Festplattenwahl und Formatierung

  • Hallo zusammen,

    hier kommt noch mehr Frischfleisch, das sich in euer Forum verirrt hat. ^^

    Vor ein paar Tagen ging mir mein Windows mal wieder so sehr auf den Geist, dass ich heute Morgen eine Sicherung aller wichtigen privaten Daten durchgeführt habe, um das Experiment „Linux“ zu starten. Da wir zwei PC besitzen, möchte ich meinen vollständig von Windows lösen und unabhängiger von den großen Big-Tech-Firmen werden. Wenn es sich bei mir bewährt, kann ich eventuell auch die alten Rechner meiner Schwiegereltern retten.

    Eine erste Orientierung habe ich auf linuxguides.de gefunden und die ISO für Linux Mint Cinnamon auf den USB-Stick gespielt. Im Installer von Linux möchte ich aber bei der Festplattenwahl und Formatierung ungerne einen Fehler machen.

    Mein PC hat zwei SSD mit exakt selber Bezeichnung. Auf C: liegt das Betriebssystem sowie die meisten Programme. Auf D: sind überwiegend Spielr installiert. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch auf D: normale Programme liegen.

    Ich habe bereits erfahren, dass es unter Linux kein C: und D: gibt, zumindest im Zusammenhang mit einem /home. Ich verstehe es so, dass /home die Hauptplatte bestimmt. Das hat aber erstmal nichts mit der Installation zu tun, meine ich.

    Konkret möchte ich fragen, ob Linux auf einer ausgewählten SSD installieren kann und gleichzeitig die zweite SSD formatieren kann? Im erweiterten Installationsverzeichnis kann ich die Bestimmung der Platten für Auslagerung und Ähnliches auswählen.

    Nach reiflichem Googeln bin ich leider nicht viel schlauer geworden. Eine Alternative wäre noch, Linux zu installieren und dann im normal laufenden Betrieb die verbliebene SSD zu formatieren, geht das? Hier habe ich Bedenken aufgrund der evtl. dort liegenden Programme, die unter Windows genutzt wurden.

    Vielen vielen Dank im Voraus für eure Unterstützung. :saint:


    Viele Grüße

    Farjust

  • In Punkto Festplattenbezeichnungen musst du unter Linux komplett umdenken. Vielleicht hilft dir das hier weiter:
    Datenträger › Wiki › ubuntuusers.de

    Wenn es um das Dateiformat geht hilft dir sicher dieser Link hier weiter:
    Formatieren › Wiki › ubuntuusers.de

    Und bedenke eines:
    Linux ist nicht Windows und wer Linux verwenden will muss Zeit und Lernbereitschaft mitbringen.
    Die Belohnung dafür ist aber ein tolles Betriebssystem.

    „Hier für die Community, das gemeinsame Hobby und ein gutes Miteinander.“ ☕

  • Also, dann hier mein kleiner Tipp zu Einstieg.

    Tuxine hat dir ja schon zwei gute Links zu Datenträger und Formatierung gepostet.

    Wenn du auf dem Rechner Windows komplett gegen Linux Mint tauschen willst, ist es wirklich sehr einfach.

    Einfachste Weg:

    Während der Installation bei der entsprechenden Abfrage einfach die Platte auswählen auf der du Linux installieren willst, und anwählen "Platte löschen und komplett für Linux nutzen" oder so ähnlich, dann richtet der Installer dir das nach Standard ein.

    Die zweite Platte würde dann unter dem installierten Mint formatiert.

    Und immer dran denke Ruhe bewahren, Linux ist nicht Windows, aber man kann alles mit etwas Hilfe lernen.😎

    Rege dich nicht über Andere auf!, das Leben ist zu kurz dafür!

    Ich ignoriere Beiträge mir "KI generierten Inhalt" !🙄

    Meine Systeme:

    Produktiv System: GMKtec NucBox K8 Plus Mini PC AMD Ryzen 7 8845HS 96GB RAM 780M GPU mit CachyOS KDE6

    HTPC: Intel NUC mit Q4OS mit KDE an UHD Fernseher

    Gamesystem: Steamdeck LCD mit 512GB SSD mit Dockingstation und XQHD Monitor.

