1 🐍 Miniconda (Der schlanke Einstieg in die Python-Welt)
1.1 1.1 🔬 DIE FUNKTIONSWEISE: SCHLANK STATT ÜBERLADEN
Während die normale Anaconda-Distribution nach der Installation direkt mehrere Gigabyte Speicherplatz belegt und das System mit Bibliotheken überhäuft, die man im Alltag oft gar nicht benötigt, geht Miniconda einen ressourcenschonenden Weg.
Es liefert dir quasi ein leeres, aber voll funktionsfähiges digitales Gewächshaus. Welche Pflanzen (Software-Pakete wie Numpy, Pandas oder TensorFlow) darin wachsen sollen, bestimmst du danach völlig flexibel selbst über den integrierten Conda-Befehl.
1.1.1 1.1.1 Warum oft Miniconda statt Anaconda empfohlen wird:
- Geringer Speicherbedarf:
Der Download ist winzig und das System belegt nach dem Entpacken nur einen Bruchteil des Speicherplatzes von Anaconda. - Kein Versions-Chaos:
Da man Pakete erst bei Bedarf installiert, arbeitet man immer automatisch mit den aktuellsten Versionen und schleppt keinen veralteten Software-Ballast mit.
1.2 1.2 🛠️ DIE INSTALLATION UNTER LINUX
Da Miniconda eine eigenständige Software-Umgebung ist, wird es nicht über die normalen Paketmanager (apt, dnf etc.) installiert, sondern über ein offizielles Shell-Skript direkt von Anaconda bezogen.
1. Das Installationsskript für die Linux-64-Bit-Architektur herunterladen:
2. Das Skript im Terminal ausführen, um den Installer zu starten:
(Hinweis: Während der Installation muss man die Lizenztexte mit der Eingabetaste durchscrollen und am Ende mit yes bestätigen. Auch die abschließende Frage, ob Miniconda direkt in die Terminal-Konfiguration eingetragen werden soll, muss mit yes beantwortet werden).
1.3 1.3 ⚠️ DIE KLASSISCHEN STOLPERSTEINE
1.3.1 „Nach der Installation steht vor meinem Terminal-Namen plötzlich immer '(base)'. Wie schalte ich das ab?“
Hintergrund:
Miniconda nistet sich in der Startkonfiguration deines Terminals ein und aktiviert standardmäßig bei jedem Öffnen des Fensters die Python-Basisumgebung. Das nervt, wenn man eigentlich nur normale Linux-Befehle nutzen möchte.
Lösung:
Dieses automatische Verhalten lässt sich über die Conda-Konfiguration dauerhaft unterdrücken. Tippe dazu einfach folgenden Befehl ein:
Nach einem Neustart des Terminals verhält sich die Eingabeaufforderung wieder völlig normal. Möchtest du die Umgebung doch mal manuell betreten, nutzt du einfach conda activate base.
1.3.2 „Ich habe die Installation abgeschlossen, aber das System meldet bei 'conda' weiterhin 'Befehl nicht gefunden'.“
Hintergrund:
Der Installer schreibt die Pfade in die Konfigurationsdatei deines Terminals (z. B. .bashrc oder .zshrc). Das aktuell offene Terminal-Fenster weiß von diesen Änderungen im laufenden Betrieb aber noch nichts.
Lösung:
Das Problem lässt sich ganz einfach lösen:
Schließe das aktuelle Terminal-Fenster komplett und öffne es neu. Alternativ kannst du die Konfiguration im aktiven Fenster mit diesem Befehl neu einlesen lassen:
1.4 1.4 💡 FAZIT
Miniconda ist das perfekte Werkzeug für Puristen und Profis. Es bietet die volle Flexibilität und Mächtigkeit des Conda-Ökosystems, ohne das Linux-System mit Gigabytes an ungenutzten Daten zu belasten.