"Tonstudio" mit einfachsten Mitteln unter Linux einrichten

  • Moin zusammen,

    einerseits möchte ich euch mein geplantes Tonstudio-Projekt vorstellen, andererseits aber auch um eure kompetente Mithilfe bitten :). Denn als Anfänger (sowohl bei Linux als auch in der Tontechnik) weiß ich nicht genau, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle...

    In meinem Tonstudio sollen ausschließlich analoge Audiosignale von Instrumenten (Keyboard, Gitarre, Gesang etc.) per Overdubbing zu komplexen Songs arrangiert werden. Vor über 20 Jahren hatte ich mich damit schon einmal beschäftigt, aber irgendwann wurden die Latenzprobleme so groß, dass ich dieses Hobby genervt wieder aufgegeben habe. Daher hat geringe Latenz bei diesem Projekt oberste Priorität. Hier meinPlan:

    Rechner: ein alter Dell Tower-PC, der noch über einen klassischen PCI-Steckplatz verfügt (z.B. Optiplex 9010 - habe mehrere davon ;)), 8 GB Ram, CPU halte ich - sofern Vierkern - für zweitrangig.

    Soundkarte: eine noch ältere M-Audio Audiophile aus der Delta Serie (daher der PCI-Steckplatz), z.B. die Delta 44 mit vier Ein- und Ausgängen über TRS-Buchsen (schon bestellt für 19 Euro)

    Mischpult ist bereits vorhanden (Phonic AM120) - ist aber nicht zwingend erforderlich, da ausschließlich im Overdubb-Verfahren gearbeitet wird. Aber evtl. doch ganz praktisch?

    Studiomonitore: Evtl. "Edifier MR4" - bin noch am überlegen... Sie sollten nicht zu groß sein.

    Distribution: Wegen der Ausrichtung auf geringe Latenz möchte ich eine auf Musik- und Videoproduktion spezialisierte Distro wählen. "AV Linux" habe ich bereits probehalbe installiert. Allerdings dauert der Bootvorgang (nicht nur der erste!) iire lange. Auch mit dem Enlightenment-Desktop kann ich mich nicht anfreunden. Könnte ich einfach auf Xfce wechseln, ohne dass die Performance bzw. die Latenz leidet?

    Mixersoftware: Mudita24 bzw. envy24controll in der Hoffnung, dass sich die vier Ein- und Ausgänge der M-Audio Soundkarte zu zwei Stereo-Ein- und zwei Stereo-Ausgängen zusammenlegen lassen :/

    Aufnahmesoftware: Damals hatte ich mit Audacity gearbeitet. Adour soll - so mein Kenntnisstand - besser geeignet sein.


    Soweit meine Planungen. Was haltet ihr davon? Habe ich etwas vergessen?

    Ich gehe davon aus, dass die genannte Hardware trotz ihres hohen Alters keinen Widerspruch zu meinen hohen Latenz-Anforderungen darstellt. Nach meinem Informationen sind die entscheidenden Faktoren in diesem Setup: 1. die Soundkarte und 2. eine Distro mit speziellem "real time"Kernel. Es geht wie gesagt nur um Audioproduktion. Vielleicht kann mir das jemand bestätigen? 8)

    VG, Andreas

    Linux Mint 22 xfce, MX Moksha (AV Linux)

    Edited once, last by KlBrockhaus (February 28, 2026 at 7:12 PM).

  • Ich mache Livemusik mit meinem Laptop (Pianoteq, setBfree, ...) mit einem 10 Jahre alten Laptop (8 GB wie du). Ich nutze ihn auch für meine täglichen Arbeiten. Habe von daher einfach Linux Mint installiert, die KX-Studio Repositories zusätzlich angeschlossen und einen RT Kernel aus den normalen Mint Repositories installiert. Ich komme auf ca. 10 ms Latenz, du brauchst also eigentlich keine spezielle Distri dafür mehr. Allerdings muss ich die CPU Frequenz festklemmen da wärend des Umschaltens der CPU Frequenzen durch den Govenor gerne mal Xruns passieren. Habe meine Frequenz wärend des Musikmachens auf 1200 MHz festgeklemmt. Das ist niedrig genug, dass der Lüfter noch nicht anspringt und hoch genug für den Zweck Musik machen.

    Als einfacheren DAW könntest du dir auch noch Qtractor anschauen.

    Mint Mate auf ASUS Zenbook Flip UX360U; Armbian auf Banana Pi; Mint Cinnamon auf MS Surface Go

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!