Alternative zu Goodnotes gesucht

  • Moin und frohes Neues erst einmal!

    Ich bin neu in der Linux-Welt. Ich nutze auf meinem iPhone und iPad sehr intensiv Goodnotes in allen Lebenslagen. Bis vor ein paar Tagen hatte ich noch einen Mac Mini, allerdings habe ich im Herbst angefangen, mich aus diversen Diensten und Clouds etc. zurückzuziehen und habe aktuell hier eine alte Möhre mit LinuxMint stehen. Als Ersatz für die Cloud-Dienste nutze ich jetzt ein NAS, was auch alles fein läuft.

    Aber Stand jetzt habe ich noch keine gute Alternative zu Goodnotes gefunden, welche auf den ersten Blick überzeugt und idealerweise auf iPad und iPhone und Linux läuft (ggf. später auch mal Android).

    Dinge, die mir wichtig sind:

    • Ich will PDFs importieren und auf dem iPad mit Stift markieren und beschreiben (Must have)
    • Normale Notizen erstellen mit Tastatur, gerne mit rudimentärer Formatierungsmöglichkeit
    • Gute Möglichkeit zur Strukturierung der Daten in Ordnern oder Notizen, ähnlich wie OneNote zum Beispiel
    • Sync ideal über das NAS, Daten sind aber ggf. auch ohne NAS dann auf dem Tablet / PC und werden später syncronisiert

    Generell ist mein Ansatz hin zu Open Source und Selbsthosting, so weit wie irgend möglich. Überwiegend wird mobil auf dem Tablet gearbeitet.

    Wenn das Tool dann auch noch einigermaßen nett aussieht, wäre das natürlich nett, aber kein Muss.

    Ich bin sehr gespannt, ob ihr mir etwas weiterhelfen könnt. Das ist eigentlich der einzige Baustein, für den ich aktuell noch zu blöd bin eine eine Lösung zu finden.

    Viele Grüße
    Konrad

  • Hallo KonBon ,

    genau das Thema hat mich vor zwei Jahren auch schonmal umgetrieben, vor allem der Part mit der Stiftnutzung.

    Long Story short: ich glaube, eine eierlegende Wollwilchsau wie Goodnotes, die dann auch noch optisch etwas hermacht, ist ohne Cloudpflicht derzeit kaum zu finden. Ich bin froh, dass Du das Thema Hanschriftenerkennung nicht noch mit angesprochen hast.

    Ich bin letztlich bei Obsidian gelandet und nutze aus den Community Plugins Excalidraw, mit dem Du Deine handschriftlichen Notizen (ohne Handschrifterkennung, btw) und Zeichnungen usw. machen kannst. Dort kannst Du auch PDFs und Bilder etc. importieren und handschriftlich kommentieren. Im Grunde genommen ein Whiteboard. Beim Handling müsstest Du Dich ein wenig umgewöhnen. Schwerpunkt bei Obsidian sind primär nicht die Handnotizen, sondern die mit der Tastatur. Excalidraw ist ein Addon, das aber einen ganz guten Job macht.

    Grundsätzlich ist Obsidian ein sehr mächtiges Noizsystem mit haufenweise Erweiterungsmöglichkeiten. Notizen werden in Markdown gespeichert (bzw.auch formatiert), d.h. sie bleiben als einzelne Dateien lokal erhalten.
    Damit ist es dann auch problemlos möglich, alles über Dein NAS mit Deinen Endgeräten zu synchronisieren. Ich mache das z.B. (noch) mit Synology Drive, andere nutzen Syncthing, wieder andere die Nextcloud oder eben die Hauslösung ihres NAS. Clients gibt es für Linux, Android, IOS, Mac, Windows.

    Einziger Wermutstropfen: Das Ding ist leider nicht open source. Hat aber eine rege Community, die haufenweise guter open source Plugins dazu steuert.

    Schau es Dir einfach mal an, vielleicht ist es ja etwas für Dich.

  • Ok, danke für die Erklärung. Hab mit gerade ein Lenovo Yoga bestellt und werde dann mal testen, ob ich damit meinen Workflow abgebildet bekomme bzw. angepasst bekomme.

  • So, kurzes Update: Ich denke ich werde mich nun doch eher in Joplin einarbeiten. Hier gibt es direkt eine Handschrift-Funktion die ok funktioniert. Einzig das in PDFs arbeiten werde ich wahrscheinlich erstmal in xournal++ machen und dann in Joplin das PDF am Ende einfügen. Da muss ich mich aber noch mal ein wenig durchexperimentieren.

