Ubuntu Studio & Audio Interface in Betrieb nehmen - ich bin total lost ...

  • Hallo zusammen,

    Ich möchte gern auch in Bezug auf Audioaufnahme/-bearbeitung von Win & MAC auf Linux umstellen.
    Vielleicht auch mit Foto- und Videobearbeitung, das steht jedoch zunächst zurück.

    Seit einiger Zeit beschäftige ich mich daher mit Ubuntu Studio 24.04 LTS.

    Die Grundausstattung mit DAW, Plugins & Co. finde ich schon sehr interessant, meine Lizenz von Tracktion Wave läuft grundsätzlich auch ganz prima.
    Ardour & Reaper sind erwartungsgemäß kein Problem. Die Linux-Beta von Presonus One habe ich nicht ans Laufen bekommen, war aber auch nur neugierig.

    Vor der DAW steht natürlich die Inbetriebnahme des Audiointerface an und an dem Punkt steige ich bereits aus ... :/
    Ich finde zig Artikel und Videos aber alle teils alt oder nicht auf Ubuntu Studio zutreffend. Einige behandeln ALSA & PulseAudio andere JACK, qjackctl, Carla & Co. und viele weisen auf PipeWire als das zukünftige System hin, was aber wohl noch nicht ausgegoren und daher auch in Ubuntu Studio (noch) nicht präsent ist.

    Zuviel für jemandem, der es von Windows und Mac gewohnt ist, das Audiointerface anzustöpseln und in DAW & Co. sowie in der Tonaus- & -eingabesektion des OS gebrauchsfertig anzutreffen ....

    Mag sein, dass es in LINUX mit den Bordmitteln von Ubuntu Studio nahezu genauso einfach ist - ich krieg den Einstieg einfach nicht hin ...

    Ich habe mir extra ein Focusrite Scarlett 4i4 Gen 4 angeschafft, weil die Scarlettt's in vielen Quellen als CoreAudio-Geräte "out of the box" funktionierend beschrieben werden.
    Relativ aktuell hat Focusrite einem GitHub-Projekt finanziell & mit KnowHow unter die Arme gegriffen und bei der Treiberentwicklung geholfen.
    Aber auch dieses ALSA Scarlett2 ControlPanel habe ich nicht installiert bekommen ...

    Carla & Co. lassen mich nur mit großem Fragezeichen zurück - nichts zu sehen vom Audiointerface ...
    Offenbar bin ich zu blöd oder halt einfach nur zu unwissend und unfähig, die richtige Info zu finden 8o


    Ich will auch kein Tonstudio betreiben, sondern lerne zur Zeit E-Gitarre und wäre mit der Aufnahme in eine DAW und dem einen oder anderen PlugIn dabei schon vorerst zufrieden.

    Hat hier jemand Erfahrung und kann mir ein bisschen auf die Sprünge helfen ?
    Ein frisches, unverbasteltes Ubuntu Studio steht auf einem HP ProDesk Mini G3 400 (i3-7100 T3, 32 GB RAM und 256GB SSD) als Testsystem schnell zur Verfügung, ein Remotezugang via DWService.net-Freigabe wäre schnell eingerichtet.
    Wenn Ihr das professionell betreibt, bin ich natürlich gerne bereit, Eure Hilfe zu bezahlen.

    Wäre toll wenn mir jemand über diese Hürde helfen kann :)


    Liebe Grüße

    Pia

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    IT-verrückt, seitdem ich Ende der 80er Jahre auf dem Wohnzimmertisch meiner

    wenig begeisterten Eltern meinen ersten C64 eingeschaltet habe.

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    In unserem Haushalt tummelt sich beständig eine Unmenge an Hard- und Software.

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    Edited once, last by stromzoo (June 26, 2024 at 5:10 PM).

