LXC - was ist das?

  • Frage an die Server-Nerds hier ;)

    Ich kapiere LXC (Container) nicht. Ich glaube mir fehlt dazu eine praktische Anwendung.

    Ich kapiere VMs: ich lasse mittels KVM/QEMU andere komplette Betriebssysteme laufen, also komplette Computer sozusagen.

    Ich kapiere Docker Container: ich betreibe damit auf dem NAS den einen oder anderen Dienst. Also eine spezifische Anwendung die mir eine bestimmte Funktion bereit stellt.

    Und nun habe ich von LXC Containern gehört. Ein paar Videos gesehen. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen wozu die gut sein könnten - so neben den beiden von oben.

    Was wären konkrete Anwendungsfälle für einen LXC Container?

    Danke

    EndeavourOS mit KDE & Wayland auf verschiedenen Geräten mit AMD & Nvidia in diversen Kombinationen

  • Linux-Container erfreuen sich dank ihrer Benutzerfreundlichkeit einer hohen Beliebtheit und sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der IT-Sicherheit. Die namensgebende Container-Plattform LXC (Linux-Container) wird eingesetzt, um gleich mehrere Prozesse voneinander und vom Rest des Systems zu isolieren. Dabei wird durch Virtualisierung ein Image erzeugt, das jeden Container von der Entwicklung über die Testphase bis hin zum Betrieb durchgehend portierbar und konsistent bleiben lässt. So besitzen die einzelnen Anwendungen zwar eine virtuelle Umgebung, nutzen aber trotzdem gemeinschaftlich den Kernel des Hostsystems.

    Quelles zum mehr lesen : https://www.ionos.de/digitalguide/s…inux-container/

    Anwendungen für LXC container die bei mir laufen (im Proxmox):

    Nginx Manager
    Pihole
    Homeassistant
    Paperless NGX

  • Danke, aber könnten diese vier Anwendungen nicht auch als Docker Container laufen? Scheint für alle Images zu geben.

    EndeavourOS mit KDE & Wayland auf verschiedenen Geräten mit AMD & Nvidia in diversen Kombinationen

  • Nach einer kurzen Internetrecherche (ich nutze selbst nur Docker) mit "Docker vs. LXC" scheint LXC v.a. ein Ersatz für VMs, also ganzen Systemen zu sein.
    VMs haben ja doch schon einen großen Overhead durch die Virtualisierung auf Software Ebene.
    LXC sind hingegen um einiges schneller, da sie eben auf Linux zugeschnitten sind und in den Kernel integriert sind.

  • ja natürlich kannst du die auch im Docker laufen lassen.

    jetzt hast de ne VM Ubuntu oder was auch immer lässt das im Docker laufen musst alles durchreichen Portforwarding und und und.

    LXC im Proxmox bekommt einfach eine Ip und verhält sich wie eine VM nur halt als Container also etwas weniger Einstellmöglichkeiten wie zur VM

  • LXC taucht tatsächlich fast immer im Zusammenhang mit Proxmox auf. Damit habe ich aber bisher nix am Hut.

    Scheint mir ich kann das erstmal ignorieren und mit VMs oder Docker weiter leben.

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  • DockerDesktop braucht es unter Linux nicht, docker-cli reicht :)

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  • Vereinfacht gesagt:

    Docker sind "flüchtige Container" für Microservices. Daten in einem Docker Container müssen immer in einem Volume gespeichert werden sonst sind sie weg. Ein Docker Contasiner führt oft nur einen einzelnen Prozess aus.

    Bei LXC Container hast du ein komplettes Init System, z,b, eigenes systemD, etc innerhalb vom Container. Daher LXC Container sind näher an Virtualisierung - aber immer noch Container Technologie - da eben kein eigener Kernel ausgeführt wird sondern wie bei Docker den Host Kernel genutzt wird.

    Am Ende wie immer es gibt nicht "besser oder schlechter" sondern nur "besser für gewisse Anforderungen" als Beispiel:

    "Ich brauche eine Instanz von MySQL für mein Projekt": -> Docker

    "Ich brauche eine Umgebung, die exakt so konfiguriert ist wie der Root-Server beim Kunden.": -> LXC

    Linux Nutzer seit über 20 Jahren. I ❤️ Freedom!

    Praxisnahe Einblicke in Self Hosting, Linux und eigene Infrastruktur. Für Entwickler:innen und Macher:innen, die ihre digitale Souveränität selbst in die Hand nehmen. https://rueegger.me

  • ich habe einen erfahrungsmäßigen Praxisvergleich:

    Nextcloud in der VM:

    Vollständige Installation z. B. eines Ubuntu-Servers, um danach dem Lamp-Stack zu installieren. Dauert bis zur eigentlichen Konfiguration der Nextcloud schnell mal 20 - 40 Minuten, wenn man z. B. erst das Image downloaden muss und der Installationsprozess an sich.

    Einrichten eines LXC-Containers:

    mit Ubuntu-Container-Image, was glaub ich weniger als 200 MB hat, dauert keine 30 Sekunden!

    LXC-Container sind schnell mal angelegt, auch um mal eine Anwendung zu testen.

    Festplattengrößen lassen sich gegenüber einer VM sehr gut begrenzen auf die Größe, die die Anwendung selbst überhaupt braucht. Proxmox nutzt dafür Subvolumes, die sich bei Bedarf auch wieder vergrößern lassen.

    Ein LXC ist bedeutend ressourcenschonender, als eine VM.

    Vorteil LXC gegenüber Docker:

    Der installierte LXC verhält sich wie eine vollwertige VM /Maschine und kann in den Standard-Configs konfiguriert werden. Gerade bei anspruchsvollen Anwendungen wie Nextcloud ist das sehr vorteilhaft, weil es ganz schön umständlich werden kann, diese im Docker in bestimmten Configs anzupassen.

    Keine docker-spezifischen Netzwerkeinstellungen / kein Docker-IP-Bereich. Das ist für viele zusätzliche eine Hürde, nur um mal was auszuprobieren.

    „Nachteile“:

    LXCs sind Linux-Container. Man kann da also kein Windows drin installieren, wie bei einer VM.

    Die LXC-Images sind extrem abgespeckt. Es müssen einfachste Tools nachinstalliert werden, falls sie benötigt werden; Editoren etc.

    Es kann bei komplexen Konfigurationen wie Nextcloud und CODE-Server (Collabora) zu funktionellen Einschränkungen kommen oder auch beim loggen..

    Proxmox hat keine „direkte“ Docker-Einbindung. Es muss erst eine VM oder ein LXC installiert werden, indem dann Docker läuft. Das wird wohl auch die Popularität von LXC unter Proxmox fördern.

    Edited 3 times, last by 3tagebernd (March 20, 2026 at 9:59 PM).

  • Proxmox

    Danke, das bestätigt nochmal was zuvor schon angedeutet wurde: die Relevanz von LXC hängt zu 99% von der Benutzung von Proxmox ab. Also nicht das womit ich mich beschäftige.

    Nochmals danke für alle Beiträge

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