    Erscheint mir aktuell als die praktikabelste Lösung bisher für mich. Sync über Webdav klappt auch einwandfrei.

  • Joplin hat eine Handschriftfunktion? Die gab es vor 2 Jahren noch nicht, als ich mich mit dem Thema befasst habe. Das ist eine echt erfreuliche Neuerung.
    Erkennt Joplin das Geschriebene dann auch als Text (und wird damit durchsuchbar) oder wird das quasi als Bild integriert?

  • Du hast einfach nur eine weiße Fläche (man kann noch kariert einstellen) und dann wird der Text als Bild integriert. Texterkennung oder ähnliches hat das System scheinbar nicht, für mich aber auch nicht so relevant. Reicht für Notizen in Meetings für mich aus.

    Für PDF Markierungen etc nutze ich nun xournal++ und am Ende packe ich das PDF halt in Joplin rein, wahlweise als Bild geht auch super.

  • Ah okay, quasi wie ein Whiteboard. Kann man also in etwa mit dem Addon in Obsidian vergleichen, nur dass Excalidraw anscheinend ein paar mehr Funktionen hat.

    Freut mich, dass Du fündig geworden bist.

  • Ja, kannte ich auch nicht. Hab mal einen Joplin-Server angeworfen und teste gerade. Sieht aber schon mal gut aus:



    Werde jetzt mal die App auf dem iPad testen mit dem Stift. Wenn das klappt, steige ich wahrscheinlich auch um auf Joplin.

  • Ah, danke.
    Um Dir mal ein bischen Vergleichbarkeit zu geben: So sieht ein Board in Excalidraw aus. Das zeige ich Dir deshalb, weil Excalidraw ein Stück Software ist, das öfter mal in der Open Source Welt in Programmen integriert wird (ist also kein Obsidian-spezielles Tool). Wenn Dir das mal irgendwo begegnen sollte - so sieht das aus:

    edit: die Tabs im oberen Bereich gehören zu Obsidian, nicht zum Board ansich.

    nochmal edit: Jetzt hast Du meine Neugierde geweckt. Ich habe gerade geshen, dass es ein Excalidraw-Plugin für Joplin gibt. Damit hatte ich mich damals auch gar nicht beschäftigt bzw. wusste auch noch nichts über Integrationen und Plugins. Als Frischling denkst Du über so etwas ja gar nicht nach. Manchmal lohnt es sich also, zu verschiedenen Zeitpunkten auf gleiche Dinge zu schaun. 😉 Sieh Dir das also gerne mal an.

    Edited once, last by Hannelore (January 20, 2026 at 9:30 AM).

  • So, hier noch mal ein abschließendes Fazit meinerseits.

    Es ist und bleibt Joplin für mich. Ich habe inzwischen ein paar nette Add-ons installiert und getestet und finde mich auch oberflächlich gut mit Markdown zurecht. Braucht man theoretisch aber nicht mal.

    Handschrift geht einwandfrei! Wenn ich in PDFs arbeite, ist es wirklich Xournal++ zurzeit. Das fertige Dokument wird dann in Joplin importiert und kann dort dann besichtigt werden.

    Synchronisierung geht über WebDAV ausgezeichnet mit E2E-Verschlüsselung über meinen Mailbox.org-Account, wird aber früher oder später noch auf das NAS umgestellt. Die Nutzung auf mobilen Geräten wie Smartphones klappt dann auch wunderbar. Auch wenn ich viele Notizen bei Versammlungen etc. mache.

    Vom Look-and-feel ist es halt nicht Goodnotes. Aber wenn man sich reinarbeitet (nicht super komplex), ist Joplin signifikant vielseitiger und besser strukturiert. Vllt kommt ja später noch eine Lösung zum PDF-Bearbeiten.

    Das Yoga X13 Gen3 leistet dabei auch maximal gute Dienste! Mein iPad geht dann demnächst zu den Kleinanzeigen.

    Danke für euren Support, eure Ideen.

  • Noch eine kleine Ergänzung, ich habe zum Spaß noch mal Ubuntu statt Mint getestet, die Tabletfunktion ist bei dem Yoga signifikant besser, da die Stiftunterstützung besser ist und beim Umklappen die automatische Bildschirmtastatur besser hinhaut.

    Für ein Szenario wie meines ist Ubuntu also scheinbar die bessere Wahl!

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