  • Ich benutze zwar nicht Kubuntu Studio aber habe mir unter Linux Mint mit Hilfe der kxstudio Repositories einen Laptop zum Musikmachen eingerichtet. Daher würde ich dir gerne helfen. Das Scarlett Audio Interface wird von Linux auf jeden Fall ohne weitere Treiber erkannt. Ich weiß nicht wie es unter Pipewire ist, ich benutze entweder Alsa mit Pulseaudio oder jack Deamon den ich mit Hilfe von qjackctl starte. Vielleicht hilft dir folgender Artikel (leider auf Englisch) ein bisschen weiter: https://sanderson.band/2017/09/04/foc…ux-home-studio/

    Um überhaupt zu starten würde ich mal in Audacity schauen, ob du nicht dein Scarlett Interface direkt sehen kannst. Das sollte zur Auswahl stehen nachdem du es angesteckt hast. Dann solltest du schon mal einfache Aufnahmen machen können. Wenn du den Rechner aber z.B. für Gitarre als Effektgerät benutzen willst musst du einen Lowlatency Kernel installiert haben (sollte in Ubuntu Studio eigentlich Standard sein) und entweden jackd oder Pipewire benutzen. Das versuchen wir im nächsten Schritt.

    Ich benutze auch Carla. Damit kann man seine unterschiedlichen Sounderzeuger und Effektgeräte verwalten und gemeinsam starten. Das würde ich erst ganz zum Schluss versuchen wenn du es denn brauchst.

    Soweit für heute, mal sehen, wie weit wir kommen. Viel Glück.

    Mint Mate auf ASUS Zenbook Flip UX360U; Armbian auf Banana Pi; Mint Cinnamon auf MS Surface Go

  • Hey Gerbil, das ist ja mega, dass Du mir dabei helfen magst !!!!
    Ich war auch schon mal gedanklich dabei, Ubuntu Studio erst einmal zur Seite zu legen und mit einem gängigen Ubuntu-Derivat zu schauen, wie weit ich denn da komme.

    Zu Audacity ... auch da tauchte das Scarlett in einer frischen Installation, bei der das Scarlett via USB dran hing, bisher nicht auf.
    Ich habe übrigens den MSD-Modus beim Focusrite ausgeschaltet. Der soll ja hinderlich sein, weil er (für Windows- oder MAC-Treiberinstallation) das Scarlett als USB-Storage-Device einklinkt.

    Ich habe heute Morgen DIESEN LINK gefunden, den ich noch einmal unter Ubuntu Studio verfolgen will, weil ein lsusb im Terminal mir doch das Scarlett angezeigt hat:

    Melde mich mit dem Ergebnis zurück ....

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    Edited once, last by stromzoo (June 27, 2024 at 11:26 AM).

  • Ich hatte das Focusrite Scarlet Gen3 mal in Betrieb. Wenn sich die Generation 4 nicht wesentlich unterscheidet sollten wir es eigentlich schaffen. Folgendes hab ich in meinem Notizen gefunden:

    Code
    Einrichten und Betrieb von Focusrite Scarlet Gen3 Audio Interface
    Infos zur Einrichtung und Betrieb finden sich hier und hier und hier. Letzteres ist auch die Github Seite des alsa-scarlett-gui Control-Pannels.
    Das Interface ist ab Kernel 5.14 benutzbar aber die Treiber werden nicht automatisch geladen. Hierzu muss die Datei 
    	/etc/modprobe.d/scarlett.conf
    angelegt werden mit der Zeile
    	options snd_usb_audio vid=0x1235 pid=0x8215 device_setup=1
    und danach gebootet oder das snd_usb_audio Kernel Modul neu geladen werden. Danach läßt sich das Interface z.B. in Audacity anwählen.
    
    Die alsa-scarlet GUI habe ich compiliert nach Anleitung. Die benötigt man unter anderem dazu, die Clock auf Internal (statt ADAT oder SPDIF) zu stellen sonst wird nichts gesampelt und damit auch keine Aussteuerung an den Hardware-LEDs angezeigt. Man könnte dies aber auch unter Windows umstellen und dann so lassen.

    Die drei Links, auf die ich im Text verwiesen habe und die sich im Codeblock nicht anlegen lassen sind:

    Focusrite Scarlett Gen 3 4i4 (and others) - LinuxMusicians

    Focusrite Scarlett Gen 2/3 Control Panel GUI - LinuxMusicians

    https://github.com/geoffreybennett/alsa-scarlett-gui/blob/master/USAGE.md

    Hoffe, das hilft erst mal weiter.

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  • Guten Morgen,

    Good news first : Es läuft :)

    Ich habe gestern die Scarlett2 GUI nach der gestern schon gelinkten Anleitung kompiliert.
    Auf die Änderungen in /etc/modprobe.d/scarlett.conf wird dort auch hingewiesen, falls sich ein Scarlett wie bei mir nicht zur Auswahl zeigt. Jedoch werden die 4. Gen.-Modelle dort nicht erwähnt (Blogbeitrag ist von 02.2024) , daher habe ich das auch erst einmal nicht gemacht.

