auf jedes GB an. Ich habe es bei meinem ersten solchen Versuch mit Ubuntu mit der minimalen Installation versucht und bin gescheitert. Ubuntu gibt nicht zu unrecht eine Mindestgröße von 25 GB an. Mit Debian hat es dann funktioniert. Debian findet mit einer minimaleren Installation (Firefox und LibreOffice Cal brauchte ich da) auf einer 16 GB Festplatte halbwegs Platz. Auch Lubuntu mit der minimalen Installation (PiHole Installation - nur mit ein paar zusätzlichen Tools) und ohne Snap (wird bei der minimalen Installation nicht installiert) funktioniert ebenfalls auf einer 16 GB Festplatte. Aber beide belegen zu Beginn um die 8 -9 GB Speicherplatz, was sich im Verlauf aber noch etwas erhöht. Aber 6 GB ist richtig wenig. Kenne ich so nur von Antix, was noch etwas weniger Speicher belegt - so um die 5 GB. Aber die Desktop-Umgebung (habe ich vor etwas mehr als einem 1 getestet) ist doch etwas minimal, zu minimal für meinen Geschmack.

    Also wer ein schickes sehr schlankes Linux sucht, dem kann ich empfehlen Fedora Budgie mal anzusehen.

    >> Aber <<
    Soll es auch schlank bleiben, die Finger von Flatpaks lassen. Das erste Flatpak Programm installiert - gthumb - ein Bildbetrachter und schon belegt die Installation knapp 3 GB zusätzlich. Flatpak und Snap sind für schlanke Installation einfach nicht geeignet. :(

    Code
    fedora ~]$ df -h | grep /dev/sda
    /dev/sda3        59G    6.7G   49G   13% /
    /dev/sda3        59G    6.7G   49G   13% /home
    /dev/sda2       974M    290M  617M   32% /boot
    /dev/sda1       599M     20M  580M    4% /boot/efi

    Ubuntu (Gnome) - LMDE (Cinnamon) - Debian (Gnome) - Lubuntu (LXQt) - RaspPi OS (Gnome)

  • Kleine Erweiterung:
    Die 3 GB zusätzlich entstehen natürlich nicht ausschliesslich durch das Flatpak von - in diesem meinen Beispielsfall - gThumb, sondern auch durch die benötigte Plattform / Laufzeitumgebung:

    Code
    fedora ~]$ flatpak list
    Name                   Anwendungskennung           Version  Zweig   Installation
    Fedora Platform        org.fedoraproject.Platform  41       f41     system
    gThumb Bildbetrachter  org.gnome.gThumb            3.12.6   stable  system

    Die Installationssoftware "Software" in der Version 47.2 gibt die Größe als Flatpak mit 819.2 MB an:



    in nativer Form als rpm mit 12.7 MB:

    Die reale Größe wird vermutlich in beiden Fällen noch etwas größer sein, in Abhängigkeit was noch alles installiert werden muss.


    Kleiner Größenvergleich am Rande

    Habe die Tage ein Windows 11 24H2 ganz frisch und neu installiert, mit allen Updates, die noch nachgeschoben wurden um auf den aktuellen Stand von Mitte Dezember zu kommen. Ich habe keine zusätzlichen Programme oder Tools installiert. Die Festplatte wurde mit 33 GB belegt. =O

    Aber Microsoft hat ja auch ein kleines Windows, ein Windows für Klein- und Kleinstgeräte, das Windows IoT. Ich setze dies in der Firma bei einigen Geräten ein, in diesem Fall Windows 10 IoT LTSB 2016. Aber auch hier unter 20 GB keine Chance. Mit ein paar Tools ist man schnell bei 22 GB und mehr. Meine verwendeten Geräte haben einen 32 GB eMMC Speicher verbaut. Ein automatisches Update ist damit nicht möglich. Nach herunterladen des kumulativen Updates, im Moment knapp 5 GB und der Tatsache, dass eine 32 GB Festplatte keine 32 GB hat, lässt sich auf dem verbleiben Speicher das Update nicht entpacken. :cursing:

    Und da frage ich mich dann:
    Und Fedora Budgie benötigt mit allen wichtigen Programmen etwas über 6 GB. Wie schaffen die dies?
    Oder anders herum: Wie schafft es Microsoft so viel Speicher zu verballern?

    Inzwischen habe ich auch noch Gimp, gThumb und ein paar andere Tools installiert - und die Flatpaks natürlich wieder deinstalliert ;) :

    Code
    fedora ~]$ df -h | grep /dev/sda
    /dev/sda3        59G    4.5G   51G    9% /
    /dev/sda3        59G    4.5G   51G    9% /home
    /dev/sda2       974M    290M  617M   32% /boot
    /dev/sda1       599M     20M  580M    4% /boot/efi

    Ubuntu (Gnome) - LMDE (Cinnamon) - Debian (Gnome) - Lubuntu (LXQt) - RaspPi OS (Gnome)

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