Historisches Urteil gegen Google, wie weiter mit Mozilla Firefox?

  • kim88 hat einen neuen Blog-Artikel erstellt: Historisches Urteil gegen Google, wie weiter mit Mozilla Firefox?.

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    Letzte Woche hat ein US-Gericht entschieden, dass Google eine Monopolstellung bei Suchmaschinen hat und das viele Geschäfte die rund um die Google Suchmaschine stattfinden illegal sind.

    Ich verfolgte den Prozess schon länger und fand viele Teile davon ziemlich unterhaltsam. Da hier aus Feinden plötzlich Freunde wurden und die Argumentationen von Google aber auch Apple teilweise einfach super witzig waren. Googles Verteidigungsstrategie war es im groben zu erklären, dass der Suchmaschinenmarkt…

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    Praxisnahe Einblicke in Self Hosting, Linux und eigene Infrastruktur. Für Entwickler:innen und Macher:innen, die ihre digitale Souveränität selbst in die Hand nehmen. https://rueegger.me

  • Wahnsinn, was da für Summen dahinter stecken.

    Die Frage ist aber, welche Suchmaschine könnte / sollte man als Alternative nutzen? Gibt es denn Suchmaschinen, die ohne die Ergebnisse von Google auskommen?

    Ich gebe zu, dass ich schon lange Google als Suchmaschine nutze. Datenschutz hin oder her. Aber bei Google erhalte ich definitiv die meisten und besten Suchergebnisse. Zumindest stellte sich das bei mir heraus, als ich mal mit anderen Suchmaschinen experimentiert hatte.

  • Gibt es denn Suchmaschinen, die ohne die Ergebnisse von Google auskommen?

    Man könnte eine benutzen die auch schon seit 30 Jahren das ganze Internet samt aller Benutzer durchsucht und gespeichert hat.

    Display Spoiler

    Notebook1: AMD Ryzen 7 8845HS, 48GB RAM, 2TB SSD, Debian 13 xfce
    Spiele PC: AMD Ryzen 9 5900XT, 64GB RAM, 4TB SSD, Debian 13 KDE
    Büro 1 PC: Intel Core Ultra 5 125U, 32GB RAM, 3TB SSD, Tuxedo OS

  • Die meisten anderen leiten die Anfragen anonymisiert zu Google um.

    Ja und das verursacht dann die merkwürdigen Ergebnisse teilweise, Google wird das sicher erkennen und die Ergebnisse "entsprechend" bereit stellen. Die sind doch nicht dumm.

    Display Spoiler

    Notebook1: AMD Ryzen 7 8845HS, 48GB RAM, 2TB SSD, Debian 13 xfce
    Spiele PC: AMD Ryzen 9 5900XT, 64GB RAM, 4TB SSD, Debian 13 KDE
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  • Ein gutes und sinnvolles Urteil! Mozilla muss sich langfristig strecken, aber wer an einem Markt beteilligt ist, muss sich nunmal damit herumschlagen, dass sich Rahmenbedingungen ändern können.

    Keine Alternativen ? Kein Mitleid !

  • Mozilla muss sich langfristig strecken,

    Braucht man denn einen Umsatz von knapp 600 Millionen Dollar, um einen bestehenden Browser weiterzuentwickeln? Mancherorts wird ein neuer Browser mit einem kleinen Team und wenig Geld komplett neu aufgebaut. Bin kein Softwareentwickler, aber 600 Millionen scheinen mir doch etwas hoch zu sein. Schön zu haben, aber wirklich notwendig?

  • Ja und das verursacht dann die merkwürdigen Ergebnisse teilweise, Google wird das sicher erkennen und die Ergebnisse "entsprechend" bereit stellen. Die sind doch nicht dumm.

    Das Gefühl hatte ich auch des öfteren...

