Raus aus dem GAFAM-Kosmos: Echte Erfahrungsberichte zu Alternativen (Mailcow, Nextcloud & Co.)

  • Ich denke eher, dass das Problem das ist, dass ich mich hier unklar ausdrücke und so nicht ganz verstanden wird, was ich meine. Es geht wie gesagt nicht um Smartphones oder Betriebssysteme oder so. Es geht um verwendete Dienste, wie diese aufgebaut sind, was gut ist, was stört, welche Erfahrungen gemacht wurden und vielleicht ein paar Screenshots.

    Der eine nutzt die Nextcloud auf einem NAS oder Raspi und beschreibt Vor - und Nachteile, der nächste hat sich für Hetzner Storage Share entschieden. Dann würden Interessierte schon mal zwei unterschiedliche Arten kennenlernen. Dann schreibt jemand, dass er MAilbox.org oder Tuta verwendet, eventuell auch Protonmail und gibt einen kurzen Einblick und nennt Vorteile und Nachteile und wieso er sich dafür entschieden hat und was vielleicht nicht so toll ist. Im Gegensatz dazu betreibt ja vielleicht jemand einen eigenen Mailserver mit Poste.io oder Mailcow und schreibt dann dazu, welche Erfahrungen es gibt, wie gut es klappt, was schlecht ist. usw.

    Interessierten (potentiellen) Nutzern sollen so die diversen gehosteten und selbst-gehosteten Dienste vorgestellt werden und einen kleinen Einblick vermitteln.

    Das soll kein Thread sein, in dem dann jeder einfach nur reinwirft, was er gerade so nutzt. Der bevorzugte Dienst soll quasi so gut es geht vorgestellt werden. Vorteile, Nachteile, Erfahrungen.

  • iCloud Fotos/Google Fotos Alternative:

    Immich

    Vorteile:
    - Unterstützt Live-Fotos, Fotos, Videos

    - Lokales ML (Machine Learning) für die Gesichtserkennung

    - Erstellt eine "Bibliothek" im gewünschten Speicherort, Bsp. YYYY/MM/DD/IMG_HH-mm.heic

    - Gute Dokumentation, auch im Bezug auf Backup von den "wichtigsten" Dateien um eine Neue Installation einfach migrieren zu können

    - Gute bis Sehr Gute Alternative zu iCloud Fotos/Google Fotos

    - Apps für Android/IOS vorhanden auch im F-Droid - Store


    Nachteile:

    - Im Hintergrund Hochladen etwas schwierig - Denn selbst bei Hintergrundprozess-Kill AUS, lädt er sie meist erst beim Öffnen der App hoch.

    - An sich kein Nachteil per se: Selfhosted, es gibt (zumindest habe ich keine gefunden) kein Anbieter der eine Managed-Hosting Lösung von Immich anbietet wie es Bsp. bei Nextcloud der Fall ist.

    - Ist eben keine Out-of-the-box Lösung, man sollte sich schon etwas damit befassen und auch dementsprechend "Härten" bzw. sicher gestalten.


    Erfahrung:

    Ich bin sehr Zufrieden, es legt die Bibliothek an, das ML funktioniert sehr gut.
    Man hat auch die Funktion (zumindest glaube ich es) dass die Bibliothek bzw. die ausgewählten Alben auch von Immich auf das Handy synchronisiert werden können. Wenn ich Bsp. nun ein Foto mit einem anderen Gerät mache und dieses einem Album hinzufüge das ich auf dem anderen Gerät Synchronisiere, lädt er es direkt auf mein Smartphone. Ist ein Fluch und Segen zugleich - denn diese Fotos liegen erstmal Fest auf dem Speicher und können wenn man nicht aufpasst und seine ganze Bibliothek Synchronisiert den Speicherplatz ausfüllen.


    Derzeit fahre ich 2-Gleisig - iCloud und Immich, aber dies wird sobald ich den NAS eingestellt habe, meine Hauptanwendung für Fotos.
    Ich hatte vorher eine Nextcloud - Selfhosted, nur aufgrund vom Aufwand diese Sicher und auch mit Externem Zugriff zu betreiben (hier meine ich nicht nur die Software, sondern auch die Firewall, ReverseProxy usw.) mich nach einer Alternative umgesehen, denn ehrlich gesagt brauchte ich nur einen NAS, auf dem ich meine Daten/Bilder/Videos sichern kann ohne Collabora o.Ä.
    Ich bin dann auf Immich gestoßen und es ist nun meine Alternative zu iCloud, der Upload funktioniert einwandfrei, auch von den Live-Fotos ;) Besser als wenn man sie über "iCloud.com" runterlädt und dann auf Immich Hochlädt.