    Vermutlich ist es auch gar nicht nötig gewesen, da es offenbar an etwas ganz Anderem gelegen hat .... nämlich an der Firmware-Version.

    Nach der Kompilierung der Scarlett2 GUI kam bei deren Start als Erstes der Hinweis, dass ein Firmware-Update notwendig sei. Ob es sich dabei um ein reguläres, OS-unabhängiges Update handelt, oder um ein spezielles für Linux habe ich bisher nicht nachvollzogen.

    Geoffrey Bennett stellt auch für dieses Firmware-Update eine entsprechende Quelle auf github bereit.
    Für welche Geräte die Firmware dort vorgehalten wird, wird aufgelistet.

    Jeder, der die Scarlett2-GUI kompilieren will, ist m.E. gut beraten, dieses Firmware-Update vorher vorzubereiten, indem der vorgegebene Speicherpfad erstellt wird, um die Daten dort abzulegen, wie auf github beschrieben.
    Da ich das natürlich nicht vorher gemacht hatte, musste ich an der Stelle den Prozess killen und die Firmwaredaten wie beschrieben hinterlegen, so dass die Scarlettt2-GUI darauf zugreifen kann, sobald die Notwendigkeit beim Start erkannt wird.

    Mit der Vorbereitung klappt der Update-Prozess beim Start der Scarlett2 GUI völlig problemlos und ist in kurzer Zeit abgeschlossen.
    Da es mein erstes Firmware-Update unter Linux mit einem gerade neu angeschafften, nicht gerade billigen Gerät und vor Allem mit herstellerfremder Software war, habe ich schon ein bisschen geschwitzt ... war aber unbegründet :)

    Die Scarlett2-GUI hängt sich bei mir leider beständig nach dem Start auf, da muss ich vielleicht noch einmal nacharbeiten bei Gelegenheit. Ob ich es brauche, weiß ich allerdings noch nicht. Danke daher auch für Deine Einschätzung & die Links dazu !

    Das Ergebnis des Firmware-Updates (ich denke, daran lag es) ist aber, dass das Scarlett jetzt überall dort, wo eine Auflistung von Ausgabe- & Eingabequellen geschieht, zur Auswahl bereit steht:

    In DAWs wie Audacity, Ardour & Tracktion Waveform via JACK funktioniert es offenbar problemlos jetzt.
    Meine Gitarre kann ich jetzt aufnehmen und Plugins laufen auch prima.
    Ebenso steht es im System für Audioausgabe und -eingabe zur Verfügung.


    GUITARIX habe ich mir auch angeschaut und wäre auch sehr interessant, aber da scheitere im am Verständnis des zuvor nötigen Routings or what ever ... da finde ich auch den Einstieg nicht.


    Vielen Dank vorerst einmal für Deine super Hilfe und Gedankenanstöße, das hat mich zuversichtlicher gemacht, das Ganze noch einmal anzugehen !!

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    Edited 3 times, last by stromzoo (June 28, 2024 at 9:50 AM).

  • Stark, das ging jetzt ja jetzt flott. Danke auch dafür, deine Vorgehen noch mal zu beschreiben!

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  • Gut zu wissen falls ich mir mal ein Scarlett zulegen. Lustigerweise wurde mein "billig" Behringer Audiointerface sofort erkannt und verhält sich genauso wie unter Windoof. Hätte ich ja nicht erwartet

  • Kann ich auch bestätigen ...

    Ich habe hier auch ein Behringer XENYX Control2 USB als Source- & Monitorcontroller in Betrieb. Wird auch ohne Probleme als Audiointerface erkannt (auch in Linux ... 8) ). Läuft seit Jahren stabil.

    Habe ich als Gebrauchtgerät auf Kleinanzeigen für 110 Euronen geschossen und bisher keine Minute bereut.

    Behringer finde ich immer beachtenswert und vor Allem preiswert :-).

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  • Sehe ich auch so. Mir reicht prinzipiell was das kleine Behringer kann. Irgendwann gibt es mal eins mit mehr Anschlüssen. Aber da schwanke ich tatsächlich zwischen Scarlett, Presonus und Behringer

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