[Ausgelagert] Diskussion rund um Ubuntu Pro

  • Dann sag mal einer, Debian würde nicht aktualisieren. Debian hält sein Versprechen und es gibt Sicherheitsaktualisierungen, betrifft auch LMDE, dort wurde, um beim Beispiel zu bleiben, VLC auf den neusten Stand aktualisiert. So sollte es immer sein bei Sicherheitsproblemen.

  • Ubuntu Pro gibt es nur für die Haupt-Ubuntu Version. Ubuntu mit Gnome

    Das ist generell richtig. Noch richtiger ist, und das ist auch nicht so sehr bekannt, dass nur Ubuntu selbst (Gnome) den LTS-Status genießt.

    Mit LTS ist nämlich nur das 'main' Repo abgedeckt und nur der GNOME-Desktop liegt in 'main'. Eben das, was Ubuntu selbst ausliefert.

    Ubuntu Pro erstreckt sich zusätzlich auf 'universe', welches sonst sehr stiefmütterlich behandelt wird. Da läuft es bei Debian sogar besser am Beispiel von vlc.

    Da 'universe' als gemeinsame Paketquelle für alle auf Ubuntu basierende Distributionen zugänglich ist, könnten auch andere Ableger davon profitieren. Es könnte aber auch sein, dass Ubuntu Pro nur für die Hautpversion gebucht werden kann.

  • Korrekt die LTS Release hatten noch nie garantierte Sicherheitsupdates für alles was in Universe liegt. Deswegen ist dieses 5 Jahre Sicherheitsversprechen von Linux Mint, ElementaryOS oder POP!OS im Grunde eine Lüge (Wenn du heute bei einer dieser Distros VLC über die Paketquellen installierst hast du offene Sicherheitslücken).

    Oh. Bedeutet das, wenn ich mir VLC auf Kubuntu installiere, ich die ungepatchte Version nutzen muss? :/

    kim88

    Du schreibst dazu:

    Nein nur für alles was offiziell Ubuntu heisst und nur für LTS Varianten. Also "Ubuntu Desktop", "Ubuntu Server", "Ubuntu Core", "Ubuntu Cloud Images" und "Ubuntu in WSL für Windows",

    Was nun? Nur bei dem wo Ubuntu draufsteht oder alle Ubuntubasierte?

  • Ubuntu Pro bietet bei Ubuntu mit Gnome (Hauptversion) auch nach den 5 Jahren LTS Support noch Aktualisierungen. Nutzt man das mit KDE Plasma hat man das nicht aber während der 3 Jahre KDE Support bekommt man Sicherheitslücken gefixt und zwar in Paketen die sowohl unter Gnome als auch KDE genutzt werden: zB VLC und FFmpeg

  • Was nun? Nur bei dem wo Ubuntu draufsteht oder alle Ubuntubasierte?

    OFFIZIELL nur für offizielles Ubuntu: Ubuntu Desktop (LTS), Ubuntu Server (LTS), Ubuntu Core und Ubuntu WSL für Windows.

    Mit gebastel bekommst du es unter Kubuntu, Xubuntu, etc zum laufen. Da gibt es aber keinen offiziellen Support dafür, und keine Garantie ob das Morgen dann auch noch geht.

    Und wie Kater richtig sagt, dein VLC unter Kubuntu wird 10 Jahre Sicherheitsupdates bekommen. Dein KDE aber nicht - auch nicht wenn du über gebastel Ubuntu Pro aktivierst.

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  • Kater

    Womit auch das geklärt ist. Ändert jedoch nicht das die Aussage von Fabian falsch ist.

    Die offizielle Kubuntu-LTS-Supportdauer beträgt nur 3 Jahre (das ist bei allen offiziellen Flavors so, seit vielen Jahren). Die KDE-spezifischen Pakete (Plasma, Frameworks, viele KDE-Apps) liegen im universe-Repository.
    Ubuntu Pro deckt bei Flavors/Kubuntu nicht die vollen erweiterten Updates für die „Kubuntu-Desktop-Bits“ ab. Es gibt nur erweiterte Security-Fixes für die zugrunde liegende Ubuntu-Basis (die main-Pakete). Die reinen KDE-Pakete erhalten keine vergleichbare langfristige ESM-Erweiterung wie bei der GNOME-Hauptversion.

