Ein paar Gedanken eines Noobs zum Thema Wechsel von W11 zu Linux und warum soviele wieder zurückspringen

  • Braucht noch jemand etwas sehr individuellen Senf ??? 😉

    Ungefähr 2012 zeigte mir ein Kollege ein Preview-Image von Windows 8 und damit stand für mich fest: ich muss mich ändern, denn was ich da gesehen habe, hat mich als langjährigen Windows User massiv abgeschreckt. Apple kam für ich mich niemals in Frage (und wird es auch nie) und somit kam nur Linux in Frage.

    Der erste Versuch scheiterte krachend und ich kroch zu W7 zurück 😞😄 2018 habe ich es dann nochmal versucht und Ubuntu installiert. Und ja es ist anstrengend, man braucht Frustrationstoleranz, man muss Redundanzen schaffen, denn man wird das System zerschießen und man muss sich neue Wege suchen, um sich von den gold lackierten Käfigen unabhängig zu machen. Alles Tugenden, die man auch im "realen" Leben (leider) gut gebrauchen kann. Und ich bin jemand, der seit den frühen 90ern vor einem Rechner sitzt und an vielen Systemen gefummelt hat. Trotzdem hat mir der Umstieg viel abverlangt. Die immense Vielfalt im Linux-Universum, die ich als große Stärke auffasse, macht es am Anfang vielleicht eher schwierig, den "richtigen Weg" zu finden.

    Ich persönlich hatte die größten Entzugserscheinungen beim Thema Audio-Player. Amarok ist das einzige, was meinem geliebten WinAmp nahe kommt, aber die Bookmark-Funktionen und das Handling großer MP3-Sammlungen ist bis heute nicht ganz auf WinAmp-Niveau. Aber egal - es läuft 😁

    Auch der Abschied von Adobe Lightroom war zunächst ein Schmerzpunkt für mich, aber da Adode im selben Zeitraum dankenswerterweise sein hochgradig unattraktives Abo-System eingeführt hat, wäre unsere Beziehung eh in die Brüche gegangen. Von daher sehe ich auch das mittlerweile entspannt.

    Und jetzt aber das Happy End:

    Heute bedaure ich nur noch, dass ich nicht schon 15 Jahre früher gewechselt habe, als ich noch mehr Zeit hatte und noch nicht so viele geistige Wege derart ausgelatscht waren, dass sie einem alternativlos erscheinen. Klar gibt es immer noch mal Frusterlebnisse aber die werden weniger. Und jedesmal wenn ich auf der Arbeit vor meinem W11 System sitze und mir dieses völlig fehlentwickelte System zusammen mit dem ebenso bescheuerten MS Office ansehe, dann erfüllt mich ein warmes Glücksgefühl und ich freue mich auf meine heimischen Linux-Rechner ♥️🐧😊

  • Heutzutage ist Linux von der Bedienbarkeit und Softwareausstattung wirklich kein Thema mehr. Als ich den Wechsel vollzog, seinerseits von Windows2000 zu Suse, und kurze Zeit später zu Debian, war das noch völlig anders. Steile Lernkurven, wie Laufwerke einbinden, Grafikkartentreiber, LAN Support..., etc. Zudem war die Gui signifikant anders, für Ästheten wie mich war das schon heftig. Dies änderte sich erst mit KDE3. Ich habe mir die Finger wund geschrieben, Ordner mit Konsolenkommandos und Lösungswege angelegt, Bücher gekauft und mich Eingelesen. Beim Kauf neuer Hardware musste ich erstmal die Linux-Kompatibilität klären...
    Heute ist es einfach nur jammern auf hohem Niveau. Das hat aber nicht wirklich mit Linux an sich zu tun, viel mehr liegt es an der Bequemlichkeit der Umsteiger.
    Wissen ist eine Holschuld! Auch hier; nie war es einfacher an Informationen zu kommen, als heute. Wie oft bekam ich in diversen Foren die Antwort "RTFM"!
    Ich will hier niemand diskreditieren, aber wenn ich heute Distributionen wie Zorin anschaue, ist das nichts anderes als ein Wohnungswechsel in eine andere Stadt! Jammern auf hohem Niveau eben...

    Hardware

    Silent Base 802 - X870E Hero - Ryzen7 9800X3D - DarkRockPro5 - 2x16GB DDR5 - RX 9070 - DarkPower14 850W
    UltraGear 39" 3440x1440

  • Bei mir war es eher so, dass ich vorher kein Win11 hatte. Ich war noch bei meinem Rechner auf einer Vorgängerversion. Nun war es leider so, dass auf dem alten Rechner kein Win11 (offiziell) lief und auch so hatte er ein Alter, wo ich sagte: Jede Minute, die ich da rein stecke, ist "vergeudet". Er stieß zum Teil beim Stream-Anschauen an die Grenzen, wenn im Hintergrund noch was anderes lief. Eine Festplatte hätte ich auch nicht mehr neu bekommen, da er eine M.2-Sata-SSD hatte und die werden mittlerweile auch schon sehr RAR.
    Ich habe dabei schon länger das Debakel beobachtet, welches mit Win11 erschien (ReCall, Copilot, KI etc).

    So hab ich mir einen neuen Rechner gekauft. Dabei achtete ich schon von Anfang an auf Leistung und Flexibilität. Als Erstes habe ich das vorinstallierte Windows gestartet und mir das mal angesehen und gedacht: Hab ich mir da eine Spionage-Litfass-Säule gekauft oder einen Vormund.
    Nach nicht mal 2 Stunden griff ich zum USB-Stick, packte dort Linux Mint drauf, kopierte vom alten PC meine Daten rüber und installierte letzteres im Dual-Boot.
    Danach MuFu installieren (Scanneinheit vom Drucker brauchte noch extra Software); Minecraft, DC und die Profile von TB und FF ins Linux integrieren. Seit dem ich dann auch noch Steam und Lutris am Laufen habe, bin ich so zufrieden, dass ich am Liebsten das Windows runter werfen würde.

