Proxmox vs. Bare-Metal

  • Hallo zusammen,


    momentan läuft bei mir ein Homeserver mit Proxmox. Ich überlege mir aber, auf Ubuntu Server umzusteigen und bin etwas unsicher, ob das die besser Wahl ist.


    Proxmox ist (denke ich?) primär für den Enterprise-Bereich gedacht, weswegen das System nicht gerade sparsam mit den Systemressourcen umgeht.

    Nach der Installation von Proxmox (erneute Installation auf einem neuen Computer mit gleicher SSD) durfte ich feststellen, dass das System ordentlich Strom zieht und die SSD einen Verschleiss von 30% aufzeigt. Mit Hilfe des Internets habe ich versucht, das etwas einzudämmen. Ich bin kein Proxmox-Poweruser und brauche sicher nur einen Bruchteil des Funktionsumfang.

    Aktuell laufen die einzelnen Dienste und Docker aufgeteilt in LXC's und vier VM's. Mit einem LXC pro Dienst ist vieles ja auch "doppelt gemoppelt".

    Mein Plan wäre es, die Dienste direkt auf dem System zu installieren, die VM's sollen übernommen werden. Mit dem Tool "Cockpit" lässt sich einiges über ein WebUi konfigurieren, auch die VM's.


    Eure Gedanken zu folgenden Fragen würden mich daher sehr interessieren:

    1. Ist Ubuntu Server die bessere Option, wenn man keinen unnötigen Overhead möchte, oder nimmt sich das nicht viel, wenn Proxmox entsprechend "sparsam" konfiguriert ist?
    2. Wie groß seht ihr den Vorteil, einzelne Dienste getrennt in LXC's laufen zu lassen, anstatt zusammen?
    3. Hat jemand Erfahrung mit "Cockpit" und kann berichten wie sich das schlägt?
    4. Lont sich der Umstieg oder soll man es bleiben lassen?


    Viele Grüße

    Max

  • Also ich finde, dass Proxmox im Vergleich zu VMware ESXi deutlich besser für den Einsatz im privaten Homeserverbereich eingesetzt werden kann, da es deutlich geringere Anforderungen an die Hardware stellt bei gleichzeitig breiterer Kompatibilität zu Consumer-Hardware. Da Proxmox auf Debian basiert, kannst du den vielen Anleitungen im Internet (Suche nach "proxmox stromverbrauch reduzieren") folgen. Je nachdem, wie Du deine Dienste realisiert hast, müsstest du die jeweiligen VMs auch entsprechend hinsichtlich Stromverbrauch optimieren und den dazu passenden Anleitungen folgen. Bei mir hat das nicht viel gebracht, allerdings laufen meine beiden Homeserver (einmal Debian, einmal Proxmox) eh schon mit 3,5 bzw 7 W im Ruhemodus. Weitere Optimierungen würden nur den Netzwerkdurchsatz verringern.

    Wenn Du von "sparsam konfigurieren" sprichst, meinst du vermutlich den Stromverbrauch, oder liege ich da falsch?

    Prinzipiell sehe ich den Overhead nicht unbedingt in Proxmox, und mit Ubuntu Server wirst du meiner Meinung nach nicht viel einsparen und gegenüber Proxmox sogar noch die nette Web-GUI verlieren.

    Vielleicht wäre eine Umstrukturierung deiner Dienste hilfreicher, z.B. einen LXC für interne Dinge wie Samba, einen weiteren für Dienste nach draußen, und einen oder mehrere LXC für Docker-Anwendungen. Richtige VMs, die einen ganzen PC simulieren, würde ich vermeiden oder nur für Testzwecke verwenden.

    Du kannst ja auch skriptgesteuert VMs und Container herunterfahren, wenn sie nicht benötigt werden und natürlich auch starten, das spart auch Strom.

    Festplatten und SSDs sind Verschleißteile; im Serverbetrieb - sofern es darauf ankommt - würde ich diese redundant auslegen (oh, doppelter Stromverbrauch...) oder nach ein paar Jahren mal durch was "frisches" ersetzen und auf ein ordentliches Backup (sollte man eh haben) vertrauen.

  • ds71 Kann ich Unterschreiben.
    mein Proxmox läuft auf einem Intel I5 NUC MiniPc der von Hause aus schon sehr wenig Strom verbraucht. Je nachdem zwischen 10-16w.