    Quelle:

    Is Kubuntu supported under Ubuntu Pro and ESM? - Kubuntu Forums
    I see from your "Currently Supported Releases" page that release 22.04 (Jammy Jellyfish) will no longer be supported after April. But there is now…
    www.kubuntuforums.net
  • kim88

    Am 13. Juni 2024 gab es bei mir mit Kubuntu 22.04 und ESM Updates:

    Verwechsle ich ESM mit Pro? 🤔

  • Nein drücke ich mich so falsch aus? Oder undeutlich aus?

    OFFIZIELL ich hab es sogar extra im Beitrag vorher fett geschrieben.

    Daher nochmal Canonical bietet Ubuntu Pro OFFIZIELL nur für Ubuntu Desktop (LTS), Ubuntu Server (LTS), Ubuntu Core und Ubuntu WSL für Windows an.

    Ja man bekommt Ubuntu Pro auch auf einem Kubuntu, Xubuntu oder sonstwas aktiviert. Aber (und extra nochmal FETT) OHNE SUPPORT dafür. Es gibt auch KEINE GARANTIE dafür, dass das Morgen noch mit Kubuntu, Xubuntu, etc läuft. Daher eine gefundene Sicherheitslücke im Dateimanager Thunar von XFCE wird nicht nach 10 Jahren immer noch gefixt.

    Und ebenfalls wichtig. Du bekommst die Ubuntu Pro Updates unter Kubuntu wie eben z.B. VLC oder ffmpeg, etc - aber eben nicht für die Pakete die den KDE oder XFCE, etc Desktop bilden.

    Wenn man Ubuntu Pro "mit Support" kauft und dann eine Support-Session mit dem Support Team startet und die sehen dass du KDE, XFCE oder sowas verwendest. Wird der Support abgebrochen. Weil der Support nur für die offiziellen Ubuntu Versionen gilt - nicht für die Community Versionen.

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  • Daher eine gefundene Sicherheitslücke im Dateimanager Thunar von XFCE wird nicht nach 10 Jahren immer noch gefixt.

    Du bekommst die Ubuntu Pro Updates unter Kubuntu wie eben z.B. VLC oder ffmpeg, etc - aber eben nicht für die Pakete die den KDE oder XFCE, etc Desktop bilden.

    Und wenn ich das richtig mitgenommen habe, dann benötigt man ja auch 10 Jahre keine Sicherheitsupdates, weil man spätestens nach 2 Jahren eine neue LTS-Version bekommt oder nach 6 Monaten eine neue STS-Version da ist, die sowieso andere Versionsstände mitbringt.

  • Selbst zitiert

    Die offizielle Kubuntu-LTS-Supportdauer beträgt nur 3 Jahre

    und dann das:

    … bei mir mit Kubuntu 22.04 …

    Das sind vier Jahre. Also raus aus dem Support. Da nützt ESM auch nichts.

    --

    Eine Sache ist mir noch zu unklar raus gekommen. Mit Ubuntu Pro möchte Canonical sicher Leute an sich binden und die Trittbrefahrer Mint, Zorin, Pop & Co. etwas ausbremsen.

    Dabei sollte jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass Ubuntu Pro das gesamte „universe“ mit Sicherheitsaktualisierungen abgedeckt würde. Nee! Nur ein paar ausgewählte Anwendungen, die zugegebenermaßen zu den meistgenutzten zählen. Und wenn sich jemand findet, der dafür bezahlt, dass eine Anwendung gepacht wird, dann eben auch diese. Vermutlich jedoch nur so lange, wie der Geldfluss nicht versiegt.