    Win11 muss aber noch drauf bleiben, weil ich

    • so schneller sehe, ob ein Bios-/Firmwareupdate für den Rechner vorhanden ist. (unter Linux finde ich mich da noch nicht so zurecht)
    • Microsoft leider 2 verschiedene Versionen von Minecraft hat. Eine davon braucht dazu den MS-Store, den ich noch nicht unter Linux einbinden konnte. Die 2. Version, also der "böse Konsolen-Klon" von Minecraft wird aber für diverse Events gebraucht, wenn es (wie zur Zeit) so Cape`s etc gibt

    Meines Erachtens liegt es daran, dass die Leute gesagt bekommen: Wechsle doch auf Linux! Rennt wie Luzie und nervt nicht.
    Was die Leute dabei vergessen/nicht fragen/nicht sagen:

    • Was machst du alles am Rechner/Welche Programme nutzt du?
    • Welche Hardware hast du?
    • Hast du schon versucht, mit LibreOffice/Thunderbird etc zu arbeiten, statt mit MS-Office - etc? (also die Leute aus der Bubble raus locken)
    • Sie sagen nicht, dass Linux NICHT Windows ist.
      Sicher, wer nur den Browser, VLC und TB nutzt, den setz ich vor den Rechner und er merkt fast keinen unterschied. Da kann ich den "dümmsten" DAU das vor setzen.
    • Sie animieren die Leute nicht, mal ein paar Anfänger-YT-Video`s über Linux anzusehen
    • Sie geben den Leuten nicht das Handwerkszeug in die Hand, mit dem sie Hilfe bekommen, wie zum Beispiel den Hinweis auf dieses Forum hier.

    Was auch noch der Grund ist, warum viele nicht umsteigen, ist IMHO:

    • Nahezu alle Rechner werden mit Win11/Google Crome/MacOS ausgeliefert.
    • Der Mensch (insbesondere in Deutschland) ist ein Faulheitstier. Er gewöhnt sich nicht gerne um.
    • Linux hat in den Köpfen vieler noch den Anschein von einem Hackertool, wo man nur in der Console arbeitet, die dann aussieht wie in den Filmen Matrix
    • Das Henne-Ei-Problem: Von der Software wird das Meiste nur für Windows entwickelt. Linux bleibt aus dem vor, weil die Verbreitung nicht ausreicht. Aber so lange das so ist, wechseln die Leute nicht so gerne auf Linux und so drehen wir uns im Kreis.

    Wo ich auch noch hin und wieder struggle: Ich hab unter Linux keine so gute Übersicht, wo der Speicherplatz der Festplatte verbraucht wird
    So, das war jetzt mal genug zum Lesen :D.
    Jetzt muss ich schauen, warum meine 2TB-Platte mit so wenig Programmen, die ich installiert habe, ans Limit kommt und wie ich das Problem löse.


    LG,

    Struppi

    Edit: Hab den Grund für das Platzproblem gefunden. gParted hat mir da geholfen :rolleyes:. Danke an alle die mir in den folgenden Beiträgen Tipps gegeben haben. Die waren da gar nicht so schlecht.

    Mein System

    Linux Mint 22.3 Cinnamon (Zena) & Win11Pro (Dualboot)
    AMD Ryzen 7 7800X3D 8-Core Processor × 8
    AMD RX 7900 GRE (genutzte Auflösung: 3840x2160)
    Logitech MX Master S3 + Brother MFC-5890CN

    Edited 2 times, last by Struppi (April 1, 2026 at 1:12 PM).

  • Wo ich auch noch hin und wieder struggle: Ich hab unter Linux keine so gute Übersicht, wo der Speicherplatz der Festplatte verbraucht wird

    Gibt mit Sicherheit mehrere Lösungen, aber ich komme mit JDiskReport gut zurecht. Funktioniert allerdings "nur" für lokale Laufwerke aber nicht für NAS-Shares.

  • Wo ich auch noch hin und wieder struggle: Ich hab unter Linux keine so gute Übersicht, wo der Speicherplatz der Festplatte verbraucht wird

    Du meinst in Verzeichnissen? Schau Dir mal https://apps.kde.org/de/filelight/ an.

    Viele Grüße!
    Thorsten

    Meine Geräte:

    🧪 Lab → Lenovo T14s Gen 1 | i5-10310U | 16 GB RAM | 512 GB SSD | Distributionen nach Lust und Laune - primär Manjaro

    💻 Produktiv → Lenovo T450s | i5-5200U | 8 GB RAM | 256 GB SSD (root- u. home-Partition verschlüsselt) | Manjaro Xfce Testing

    🖥️ Produktiv → c‘t-Bastelbogen ‘18 | i5-9600K | GTX 1060 6 GB | 32 GB RAM | derzeit 4TB-USB-SSD | Manjaro i3 & Xfce

  • Herzlichen Dank für Eure Tipps.
    Schau mir gerade diese Programme an. Ähneln leicht dem Programm Festplattenbelegung, was bei mir im System vorinstalliert ist.

    Sind interessante Programme :love:

    Mein System

    Linux Mint 22.3 Cinnamon (Zena) & Win11Pro (Dualboot)
    AMD Ryzen 7 7800X3D 8-Core Processor × 8
    AMD RX 7900 GRE (genutzte Auflösung: 3840x2160)
    Logitech MX Master S3 + Brother MFC-5890CN

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