    Das Ding läuft nun seit ca. 1 Jahr und ich hatte bisher keine Probleme mit Updates o.Ä. wobei ich auch zugestehen muss, es läuft auf einem Mini-PC unter Proxmox in einem LXC-Container mit Docker :D


    Als Cloudspeicher Alternative habe ich derzeit ein NAS mit OpenMediaVault, dazu kommt ein Separater Beitrag.

  • Krebell Sehr schöner Bericht. Wir sind in der Family seit 1 Jahr komplett auf Immich umgestiegen und zufrieden.

    Naja, das "wir" ist weit hergeholt. Meiner Frau ist es vollkommen egal :D "Hauptsache funktioniert" 8o

    LAPTOP ▪️ ThinkPad T14s G2 | AMD Ryzen 5 PRO | 16 GB RAM | 500 GB NMVE | Fedora (GNOME)
    SERVER ▪️ Gigabyte C246M-WU4-CF | Xeon E-2244G | 32 GB RAM ECC | ...viel GB ;-p | Radeon RX550 | unRAID OS Pro
    RASPBERRY ▪️ 2x 3B+, 2B+ | Raspberry Pi OS
    3D-Drucker ▪️ Creality Ender 3 V3 SE (rooted)

  • Mein Beitrag zur Diskussion.

    Quote

    Hier ist ein kurzer Überblick über mein aktuelles Setup, zu dem ich im weiteren Verlauf des Threads gerne noch detaillierte Einblicke gebe:

    • Mail: Posteo
    • Server-Management: ssh, sshfs und eigener Code (netcup)
    • Cloud/Daten: reserviert, aber noch nie genutzt.

    Posteo nutze ich in allen Richtungen (pop3 und imap), Empfangsdaten landen im eigenen Maildir. Im Alltag imap von allen Geräten.

    Posteo hat keine App unter iOS. Ist kein Problem. Safari und auf dem Desktop verankern. Dann hat man seine App.

    Als ich mit Posteo begann, gab es in der OS-Szene eine Diskussion über Anbieter; damals war nach einer Auswertung (von wem, weiss ich nicht mehr) Posteo der zweitbeste Anbieter. Heute mit Abstand der beste Anbieter im deutschsprachigem Raum, mittlerweile auch internationalisiert. Aber, für die meisten wohl "problematisch", weil nicht kostenlos. Aber der eine Euro pro Monat ist es absolut wert!

    Netcup als VServer-Anbieter ist super! Mit einer Riesenauswahl aktueller Distributionen, die man sich installieren kann. Mit einem Tooling (Frontends) das völlig okay ist. Service: top! Netcup ist ein Unternehmen in Karlsruhe, das einem österreichischem Unternehmen gehört. Also deutsches Recht.

    Ich war viele Jahre bei Netcup, habe aber erstmal Pause. Das Projekt war zuletzt gedacht für einen Blog mit Jekyll in der Realisierung, was ich erstmal zurück gestellt habe. Ist kein Problem. Man kann sich jederzeit wieder anmelden, und auf dem Account weitermachen. Habe viel dafür gecodet. Der Editor ist bei mir auf der Maschine, nicht per Javascript im Netz. Erst recht keine PHP-getriebene Datenbank! Dadurch kann man sich den Server kleinhalten (betriebliche Sicherheit), und auch Kosten sparen.

    Quote

    Was sind eure persönlichen Highlights, die ihr nicht mehr missen wollt?

    Posteo. :) Ich kann Jedem nur empfehlen, mal 5€ zu investieren, und sich das ein paar Monate mal anzugucken. Keine Werbung, ist noch das einfachste ...

  • An anderer Stelle war die Frage nach Audio-Lösung.

    Ich habe mir dieses erarbeitet:

    Meine Audio-Stücke (Musik und Text) halte ich in einer eigenen Partition. Einerseits mit der üblichen Struktur nach CD, Interpret, Titel, und anderereseits (parallel) in eigenen Strukturen, z.B. auch Podcast-Beiträge.

    Server ist MPD. Client auf meiner Alltagsmaschine ist ncmpcpp im eigenen Terminal (xfce4-terminal) mit eigener Darstellung, abweichend vom Standard-Terminal, insbesondere kleine Schrift. Damit erreiche ich, dass ich ohne großes Schnickschnack eine klare Darstellung der Inhalte ohne graphischen Overload habe.

    Den Aufruf dieses Frontends erreiche ich mit Strg-PfeilLinks (gesondert in Cinnamon eingestellt), das Schließen des Fensters mit q, wie bei vielen Terminal-Applikationen üblich. Praktisches Beispiel: Muss ich mal schnell mit der Lautstärke runter, reicht Strg-Links, Links, Links, Links, q - und das Fenster ist wieder zu. Außerdem kann man mit dieser Technik die Lautstärke im MPD zwischen 0% und 100% der normalen Lautstärke (parallel) einstellen. Unter PipeWire läuft das parallel. Ich kann mir also mit LinuxMint Youtube-Videos mit Text anschauen, und gleichzeitig leichte Hintergrund-Musik mit MPD dazu einspielen. Das geht erst seit PipeWire. Das lief alles schon. Vormals unter Mint. Bei Devuan muss ich noch mit OpenRC nacharbeiten, ein Projekt für die nächsten Monate.