    Also für mich bleibt LTS ein Werbeversprechen, bei dem viele nur auf den Unterstützungszeitraum gucken („Boah, so lang!“) und dabei völlig vergessen das Kleingedruckte zu lesen. Fünf Jahre nur für „main“ und „restricted“, neun Monate für „universe“, es sei denn, ein Flavour hat für seine Pakete drei Jahre versprochen. Dann sind es auf dem „Papier” drei Jahre. Ob dann tatsächlich etwas gepflegt wird, steht auf einem anderen Blatt. Bei den größeren Desktopumgebungen KDE Plasma und Xfce kommt dann auch etwas. Bei den kleineren ist das mal so, mal so. – Alles was über den Standard Support hinaus geht, ist für mich Augenwischerei. Egal, ob auf der Packung Pro, ESM oder extended steht.

    Mit Ubuntu Pro wird die Situation, dass „universe“ vor sich hin gammelt, ein wenig gemildert. Aber wirkliche Abhilfe sehe ich darin nicht. Da ich auch weder einen Server betreibe noch GNOME verwende, sondern eine Geschmacksrichtung, nutze ich *buntu STS.

    Mit STS erhält man aktuellere Anwendungen. Und die Sprünge zwischen den Versionen sind kleiner, weshalb das ReleaseUpgrade auf die neuere Version auch mit weniger Risiko behaftet ist. – Naja, meistens jedenfalls. Im Falle von Unity, einem abgestorbenen Zweig einer Desktopumgebung, hat man gesehen, dass das Upgrade von 25.04 auf 25.10 eben doch fehlerbehaftet sein kann. Was aber an dem toten Pferd Unity lag. Nur scheint dessen Nachfolger Lomiri wohl auch noch nicht so richtig einsatzbereit.

    Sollte etwas unklar sein, gerne noch mal nachfragen.

  • Nochmal eine Frage. Mit Gefrickel könnte ich Ubuntu Pro also auch bei kubuntu, etc. aktivieren.

    Das 'universe' Repo bekommt dadurch häufigere Updates.

    Ich denke aber mal, dass diese Pro-Updates sich ganz bestimmt nur auf Software-Pakete beziehen und nicht auf Desktop-Komponenten.

    KDE, Cinnamon, Xfce, etc. liegen zwar auch in 'universe', aber warum sollte Canonical da was tun.

    Offiziell ist es eben nur für Ubuntu-Original und der Ubuntu-Desktop (gleiches Meta-Paket ubuntu-desktop) ist GNOME und nix anderes.

  • Eine Sache ist mir noch zu unklar raus gekommen. Mit Ubuntu Pro möchte Canonical sicher Leute an sich binden und die Trittbrefahrer Mint, Zorin, Pop & Co. etwas ausbremsen.

    Ist vielleicht ein netter Nebeneffekt, aber ich bezweifle, dass das die Intention war. Da würde es viel einfachere Möglichkeiten geben - wie z.b. PipeWire und PulseAudio nur noch als Snap ausliefern. Dann hätten Mint & Co plötzlich kein funktionierendes Audio mehr.

    Canonical profitiert indirekt auch von Linux Mint und Co, da die ja in der Regel nur Desktop und Hintergrundbild ändern - aber nicht am Grundsystem basteln. systemD, Netplan, etc all die Dinge die Ubuntu nutzt sind so mehr verbreitet und werden beim Entwickeln von Drittsoftware so auch berücksichtig.

    Es gibt es wirklich oft genug das du für Ubuntu & Co ein DEB auf einer Webseite findest aber kein RPM für Fedora.


    Mit Ubuntu Pro wird die Situation, dass „universe“ vor sich hin gammelt, ein wenig gemildert. Aber wirkliche Abhilfe sehe ich darin nicht. Da ich auch weder einen Server betreibe noch GNOME verwende, sondern eine Geschmacksrichtung, nutze ich *buntu STS.

