Hallo,
solange auf meinem Laptop (Terra Mobile 1513 15,6") noch Windows 10 installiert war, hatte ich dort dauerhaft den Nachtmodus ("Night mode") laufen, weil im "Normalzustand" eine "weiße Fläche" (wie z.B. ein leeres Word-Blatt) ziemlich bläulich dargestellt wurde, was ich auf die Dauer als unangenehm anstrengend und belastend für die Augen empfunden habe.
Nach der Installation von Linux Mint 22.2 Xfce war diese "Ursprungssituation" dann natürlich wieder da, also habe ich versucht, einen Weg zu finden, auch hier die Farbtemperatur so "angenehm warm" einzustellen, wie sie vorher unter Windows gewesen war. Eine tolle Methode dafür ist hier beschrieben: https://itsfoss.com/install-redshift-linux-mint/ , allerdings gibt es unter Xfce ein paar Details, die sich nicht 1:1 so umsetzen ließen, deswegen wollte ich das Vorgehen, das letztendlich funktioniert hat, hier mal vorstellen (vielleicht hilft das ja jemandem).
Zunächst funktioniert es bei Linux Mint 22.2 Xfce leider nicht so wie im ersten Teil des Artikels beschrieben, per Suche über das Startmenü einen Nachtmodus aufzurufen; wenn man in die Startmenü-Suche nämlich eingibt: "night" oder "nacht", dann kommen bei "night" GAR keine Ergebnisse, und bei "nacht" erscheinen lediglich: "Thunderbird-E-Mail und -Nachrichten", "Benachrichtigungen" und "Dokumentenbetrachter". Also nichts in der Richtung "Nachtlicht", "Nachtmodus", "Night mode", "Night light" oder so.
Daher bleibt also nur, wie im zweiten Teil des Artikels beschrieben, die Verwendung von Redshift-gtk:
Hierzu:
1) Redshift-gtk installieren
- Terminal öffnen
- Im Terminal eingeben:
und dann [Enter],
danach Passwort eingeben und [Enter]
- anschließend im Terminal eingeben:
sudo apt install redshift-gtk
2) Ausprobieren, welche Farbtemperatur die richtige ist
Hierzu habe ich zunächst LibreOffice Writer geöffnet, das Fenster verkleinert und rechts neben das Terminal-Fenster geschoben, um eine "weiße Fläche" (leeres Blatt) zu haben.
Dann:
- Im Terminal eingeben (nur für einen allerersten Test):
redshift -m randr -O 1000
(wenn ich diesen Zusatz "-m randr" NICHT mit dabei hatte, kam die Fehlermeldung:
"Could not connect to wayland display, exiting.
Starten der Änderungsmethode wayland ist fehlgeschlagen.
Nächste Methode wird getestet …
Methode »randr« wird benutzt.")
=> nun sollte alles auf dem Bildschirm zu sehende sehr stark rötlich sein, INSBESONDERE sollte die "weiße Fläche" nun aussehen wie ein Blatt Papier unter Rotlicht.
Bevor nun ein nächster Versuch gemacht werden kann, erstmal alles wieder zurücksetzen; dafür eingeben:
redshift -m randr -x
Nun sollte alles wieder wie vorher sein.
Nun eingeben:
redshift -m randr -O 2000
Damit sollte die "weiße Fläche" nun gelb bis gelborange sein.
Anschließend wieder mit
redshift -m randr -x
zurücksetzen
Nun weiter probieren und dabei immer jeweils die "weiße Fläche" betrachten, inwiefern sie noch "angenehm warm" ist; meine Probier-Abfolge war (wichtig dabei: nach JEDEM Versuch immer erstmal wieder mittels "redshift -m randr -x" zurücksetzen, BEVOR man den nächsten Versuch macht!):
redshift -m randr -O 3000
redshift -m randr -O 4000
redshift -m randr -O 5000
redshift -m randr -O 6000
redshift -m randr -O 5000
redshift -m randr -O 4500
redshift -m randr -O 5000
und im Fall meines Bildschirms erwies sich 5000 als genau richtig, mit dieser Einstellung war der "Blaustich" soweit weg, während die Anzeige andererseits aber auch noch nicht "allzu rötlich" wirkte
3) Das installierte Redshift-gtk verwenden, um die Bildschirm-Farbtemperatur automatisch einzustellen:
Nachdem ich auf diese Weise den richtigen Wert für die Farbtemperatur (in meinem Fall also: 5000) herausgefunden habe, habe ich den Texteditor Nano im Terminal gestartet, um die Config-Datei entspechend zu ändern (mit dem "Xed"-Editor wie im Artikel beschrieben hatte es irgendwie nicht funktioniert):
- Im Terminal eingeben:
nano ~/.config/redshift.conf
(=> das Terminal-Fenster sieht nun plötzlich "anders" aus, weil sich da nun der Editor "Nano" geöffnet hat, in den man "ganz normal" schreiben kann, auch unter Verwendung von Enter, ohne dass dadurch irgendwas "abgeschickt" werden würde wie im "normalen" Terminal-Fenster der Fall)
- Nun dort hinein einfach schreiben:
[redshift]
temp-day=5000
temp-night=5000
adjustment-method=randr
location-provider=manual
[manual]
lat=0
lon=0
- Anschließend [Strg] + [O] und dann [Enter] um zu speichern, und danach [Strg] + [X] um den Editor wieder zu verlassen und zum Terminalfenster zurückzukehren.
Danach das Terminal-Fenster schließen.
Nun Redshift aus dem Startmenü heraus starten: Startmenü > in die Suche eingeben "red" => in der Auswahl erscheint nun "Redshift" => darauf klicken
=> nun erschien in der Taskleiste (Panel) rechts eine kleine Glühlampe und der Bildschirm nahm die gewünschte "angenehm warme" Farbtemperatur an
Und jetzt noch auf die Glühlampe rechts in der Taskleiste klicken und in dem sich öffnenden Auswahl-Menü ein Häkchen bei "Automatischer Start" setzen.
... Und das war's, damit hat der Bildschirm nun die gewünschte "angenehm warme" Farbtemperatur 🙂
👉 Um die Farbtemperatur-Einstellung später (im Nachhinein) zu ändern, einfach wieder das Terminal öffnen und die Konfigurations-Datei in Nano öffnen:
nano ~/.config/redshift.conf
dann andere Werte eintragen, danach [Strg] + [O] und dann [Enter] um zu speichern, danach [Strg] + [X] um den Editor wieder zu verlassen und zum Terminalfenster zurückzukehren, und danach den Laptop neu starten.
Das war der Ablauf, wie es bei mir geklappt hat, und nun hoffe ich, dass das vielleicht dem einen oder anderen auch helfen kann, oder vielleicht hat ja jemand auch noch irgendwelche anderen interessanten oder hilfreichen Gedanken dazu 😊