    Man muss ja kein Rechenkünstler sein das die paar Euro im Jahr fast jeder stemmen kann wenn man es darauf anlegt. Man braucht auch wirklich keine potente Hardware für 10 VM´s. Die Oberfläche ist sehr gut gestaltet und man kann jede VM bei Bedarf hoch oder runter fahren.
    Ich war nie ein Dockerfan und habe das gemieden, seit 3 Jahren bei Proxmox allein durch die ganze Community finde ich das total Super und bin dadurch echt erleichtert.
    Alle Install-Scripte haben immer funktioniert und wie von ds71 angesprochen kann man Samba installieren und alles sichern frei nach Schnauze. Wie gesagt, man braucht keine super potente Hardware

  • Vielleicht sind ja auch TrueNAS und OpenMediaVault mal einen Blick wert; letztens habe ich mir beide angesehen und fand beide irgendwie nett. Homeserver-Interessierte kommen da mit den vielen Container-Vorlagen (Docker) sicher schnell zur eigenen NextCloud Instanz. Wenn man aber mal etwas Rechenzentrumslüftchen schnuppern möchte, kommt man wohl um ESXi oder Proxmox kaum herum.

    Noch ein Hinweis zu TrueNAS - im Gegensatz zu OMV braucht man getrennte Festplatten für System und Daten, also eine kleine SSD/SDCard plus eine weitere SSD/HDD. Könnte für die Extrem-Sparer relevant sein.

  • Bitte keine Consumer SSDs für Proxmox als VM/LXC platte nehmen. Du tötest die SSDs innerhalb von 1,5 Jahren oder weniger je nachdem wieviele VMs du hast. Glaub mir ich weiß wovon ich rede da alles auf einem Proxmox bei mir läuft selbst mein Main PC.

    Nein wenn du mehrere LXCs hast ist nicht alles doppelt gemoppelt aber halt auch nicht so klar zusammen wie Docker mit bspw Portainer. Wobei Docker auch in Proxmox geht aber eher Beta momentan noch. LXC hat aber auch seine Vorteile weil man easy backups ziehen kann. Dein Vorteil bei Proxmox ist einfach du abstrahierst deine Systeme von der Hardware. Mir ist es bspw scheiß egal ob der Host stirbt weil alle wichtigen Systeme samt meinem Main PC als Datei backup existieren. Mit hardware alleine kann man das nicht erreichen.

    Bildschirmfoto_20260429_234100.png

  • Hallo liebe Leute,


    vielen Dank (!!) für eure Antworten. Leider bin ich jetzt erst dazu gekommen zu antworten, da ich hier nich so oft aktiv bin.

    Wenn Du von "sparsam konfigurieren" sprichst, meinst du vermutlich den Stromverbrauch, oder liege ich da falsch?

    Mit sparsam meinte ich unter anderem dem Stromverbrauch.

    Um den Stromverbrauch zu reduzieren, hatte ich die "Scaling Governors" auf "poversave" gestellt. Damit hat sich der Stromverbrauch bei mir deutlich reduziert und auf ca. 10W eingependelt. Für zwei HDD's ist zudem ein Spindown eingerichtet. Der Spindown ist für meinen Anwendungsfall die bessere Wahl.

    Weitere "Sparmaßnamen" waren das deaktivieren der Dienste für die HA-Cluster Funktion und der Installation von "log2ram" in der Hoffnung, dass Log-Dateien die Systemplatte nicht zu arg beanspruchen.

    Prinzipiell sehe ich den Overhead nicht unbedingt in Proxmox, und mit Ubuntu Server wirst du meiner Meinung nach nicht viel einsparen und gegenüber Proxmox sogar noch die nette Web-GUI verlieren.

    Mein Gedanke war, dass Proxmox nicht das sparsamste System ist, aufgrund der Einsparmöglichkeiten von denen ich im Netz gelesen hatte.

    Wenn Ubuntu Server da kaum besser ist, werde ich wohl bei Proxmox bleiben.

    Bitte keine Consumer SSDs für Proxmox als VM/LXC platte nehmen.

    Ich hatte mir für Proxmox eine gute Consumer SSD besorgt, in der Hoffnung, das diese für den Anwendungsfall geeignet ist.


    Jetzt werde ich mich doch wohl nach einer neuen SSD umschauen.

    Auf eBay bin ich auf folgende SSD gestoßen: https://www.ebay.de/itm/227299333528

    Ist das ein guter Deal? Mit Unidays bekomme ich 10%, zudem kan ich das Teil auch abholen.


    Grüße max

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