  • Ich bin auch ein newbie. Mir hat hier tempograd sehr geholfen die Stolpersteine aufzuzeigen und dann hat mir unter Google Suche der IT Service Meroth sehr geholfen. Allerdings habe ich nicht gelesen welche Distro du installieren willst. Wünsche dir viel Glück. Es wird dir gelingen. Man muss erst lesen und Infos sammeln. Ich habe es auch geschafft und ich hatte Null Ahnung von System Admin. Mit dem Forum hier und weiteren Infos sammeln wirst du auch fündig werden.

    LG Adhline

  • möchte ich meinen vollständig von Windows lösen und unabhängiger von den großen Big-Tech-Firmen werden.

    Nun ja, Letzteres ist immer so eine Sache... GNU/Linux ist ein Betriebssystem, das maßgeblich von "den großen Big-Tech-Firmen" (vor allem Google, Meta und IBM/Red Hat) weiterentwickelt wird und vollständig unter US-Jurisdiktion steht. Das funktioniert so also schon mal nicht. :)

    Aber:

    Sicher hast du unter Linux (noch?) deutlich mehr Möglichkeiten, den Beglückungsideen deines jeweiligen Distributors zu entgehen. Beispiel: Wenn die Macher von Mint jemals einen "Linux-Copilot" oder so ähnlich integrieren sollten, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass es eine Möglichkeit geben wird, diesen auch wieder loszuwerden, ohne das komplette System formatieren zu müssen. So gesehen ist dein Schritt sicher kein falscher.

    Ich habe bereits erfahren, dass es unter Linux kein C: und D: gibt

    Es gibt unter auf dem V7-UNIX-Dateisystem basierenden Systemen wie den BSDs und GNU/Linux tatsächlich "nur" ein einziges Dateisystem, das wie ein Baum aufgebaut ist. Die Wurzel ist "/", alles Weitere hängt von manchem ab, unter anderem der Distribution. Die zweite SSD wirst du als Gerät wahrscheinlich unter /dev finden, ebenso die erste, aber welcher Ordner wo liegt, ist komplett abhängig von dir. (/dev brauchst du im Alltag gar nicht zu beachten.) Dein /home (ungefähr das Gleiche wie C:\Users\DeinUser) kann auf der ersten SSD, auf der zweiten SSD oder irgendwo im Netzwerk hängen (das ist aber ein bisschen schwieriger), du kannst aber auch alles komplett auf der ersten oder zweiten SSD installieren und die andere dann einfach als Datengrab weiternutzen.

  • Und bedenke eines:
    Linux ist nicht Windows und wer Linux verwenden will muss Zeit und Lernbereitschaft mitbringen.
    Die Belohnung dafür ist aber ein tolles Betriebssystem.

    Jetzt muss ich meinen Senf wiedermal dazugeben.

    Wenn man auf ein anderes Betriebssystem wechselt ist einiges anders, das ist so und sollte jedem klar sein. Das es unter Linux keine Laufwerksbuchstaben gibt, wusste ich und ich denke, das wissen viele. Das Terminal habe ich auch nie gebraucht und so schwierig ist es auch nicht. Es ist eher wie die Eingabeaufforderung unter Windows. Mint ist eben ausgelegt für "Klickibunti". Ich hätte nie gedacht, daß der Umstieg so einfach ist. Da er als Distri Mint wählte, sollte er keine Probleme haben und wenn doch kann er jederzeit fragen. Wenn er mit Arch anfängt, "autsch". :D Da trifft Deine Aussage voll zu. Wenn man kein Gaspedal am Fahrrad erwartet sollte es funzen.

    Bevor ich zu seiner weiteren Problematik der Festplatten etwas falsches sage, halte ich mich lieber raus.

  • GNU/Linux ist ein Betriebssystem, das maßgeblich von "den großen Big-Tech-Firmen" (vor allem Google, Meta und IBM/Red Hat) weiterentwickelt wird und vollständig unter US-Jurisdiktion steht. Das funktioniert so also schon mal nicht.

    Ist nicht falsch, aber mMn auch nicht komplett richtig, bzw nicht so einfach. Zwar sitzt die Linux Foundation in den USA, allerdings steht das Ganze ja unter GNU GPL und ist somit eine Art rechtliches Werkzeug, welches global gültig ist. Entwickler außerhalb der USA behalten also ihr Urheberrecht (die in den USA natürlich auch). Und was sollen die USA machen? Stecker ziehen geht nicht und da es Open Source ist, könnte man jederzeit alles forken. Also rechtlich gesehen trifft das sicher zu, ich sehe hier allerdings nicht, wie das Ganze uns jetzt negativ beeinflussen sollte. Zumindest nicht spürbar und direkt. Und auch wenn der Großteil vermutlich wirklich von den großen Firmen gestemmt wird, gibt es ja dennoch unzählige kleine und unabhängige Entwickler. Wobei hier ein Blick hinter die Kulissen sicher spannend wäre.

