Installations-USB-Stick mit Linux Mint Cinnamon anpassbar?

  • Distrowahl
    Linux Mint

    Hallo alle zusammen!

    Ich bin bislang eingefleischter Windows-Supporter v.a. für die Generation Ü70 und beginne, mich nun verstärkt mit Linux zu befassen (weil einige meiner "Patienten" von Win10 zu Linux wechseln möchten). Ich stehe noch ziemlich am Anfang und bemühe mich, nicht allzu peinliche Fragen zu stellen ... Auch habe ich mit der derzeitigen Umstellung viel um die Ohren und bitte daher im Vorfeld um Verständnis, wenn ich manchmal etwas Zeit zum Antworten im Forum brauche.

    Zum Thema: Meine ersten Mint-Installationen über USB-Stick habe ich schon hinter mir, mit CinnVIIStarkMenu etc. habe ich für eine hochbetagte Kundin ein sehr windows-ähnliches System gezimmert bekommen. Ich nähere mich insofern einer für mich und meine Community brauchbaren Dauerlösung an. Nur muss ich das immer wieder von Neuem einrichten: Benutzeroberfläche, Fernwartungssoftware, Anwendungen etc. Im Grunde bräuchte ich so ein ideal vorbereitetes System als Basis für weitere ehemalige Windows-Rechner, aber eben auf ganz unterschiedlicher Hardware.

    Kann man einen solchen individualisierten Stick erstellen und dessen System dann unverändert oder ggf. nach ein paar Anpassungen (im Verlauf der Live-Phase) auf einen beliebigen Rechner installieren? Idealerweise auch Update-fähig, so dass der USB-Stick weiterhin anpassbar bleibt und ich nicht alle paar Monate von vorne beginnen muss?

    Unter Windows habe ich eine NVME mit vollständig lauffähigem System, das ich booten, anpassen und auch aktualisieren kann. Davon gibt es bei Neurechnern oder Umzügen dann jeweils einen Klon, der sich hardwareseitig beim Starten selbst anpasst. Das läuft seit Jahren einwandfrei.
    So scheint es unter Linux aber nicht zu funktionieren. Daher würde ich mir gerne einen USB-Stick erstellen, der als Live-System schon mit allem ausgerüstet ist, was an Mindesteinstellungen für jeden Interessenten benötigt wird, und der sich dann ggf. in diesem Zustand dauerhaft auf dem internen Datenträger installieren lässt. Also nach dem Motto: Live starten, testen, auf "Jetzt installieren" klicken, fertig.

    Kurzgefasst: Kann man einen individuellen Linux-Installations-Stick erstellen?

    Danke für Eure Hilfe - ich bin gespannt, was ich hier noch dazulernen kann!


    ruby

  • Moin ruby

    Ja, das geht – aber ganz so einfach ist es nicht. Mit Cubic kannst du zwar problemlos eine bestehende Debian- oder Ubuntu-ISO anpassen, doch sobald es um die Anpassung des Desktops geht, braucht es schon etwas Erfahrung.

    Vielleicht hilft dir das Video etwas weiter:

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    Mfg: evilware666

  • Okay, erstmal vielen Dank für Eure Vorschläge und dann ordentlich Asche auf mein Haupt - ich hatte schlicht vergessen, die Benachrichtigung für das Thema zu abonnieren, daher erst jetzt meine Rückmeldung.

    Ich werde mich jetzt mit dem Thema näher befassen. Wegen des Patchdays hatte ich dafür noch keine Zeit - aber zurückmelden hätte ich mich wenigstens können :saint:.

  • Das Video habe ich mir inzwischen mal angesehen. Sieht vielversprechend aus, ob ich das auch mit Mint zum Laufen bekomme? Ich werde es dmenächst mal testen. Ist aber dann doch noch viel Anpasserei, tatsächlich habe ich ein paar Sachen mit Flatpak installiert, und für Versionsupgrades muss ich doch wieder von vorne beginnen, wenn ich die Anleitung richtig verstehe.

    Andererseits stelle ich doch nochmal die Ersatzfrage:
    Kann man mit Linux ebenso verfahren, wie ich es mit Windows beschrieben habe? Also System perfekt einrichten, Datenträger klonen und auf beliebiger anderer Hardware verwenden?

  • Kann man mit Linux ebenso verfahren, wie ich es mit Windows beschrieben habe? Also System perfekt einrichten, Datenträger klonen und auf beliebiger anderer Hardware verwenden?

    Wenn die Hardware ähnlich ist geht das so. Linux bringt eigentlich alle Treiber für unterschiedliche Systeme mit, sonst würden Live-Systeme nicht funktionieren. Aber schon wenn du in einem Fall eine Harddisk und im anderen Fall eine SSD verbaut hast ist es schon nicht mehr so einfach, da die Harddisk als Device über /dev/hda, die SSD aber über /dev/nvme... angesrochen werden und damit evtl. die /etc/fstab nicht mehr stimmt, in der festgelegt ist, welche Platten beim Booten wie gemountet werden.

    Evtl. lässt sich das umgehen, indem man die UUID der Platte in der fstab benutzt, aber ob die beil Clonen übertragen wird weiß ich nicht. Weiterhin hättest du immer denselben Benutzer. Es wäre also auf jeden Fall noch Handarbeit notwendig. Ich hoffe, du findest eine Antwort in einem der oben verlinkten Beiträge.

    Mint Mate auf ASUS Zenbook Flip UX360U; Armbian auf Banana Pi; Mint Cinnamon auf MS Surface Go

  • Danke, habe etwas in der Linux Bibel gestöbert, die Umsetzung geht mir aber noch nicht so ganz leicht von der Hand.