    Darüber hinaus kann ich mir aus der Musikdatenbank mit Strawberry einzelne Titel zusammenstellen, und außerdem nutze ich Audacious für das Abspielen von Listen. Zusätzlich ist Deadbeef installiert, das in Cinnamon als "first player" eingestellt ist.

    Also für individuelle Einzelstücke, die ich anklicke, springt Deadbeef auf. Dadurch "verletze" ich nicht die voreingestellten Listen in allen anderen Playern. Und weiterhin zusätzlich nutze ich im Terminal mpv, der als nicht sichtbarer Audioplayer abspielt, wenn ich per Terminal etwas raussuche.

    Das ist mein Audio-Konzept.

    Da alles an Titeln in einer Partition liegt, kann ich es auch jederzeit an einen Raspi stöpseln. Ich muss dann nur dafür Sorge tragen, dass es wieder als /Audio im System erscheint. Bei mit ein späteres Projekt. Also alles lokal. Irgendwas mit aufwändiger Software hübsch und bunt, und Cloud kommt für mich nicht in Frage. Alles muss so schlicht wie möglich (in der Bedienung und Überblick) sein, darf aber etwas ausgefeilter (im Layout) dafür sein. Ich habe im Laufe der Jahre viele Frontends ausprobiert, aber das Meiste hat mir nicht gefallen. Für den Alltag, wenn Musik vom Rechner laufen soll, ist es meist das "MPD"-Symbol in der Gruppierten Fensterliste oder Strg-PfeilLinks, um an die Musikdatenbank via xfce4-terminal und ncmpcpp (xfce4-terminal --hide-menubar --geometry 90x66+20+50 -x ncmpcpp) zu kommen.

    Also mit MPD als Basis. Das hat soviele Einstell-Optionen und Bedienvarianten (leicht sichtbar zu machen über ncmpcpp), dass man sich damit noch lange beschäftigen kann. Irgendwas klickibuntimäßiges Vorgefertigtes will ich garnicht mehr suchen. Titel hinzufügen ist Handarbeit über Terminal, oder eben Skripte, an denen ich immer arbeite. Titel-Texte redigieren, suchen, Playlists schreiben und vieles mehr, geht über Terminal via ncmpcpp. Dabei steht für mich das Terminal garnicht im Blickpunkt, sondern das Generve von unendlichen Mausschubsreien, dem Suchen von Funtionen in Pulldown- und Pullup-Menüs entfällt. Bei ncmpcpp reicht ein F1, und eine dem Gedächnis entfallene Taste lässt sich in einer langen Liste von gut sortierter Tastenbeschreibungen nachvollziehen. Das gefällt mir viel besser, weil ich schneller zum Ziel komme. Zum Beispiel meine Abspielliste weiterlaufen zu lassen, sind zwei Tastenschläge: Strg-Links und P. Ich muss da nicht lange meine Maus auf drei bis vier Icons oder Menüs zubewegen und klicken. Zwei Tastenschläge reichen aus, ein dritter um das Fenster zu schließen. Das ist für mich Konzentration auf das Wesentliche. Ich will Musik hören, und nicht suchen. ;)

  • Als ich mit Posteo begann, gab es in der OS-Szene eine Diskussion über Anbieter; damals war nach einer Auswertung (von wem, weiss ich nicht mehr) Posteo der zweitbeste Anbieter. Heute mit Abstand der beste Anbieter im deutschsprachigem Raum, mittlerweile auch internationalisiert. Aber, für die meisten wohl "problematisch", weil nicht kostenlos. Aber der eine Euro pro Monat ist es absolut wert!

    Fand ich immer gut, persönlich bevorzuge ich aber Mailbox.org. Ich will einfach eigene Domains nutzen. Wenn dann mal was ist, ändere ich im Notfall den MX-Record und es geht an beliebiger Stelle weiter. Wenn so aber bei Posteo mal ein Problem auftritt und ich das Konto verliere, ist alles weg und ich habe keine Möglichkeit, bei einem anderen Anbieter weiterzumachen. Ich müsste dann zusehen, dass ich in allen Accounts irgendwie noch in die Einstellungen komme um die Posteo-Adresse auszutauschen. Eigene Domain ist also ein MUSS für mich. Das mit dem Geld stört mich nicht. Für guten Service bezahle ich gerne.

    Netcup als VServer-Anbieter ist super!

    Absolut. Ich liebe die RS, kaufe aber immer nur aus der Börse. Die haben immer doppelten Speicher oder sogar extra RAM.

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