    Farjust Kleiner Tipp zur Identifikation, der mit als Anfänger damals mehrfach geholfen hat. In der Regel legt Windows ja mindestens 3 Partitionen an. Wenn dir bei der Installation in der Festplattenauswahl die Frage gestellt wird und du eine Platte wählst, wird dir bei den meisten Installern die Partitionierung angezeigt. Wenn du also auf einer SSD am Anfang 2 oder 3 kleine und dann eine große Partition siehst, kannst du davon ausgehen, dass dies die Platte mit einem vorhandenen OS ist. Ich habe Mint schon lange nicht mehr installiert, glaube aber, dass es dort eine Auflistung in Tabellenform gibt. Bei anderen Installern wird dir eine Art grafischer Balken angezeigt, der von links nach rechts die Partitionen der gewählten Platte anzeigt. Das ist so ein richtiger Anfängertipp und es gibt sicher andere Möglichkeiten - ich selbst fand es so als Anfänger aber immer leicht, die "Systemplatte" zu identifizieren. Insbesondere wenn es zweimal die selbe ist.

  • Ist nicht falsch, aber mMn auch nicht komplett richtig, bzw nicht so einfach. Zwar sitzt die Linux Foundation in den USA, allerdings steht das Ganze ja unter GNU GPL und ist somit eine Art rechtliches Werkzeug, welches global gültig ist.

    „Ja, aber…“

    Anders als zum Beispiel OpenBSD ist Linux (der Kernel) - eben, weil sowohl der Chefentwickler als auch der Rechteinhaber in den USA sitzen - an US-Recht gebunden, so muss es etwa US-Sanktionslisten berücksichtigen (was bedeutet, dass der US-Präsident de facto entscheiden darf, wer den Kernel entwickeln darf). Zuletzt war das ein Thema, als russische Entwickler rausgeworfen werden mussten:


    Natürlich: Linux steht großteils unter der GPL, man könnte es einfach forken. Das ist aber ein Heidenaufwand, den bisher niemand gewagt hat, der nicht in den USA säße.

  • Nach reiflichem Googeln bin ich leider nicht viel schlauer geworden. Eine Alternative wäre noch, Linux zu installieren und dann im normal laufenden Betrieb die verbliebene SSD zu formatieren, geht das? Hier habe ich Bedenken aufgrund der evtl. dort liegenden Programme, die unter Windows genutzt wurden.

    Auch wenn Du den Thread ein wenig von Adhline kaperst, Du bist ja schon ein Stück weit gekommen.

    Wenn du meiner Anleitung folgst, dann kann eigentlich nicht viel schief gehen.

    Grundsätzlich solltest du dich der Einfachheit halber für eine deiner SSD's entscheiden und Linux ( / und /home) darauf installieren.

    Da die meisten Linux-Distributionen recht sparsam sind mit Speicherbedarf (anders als Windows) wäre es schlicht Verschwendung eine ganze SSD nur für das System zu verwenden. Es würden selbst mit vielen Programmen nur 20-30 GB davon benutzt, der Rest würde schlicht "brachliegen".

    Da du nicht neben Windows installieren willst, sondern dieses ersetzen möchtest kannst du das auch gleich im Installer auswählen. Die SSD wird dann im Installationsprozess formatiert und überschrieben. Windows ist dann Geschichte. Die zweite SSD ist davon erstmal nicht betroffen, alle Inhalte bleiben unverändert erhalten.

    Meist wird aber die manuelle Aufteilung der zu beschreibenden Platte empfohlen. Also eine manuelle Zuweisung von "/" (= System-Partition) und "/home" (= persönlicher Ordner), bzw. ggf. falls nötig noch eine Swap (= Auslagerungspartition). Anders als bei Windows ist so nicht alles auf "einem Schiff" und sinkt, wenn es mal nen Eisberg rammt.