    Ich werde als Nächstes mal mit den Klonen spielen. HDDs sind in meinem Dunstkreis schon lange ausgestorben, ansonsten ist die Hardware aber schon recht unterschiedlich.

    Das mit dem immer gleichen Benutzernamen ist mir sogar ganz recht, hier schlummern mehrere alte PCs und Notebooks, die bei der Win11-Umstellung ausrangiert wurden und die ich nach Bedarf fertig installiert weitergeben bzw. spenden möchte. Also weiß ich bei der Bearbeitung oft noch nicht, wen den jeweiligen Rechner später bekommt. Auch unter Windows gibt es bei mir immer nur "User"; solange man damit keine Netzwerke betreibt, sollte das m.E. kein Problem sein.

    Auf jeden Fall habt Ihr schonmal zur Erweiterung meines Horizontes beigetragen :)

  • Hallo ruby.

    Vielleicht kann Dir Rescuezille noch behilflich sein. Ist ein Livesystem zur vollständigen Sicherung von Partitionen und ganzen Laufwerken auf Linuxbasis. Damit kann man ein optimiertes System auf ähnliche Rechner spielen. Aber darauf achten, dass die Zielllaufwerke mindestens die gleiche Größe haben, wie das gesicherte Laufwerk. Sonst kann es Probleme geben.

  • Mintbonbon Okay, das werde auch probieren. Unter Windows habe ich auch immer eine jeweils passende Ausgabe auf einer kleinstmöglichen SSD, die ich dann auf größere SSDs geklont habe. Damit ist ein neuer Rechner in einer halben Stunde fertig. Das wäre mein Traumziel auch mit Linux ...

  • Rescuezilla scheint vorläufig mein Favorit zu werden. Ich habe zum Testen mehrfach geklont und auf verschiedenen Desktops und Laptops probiert - meine bevorzugte Installation läuft auf allen Geräten auf den ersten Blick einwandfrei, sogar direkt vom USB-Anschluss (praktisch zum Testen). So kann ich auch die gewünschten Ergänzungen vornehmen, indem ich das "Original" gelegentlich per USB an den ursprünglichen Rechner anhänge und Updates ziehe, Dateien aufkopiere oder das Design aktualisiere.

    Dazu 2 Fragen:
    1. Was sollte ich konkret testen, um eventuelle Inkompatibilitäten einzelner Bauteile schnell zu ermitteln? (WLAN, LAN und Kamera natürlich ...)
    2. Bei Rescuezilla bekomme ich jedesmal einen Klon-Bericht ohne Inhalt, aber mit einem "Durchfahrt-verboten-Schild"; nach OK sehe ich lediglich den Hinweis, dass der "GRUB-Bootloader (sofern vorhanden) nicht aktualisiert" wurde. Muss ich da noch auf irgendwas achten?

  • Hallo ruby,

    freut mich, dass ich Dir etwas helfen konnte. Zu Deinen Fragen würde ich gerne auf die Profis hier verweisen, da ich noch nicht so lange dabei bin.

    Zu 1. würde ich Dir empfehlen, mehrere Kernelversionen in den Klon zu packen, da dieser massgeblich für die grundsätzliche Kompatibilität ist. Bei LM gibt es im Moment ja die Kernelreihen 6.8, 6.11 und 6.14, die aus dem System heraus installierbar sind. Da gibt es durchaus Kernel die besser bzw. schlechter auf dem Zielsystem funktionieren. Auch innerhalb der jeweiligen Serien. Funktionierende Netzwerkverbindungen sind natürlich die erste Voraussetzung, damit man das System anpassen kann.

    Zu 2.: sofern das System startet, ist denke ich da kein Problem dabei. Bei Startproblemen kann mit mit dem Livesystem von LM und der App "Bootrepair" den Bootloader reparieren. Ist aber nicht ganz so einfach.

    Alles Gute.

  • 2. Bei Rescuezilla bekomme ich jedesmal einen Klon-Bericht ohne Inhalt, aber mit einem "Durchfahrt-verboten-Schild"; nach OK sehe ich lediglich den Hinweis, dass der "GRUB-Bootloader (sofern vorhanden) nicht aktualisiert" wurde. Muss ich da noch auf irgendwas achten?

    Also grundsätzlich kann ein kopiertes OS nur mit seinem Bootloader starten.
    Unter EFI steckt der Bootstarter in der EFI-Partition.

    Wenn auf der Boot-Disk (, von der der Klon starten soll) schon eine gültige EFI-Partition drauf sein sollte, müsste man mit einem Linux-Live-Medium (Stick) starten und im Terminal diese beiden Kommandos ausführen:
    sudo os-prober
    sudo update-grub

    Wenn auf der Ziel-Disk noch gar keine EFI-Partition vorhanden sein sollte, ist diese noch zu erstellen. Zum Beispiel hätte man die EFI-Partition vom Original-Datenträger ebenfalls klonen können, um anschließend wie vorstehend Grub auf den aktuellen Stand zu bringen.

  • Hallo,

    Ich mag hier einmal die Sinnhaftigkeit eines eigenen Images mit ganz bestimmten Programmen anzuzweifeln.

    Es ist ein ziemlicher Aufwand,die Zeitersparnis bei einer Installation ist aber gering, da trotzdem Online dann die Updates eingespielt werden müssen. Wenn du heute mit einem Windows Stick der 3 Monate alt ist installierst, machst auch gewaltig lange Updates.

    Da wäre es vermutlich einfacher, Linux Mint oder was auch immer zu installieren und dann mit einem Skrit online alle gwünschten Sachen in einem Rutsch Aktuell zu laden. Bei den heutigen Downloadvolumen der meisten Privat Haushalte geht das recht zügig.

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