  • Braucht man denn einen Umsatz von knapp 600 Millionen Dollar, um einen bestehenden Browser weiterzuentwickeln? Mancherorts wird ein neuer Browser mit einem kleinen Team und wenig Geld komplett neu aufgebaut. Bin kein Softwareentwickler, aber 600 Millionen scheinen mir doch etwas hoch zu sein. Schön zu haben, aber wirklich notwendig?

    Mozilla unterhält eine Reihe von Softwareprojekten, die letztendlich zu einem Großteil über die Standard-Suchmaschinen-Einstellung im Firefox finanziert werden. Hohe Entwicklungskosten entstehen z.B. durch die Vernetzung dieser Projekte. Das ist bei den Browserprojekten, die Du hier ansprichst, schon anders, zumal die ihre Browser dann auch nicht auf allen möglichen OS anbieten usw.

    Mozilla ist allerdings auch nicht dafür bekannt, fokussiert mit den Ausgaben umzugehen. Ich weiß nicht, was sich da in den letzten Jahren getan hat, aber um ca. 2020 herum wurde noch kritisiert, dass ein 25+-5% Anteil der Ausgaben rein adminstrativer Natur waren.

    Mozilla ist ein Doppelwesen aus allgemeinnütziger Foundation und Unternehmen, das seine Strategie m.E. zu stark auf "Sugardaddy" Google ausgerichtet hat. Vielleicht es nun an der Zeit, dass es Überlebensstrategien außerhalb des "goldenen Käfigs" entwickelt. Ohne deutliche Einschnitte wird es wohl nicht gehen aber auch zeigen, wie sinnvoll die Entwicklungsarbeit der letzten Jahre tatsächlich war. Ich für meinen Teil würde für einen Browser, der tatsächlich Privacy und Sicherheit bieten, auch zahlen.

    Keine Alternativen ? Kein Mitleid !

  • Braucht man denn einen Umsatz von knapp 600 Millionen Dollar, um einen bestehenden Browser weiterzuentwickeln? Mancherorts wird ein neuer Browser mit einem kleinen Team und wenig Geld komplett neu aufgebaut.

    Hast du dafür Beispiele? Ich kenne keinen einzigen Browser der von Grund auf von einem kleinen Team gewartet und weiterentwickelt wird. Firefox hängt jetzt schon massiv hinterher was Unterstützung WebStandards angeht. Vor 3-4 Jahren war das noch Safari (vor 6+ Jahren Internet Explorer aber der ist zum Glück Geschichte) - Apple hat allerdings die letzten 3 Jahre massiv viel Geld in die Weiterentwicklung WebKit / Safari gepumpt inzwischen ist Firefox tatsächlich der Browser mit den wenigsten Funktionen.

    Und das Resultat davon sieht man schon oft, indem Webseiten einfach sagen hej sorry Firefox User supporten wir nicht, bitte nutze einen modernen Browser.

    Ein kleines Beispiel: Die CSS Zoom Eigenschaft kann Chromium seit Version 4 (Januar 2010), Safari kann es seit Juni 2009. Firefox hat es gnädigerweise nun 15 bzw. 14 Jahre später mit Version 126 eingeführt (Mai 2024). Und es gibt unzählige solcher Beispiele von Dingen die heute noch nicht in Firefox funktionieren aber in allen anderen Browsern halt wortwörtlich seit Jahren da sind.

    Und ja die CSS, HTML und Javascript Deklarationen (das sind alles rollende Standards wo quasi wöchentlich neue verabschiedet werden) ständig à jour zu halten ist extrem viel Arbeit. Mozilla muss aber nicht nur neues so schnell wie möglich implementieren sondern auch noch massiv viel nachholen was sie bisher nicht implementiert haben (hier grosses Lob an Apple, die das die letzten 3 Jahre wirklich ununterbrochen gemacht haben).

    Daher im Grunde müsste Mozilla mehr Entwickler einstellen und schneller arbeiten. Das war ja auch einer der Hauptgründe warum Microsoft die Entwicklung eines eigenen Browser aufgegeben hat, da sie massiv mehr Ressourcen hätten investieren müssen. Microsoft sah wohl wenig Potential dieses Investment zu refinanzieren - Apple schon.