    Am Ende muss man hier sicherlich die Zielgruppe sehen. Ubuntu Pro ist defacto "Enterprise" Software. Das ist im Grunde das was Red Hat und Suse Linux Enterprise anbieten. Nur das Ubuntu viel viel viel mehr Pakete pflegt.

    Ubuntu LTS: Hat um die 60'000 Pakete im Repo (klaar hier kann man noch die Community Desktops abziehen) aber selbst dann dürften es noch um die 50'0000 sein.

    Red Hat hat: um die 15'000 Pakete

    und Suse um die 20000

    Und ja Suse und Red Hat haben nur einen Desktop (Gnome) in ihrem Repos aber dennoch sind die Unterschiede gewaltig. Sprich wenn du RH oder SLES nutzt bist du schnell auf Drittanbieter-Quellen angewiesen - oder musst für dein Zeug eigene Paketquellen pflegen (ich spreche hier aus Erfahrung).


    Daher Ubuntu ist in erster Linie ein Enterprise System für Enterprise Kunden. Mit dem netten Zusatz, dass du es eben auch ohne Paywall im vollem Umfang nutzen kannst.

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  • Mint entwickelt aber eigene apt-Tools. apturl, aptkit, captain. Die wurschteln da schon tief im System rum und tauschen nicht nur den Desktop.

    Gut, das wird Canonical egal sein, bei denen wird apt bald über Bord geschmissen. Da braucht es dann wohl die minteigenen Werkzeuge.


    Zorin OS könnte aber gut mit Ubuntu Pro funktionieren. Desktop ist schleßlich GNOME, die Kernkomponenten nehmen sie aus Ubuntu main, Softwareausstattung auch weitestgehend Ubuntu-like, snapd haben sie auch aktiviert.

    Edited once, last by kim88: Ein Beitrag von dphn mit diesem Beitrag zusammengefügt. (April 20, 2026 at 8:34 PM).

  • Mint entwickelt aber eigene apt-Tools. apturl, aptkit, captain. Die wurschteln da schon tief im System rum und tauschen nicht nur den Desktop.

    Also "apturl" ist eine Erfindung von Canonical die mit Ubuntu 7.10 (Oktober 2007) eingeführt wurde: https://wiki.ubuntu.com/AptUrl. AptKit und Captain sind allerdings Mint eigene Tools. Wobei Aptkit definitiv relevant ist. Capatin ist nur eine GUI für DPKG - die ist schnell gebaut und von denen gibt es viele - nun halt noch eine mehr.


    Zorin OS könnte aber gut mit Ubuntu Pro funktionieren. Desktop ist schleßlich GNOME, die Kernkomponenten nehmen sie aus Ubuntu main, Softwareausstattung auch weitestgehend Ubuntu-like, snapd haben sie auch aktiviert.

    Ich hatte mel eben etwas Spass in einer VM. Also du bekommst es weitgehend aktiviert:

    Allerdings würde ich davon abraten. ZorinOS liefert einige eigene Gnome Pakete aus. Wie z.b. das gnome-control-center, wo sie den Quellcode an ihre Bedürfnisse anpassen und sich von der Ubuntu ausgelieferten Version unterscheidet.

    Wenn nun ein Pro-Update für dieses Paket kommt - überschreibt es die Version von Zorin OS was zu Fehlern führen kann.

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  • kim88 Super. Danke für die Recherche und fürs Ausprobieren.

    Wenn nun ein Pro-Update für dieses Paket kommt - überschreibt es die Version von Zorin OS was zu Fehlern führen kann.

    Da müsste man mal gucken, ob für die Zorin eigenen Gnome-Pakete Pins gesetzt sind. (/etc/apt/preferences.d)

    Wenn nicht, könnte man die auf z.B. auf 600 pinnen, dann hat immer das Zorin-Paket Vorrang. Ich denke, dass man sogar das ganze Zorin-Repo so aussteuern könnte. Sind ja keine inkompatiblen Pakete drin, sondern nur Zusatzausstattung.

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