    Willst du schließlich auch die zweite SSD löschen, empfiehlt sich nach der Installation von Linux diese "platt" zu machen soweit du die Daten gesichert hast und nicht mehr brauchst. Die Spiele wirst du mit Linux so oder so nicht mehr verwenden können, es sei denn ggf. via Wine, falls sie denn damit funktionieren und sich überhaupt installieren lassen. Zur Löschung empfiehlt sich das Tool "Laufwerke" das mit im Lieferumfang von Mint zu finden ist oder ggf. auch das Tool "Gparted" (muss i.d.R. über die Anwendungsverwaltung nachinstalliert werden).

    "Es gibt ein Prinzip, das als Schranke gegen jede Information dient, als Beweis gegen jedes Argument und das niemals fehlschlagen wird die Menschheit in immerwährender Unwissenheit zu halten, dieses Prinzip heißt: Verurteilung vor der Untersuchung." Carl Sagan

  • @Farjust

    Wenn Du tatsächlich nur Windows gegen Linux tauschen möchtest, ist im wesentlichen schon alles von den Vorpostern gesagt. Einfach mit dem vorbereiteten Stick starten und Linux Mint per Installer-Programm anstelle von Windows installieren lassen (achte darauf, dass auch wirklich die bisherige Windows-SSD selektiert ist).

    Sofern Secure Boot eingeschaltet ist, dieses besser vor der Installation abschalten. Und auch danach so belassen. Secure Boot sorgt nämlich unter Linux immer mal wieder für Probleme, ohne dass es einen tatsächlich nachweisbaren Nutzen hätte.

    Eine Linux-Installation unter UEFI erfordert zwingend nur zwei Partitionen. Eine kleine EFI-Partition für den Startmechnismus des Betriebssystems und eine große für das eigentliche Betriebssystem. Extra Partitionen für Home oder Swap sind hingegen optional. Wenn keine extra Home-Partition eingerichtet wird, landen deren Ordner ganz normal auf der Install-Partition (also im Prinzip wie bei Windows, wo die Benutzerverzeichnisse standardmäßig auf C: geschrieben werden.) Über Vor- und Nachteile einer separaten Home-Partition ließen sich ganze Bücher schreiben. Letztendlich kommt es immer auf das eigene Nutzerverhalten an. Für mich beispielsweise bieten separate Home-Partitionen keine Vorteile. Weswegen ich diese Methode nach einmaligen Versuch wieder aufgegeben hatte.

    Die Partitionen auf der zweiten SSD bleiben auch nach der Linux-Installation zugreifbar. Linux kann nämlich NTFS-Partitionen lesen und beschreiben. (Sodass erstmal kein Neuaufbau dieser Disk vonnöten wäre.) Eventuell muss der Zugriff noch über das 'Laufwerke'-Tool freigeschaltet werden. Aber unter Mint habe ich das noch nie machen müssen. Im Gegenteil, da muss ich stattdessen einstellen, welche Partitionen nicht sichtbar sein oder erst nach Passworteingabe eingehängt werden sollen.

    Solltest Du aber Windows zumindest vorerst noch neben Linux behalten wollen (DualBoot), wären mehr Informationen erforderlich für konkrete Ratschläge (z.B. Größe der SSDs, deren momentane Partitionierung, Betriebsmodus UEFI oder Legacy).

  • Ich möchte mich vielmals für die vielen hilfreichen Antworten, Tipps und Links bedanken.

    Ich habe gestern noch viel im Internet gelesen, war dann aber doch zögerlich. Heute habe ich Linux auf ehemals D: installiert, sodass ich es dort in Ruhe ausprobieren und bei Bedarf auf Windows zurückgreifen kann.

    Nochmals besten Dank. ^^

  • Ich möchte mich vielmals für die vielen hilfreichen Antworten, Tipps und Links bedanken.

    Ich habe gestern noch viel im Internet gelesen, war dann aber doch zögerlich. Heute habe ich Linux auf ehemals D: installiert, sodass ich es dort in Ruhe ausprobieren und bei Bedarf auf Windows zurückgreifen kann.

    Nochmals besten Dank. ^^

    Freut mich , dass es geklappt hat.

    Ich habe mir auch schon Jahrelang vorgenommen , dass wenn ich in den Ruhestand gehe ich dann auf Linux wechsle , da mein PC sowieso kein Win 11 mag. Und ich habe mich damals für Linux Mint entschieden.

    Ich muss sagen , dass ich es nach fast drei Jahren noch nicht bereut habe und wenn es Fragen und Probleme gibt wird Dir hier im Forum immer weiter geholfen.

    In diesem Sinn weiterhin viel Spaß und viel Erfolg mit Linux.

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