    Linux Nutzer seit über 20 Jahren. I ❤️ Freedom!

    Praxisnahe Einblicke in Self Hosting, Linux und eigene Infrastruktur. Für Entwickler:innen und Macher:innen, die ihre digitale Souveränität selbst in die Hand nehmen. https://rueegger.me

  • Hast du dafür Beispiele? Ich kenne keinen einzigen Browser der von Grund auf von einem kleinen Team gewartet und weiterentwickelt wird.

    Mir ist da Ladybird durch den Kopf gegangen. Ich vermute, der Vergleich hinkt, aber nichtsdestotrotz ist es ein Browser. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass hier ein 3-stelliger Millionenbetrag bei der Entwicklung zur Verfügung steht.

    Und das Resultat davon sieht man schon oft, indem Webseiten einfach sagen hej sorry Firefox User supporten wir nicht, bitte nutze einen modernen Browser.

    Oh, dann hatte ich bis jetzt aber Glück. Ich glaube, dies hatte ich vor ein paar Jahren - 1 mal. Alle 5 Jahre mal eine Seite die nicht funktioniert. Hmm, damit kann ich leben. ;)

    Ich weiß was Du meinst, aber irgendwie kommt mir hier "Fortschritt um des Fortschrittswillen" in den Sinn. Klar, die Großen versuchen so die kleineren platt zu machen. Immer mehr Funktionen, deren Entwicklung immer mehr Geld kostet und die Diversität bleibt dabei auf der Strecke. Und wo ist der wirklich Vorteil dabei? Dass die Seiten immer bunter, schriller und überladender werden? Dafür braucht es dann wieder stärkere Geräte und schnelleres Internet. Der Inhalt wird dadurch aber auch nicht immer wirklich besser.

  • Die Frage ist aber, welche Suchmaschine könnte / sollte man als Alternative nutzen? Gibt es denn Suchmaschinen, die ohne die Ergebnisse von Google auskommen?

    Es gibt schon Suchmaschinen, die ihre Anfragen nicht weiterleiten und trotzdem gute Ergebnisse liefern.

    Es sind z. B. Monocles oder auch Searx.

    monocles search
    Searx Belgium

    Wer überprüfen möchte, welche Datenschutzmaßnahmen eine Webseite ergriffen hat, kann dies hier tun:

    Analysieren | Webbkoll - dataskydd.net

    Meine Standardsuchmaschine ist zur Zeit Monocles, mit vorbildlichen Datenschutzmaßnahmen.

  • Mir ist da Ladybird durch den Kopf gegangen. Ich vermute, der Vergleich hinkt, aber nichtsdestotrotz ist es ein Browser. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass hier ein 3-stelliger Millionenbetrag bei der Entwicklung zur Verfügung steht.

    Oh, dann hatte ich bis jetzt aber Glück. Ich glaube, dies hatte ich vor ein paar Jahren - 1 mal. Alle 5 Jahre mal eine Seite die nicht funktioniert. Hmm, damit kann ich leben. ;)

    Ich weiß was Du meinst, aber irgendwie kommt mir hier "Fortschritt um des Fortschrittswillen" in den Sinn. Klar, die Großen versuchen so die kleineren platt zu machen. Immer mehr Funktionen, deren Entwicklung immer mehr Geld kostet und die Diversität bleibt dabei auf der Strecke. Und wo ist der wirklich Vorteil dabei? Dass die Seiten immer bunter, schriller und überladender werden? Dafür braucht es dann wieder stärkere Geräte und schnelleres Internet. Der Inhalt wird dadurch aber auch nicht immer wirklich besser.

    Ladybird ist leider noch nocht so weit für einen wirklichen Produktiv Einsatz und das wird auch noch dauern.

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