1 🔍 FSearch (Die Echtzeit-Dateisuche für Linux)
FSearch wurde in reinem C geschrieben.
Die Philosophie: Kompromisslose Geschwindigkeit und Unabhängigkeit vom verwendeten Desktop-Environment oder Window Manager.
1.1 Die technische Architektur von FSearch
- Reine Metadaten-Indizierung:
Das Tool ignoriert den Inhalt von Dokumenten. Es erfasst ausschließlich Dateinamen, Pfade, Größen und Änderungsdaten. Das hält die interne Datenbank winzig (wenige Megabyte bei Millionen von Dateien). - RAM-gestützte Suche:
Beim Start wird die Datenbank komplett in den Arbeitsspeicher geladen. Suchergebnisse werden dadurch in Echtzeit – noch während des Tippens – ohne Festplatten-Zugriffe gefiltert. - Mächtige Filter & RegEx:
Unterstützt reguläre Ausdrücke (Regular Expressions), Wildcards sowie dedizierte Filter für Dateitypen (Audio, Video, Dokumente, Bilder). - Dateisystem-Flexibilität:
Funktioniert universell auf allen Linux-Dateisystemen (Ext4, Btrfs, XFS) sowie auf eingebundenen Netzwerklaufwerken (NFS/Samba).
2 📦 DIE INSTALLATIONS-BEFEHLE
FSearch ist mittlerweile in den Standard-Repositories fast aller Distributionen vertreten.
2.1 1️⃣ Debian
# 1. Paketquellen aktualisieren
sudo apt update
# 2. Tool installieren
sudo apt install fsearch
2.2 2️⃣ Arch Linux
# Arch Linux (Da das Paket im AUR liegt, ist ein AUR-Helfer wie yay oder paru erforderlich)
# Variante A: Installation mit dem AUR-Helfer yay
yay -S fsearch
# Variante B: Manuelle Kompilierung ohne AUR-Helfer
sudo pacman -S --needed base-devel git
git clone https://aur.archlinux.org/fsearch.git
cd fsearch
makepkg -si
2.3 3️⃣ Fedora
Bash
# 1. Die Repo-Datei manuell in das DNF-Verzeichnis laden
sudo curl -o /etc/yum.repos.d/_copr_cwickert-fsearch.repo https://copr.fedorainfracloud.org/coprs/cwickert/fsearch/repo/fedora-43/cwickert-fsearch-fedora-43.repo
# 2. FSearch installieren (DNF nutzt nun die funktionierende F43-Quelle)
sudo dnf install fsearch
# Methode 2: selber bauen
# 1. Alle benötigten Build-Abhängigkeiten installieren
sudo dnf install git meson gcc-c++ gtk3-devel pcre2-devel tools -y
# 2. Quellcode herunterladen
git clone https://github.com/cboxdoerfer/fsearch.git
cd fsearch
# 3. Kompilieren und im Container installieren
meson setup builddir
ninja -C builddir
sudo ninja -C builddir install
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2.4 4️⃣ openSUSE
# Variante A: Unter Tumbleweed (Standard Rolling Release) direkt nativ:
sudo zypper install fsearch
# Variante B: Unter Leap 16.0 (Manuelles Kompilieren via Meson/Ninja):
sudo zypper install -y git meson gcc-c++ gtk3-devel pcre2-devel
git clone https://github.com/cboxdoerfer/fsearch.git && cd fsearch
meson setup builddir && ninja -C builddir && sudo ninja -C builddir install
3 🛠️ Die optimale Einrichtung
3.1 1. Datenbank-Verzeichnis absichern
FSearch speichert seine Konfiguration und Datenbank standardmäßig im Benutzerverzeichnis. Es sind keine Root-Rechte erforderlich:
3.2 2. Wichtige Tastenkombinationen im Suchfenster
- Strg + F: Den Fokus sofort in das Suchfeld setzen.
- Strg + R: Den regulären Ausdrucksmodus (RegEx) umschalten.
- Alt + Return: Eigenschaften der markierten Datei anzeigen.
- Strg + Umschalt + C: Den absoluten Pfad der ausgewählten Datei in die Zwischenablage kopieren.
3.3 3. Typische RegEx-Suchbeispiele
Gib diese Ausdrücke direkt in die Suchzeile ein (sofern RegEx aktiv ist):
- \.pdf$ – Findet alle Dateien, die exakt auf die Endung .pdf enden.
- ^Kopie – Sucht nach allen Dateien, die mit dem Wort „Kopie“ beginnen.
- (png|jpg|webp) – Filtert die Ansicht sofort auf diese drei Bildformate.
4 ⚠️ DIE TYPISCHEN FSEARCH-STOLPERSTEINE
4.1 1. Das „Neue Dateien werden in der Suche nicht gefunden“ - Update-Problem
- Das Problem:
Der Nutzer hat gerade eine Datei heruntergeladen oder erstellt, aber FSearch zeigt sie trotz korrekter Schreibweise nicht in den Ergebnissen an. - Die Ursache:
FSearch arbeitet aus Performancegründen nicht mit einem permanenten Kernel-Dateiwächster (inotify), sondern setzt auf geplante Datenbank-Updates. - Die Lösung: Die Datenbank manuell über Strg + Shift + R (oder über das Menü Datei -> Datenbank aktualisieren) auffrischen. Alternativ in den Einstellungen unter Datenbank -> Automatisches Update das Intervall beim Start oder in festen Stundenabständen aktivieren.
4.2 2. Das „Fehlende Berechtigungen auf externen Festplatten“ - Mount-Falle
- Das Problem:
FSearch indiziert die Hauptpartition problemlos, weigert sich aber beharrlich, Ordner auf einer zweiten internen Festplatte oder einem USB-Laufwerk aufzunehmen. - Die Ursache:
Wenn externe Datenträger unter /run/media/dein_username/... mit restriktiven Benutzerrechten gemountet sind oder FSearch als Flatpak ausgeführt wird, blockieren die Sicherheitsbarrieren den Lesezugriff auf den Mount-Pfad. - Tipp:
Prüfen, ob FSearch als natives Systempaket installiert ist. In den Einstellungen unter Datenbank -> Verzeichnisse den exakten Mount-Pfad manuell über das Plus-Symbol hinzufügen und sicherstellen, dass der normale Benutzer Leserechte auf diesen Ordner besitzt (ls -la /pfad/zum/mount).
5 📝 FAZIT
FSearch ist die absolute Geheimwaffe für Power-User, die von schwerfälligen Datei-Indizierern genervt sind. Es glänzt durch seine radikale Fokussierung auf pure Suchgeschwindigkeit im RAM. Wer Tiling Window Manager nutzt, kann FSearch perfekt als schlankes, separates Suchfenster einbinden, ohne dass im Hintergrund permanent die CPU durch Datei-Inhaltsanalysen belastet wird.