1 Modem
1 Modem (Der Übersetzer für den Internetzugang)
Das Wort Modem ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Begriffen Modulator und Demodulator zusammen. Es beschreibt ein Hardware-Gerät, das als Übersetzer zwischen zwei verschiedenen Welten der Datenübertragung fungiert: der digitalen Welt des Computers und der analogen bzw. hochfrequenten Welt der Übertragungsleitungen deines Internetanbieters.
1.1 1.1 🔬 Die Funktionsweise:
Wie wird übersetzt?
Computer, Router und Smartphones arbeiten intern ausschließlich mit digitalen Signalen, also mit Nullen und Einsen. Über weite Strecken – etwa durch das Kupferkabel der Telefonleitung oder per Funk durch die Luft – lassen sich diese reinen Digitalsignale jedoch nicht ohne enorme Verluste transportieren.
Hier greift das Modem ein:
- Senden (Modulation):
Das Modem empfängt die digitalen Daten vom Computer oder Router und wandelt (moduliert) sie in hochfrequente, wellenförmige Signale um, die problemlos über das jeweilige Medium transportiert werden können. - Empfangen (Demodulation):
Kommen Signale aus der Leitung beim Nutzer an, wandelt (demoduliert) das Modem diese Wellenbewegungen wieder zurück in lesbare digitale Nullen und Einsen und leitet sie an den Router oder PC weiter.
1.2 1.2 🛠️ Die Entwicklung der Modem-Typen Im Laufe der Zeit hat sich die Technik der Modems stark verändert:
1.2.1 1.2.1 1. Analoge Modems (V.90 / V.92)
In den Anfangszeiten des Internets wurden Modems direkt an den analogen Telefonanschluss gesteckt. Sie erzeugten beim Einwählen die typischen, hörbaren Pfeif- und Knatschgeräusche. Die maximale Geschwindigkeit war physikalisch auf 56 kbit/s begrenzt, und während des Surfens war die Telefonleitung besetzt.
1.2.2 1.2.2 2. DSL-Modems
Mit der Einführung von DSL wurden Daten über wesentlich höhere Frequenzen auf der Telefonleitung geschickt. Dadurch wurde das Internet um ein Vielfaches schneller und das Telefon blieb parallel frei.
1.2.3 1.2.3 3. Kabel-Modems
Diese nutzen das Breitband-Kabelnetz des Kabelfernsehens, um Daten mit hoher Geschwindigkeit zu übertragen.
1.2.4 1.2.4 4. Glasfaser-Modems (ONT)
Bei echten Glasfaseranschlüssen (FTTH) übersetzt ein spezielles optisches Modem (oft Optical Network Terminal genannt) die Lichtsignale aus dem Glasfaserkabel in elektrische Digitalsignale für den Router.
1.2.5 1.2.5 5. Mobilfunk-Modems (LTE / 5G)
Diese sind als kleine Chips fest in Smartphones oder als Funkmodule in Mobilfunk-Routern verbaut. Sie modulieren die Daten in Radiowellen für den Mobilfunkmasten.
1.3 1.3 ⚠️ Der klassische Stolperstein:
1.3.1 Modem vs. Router
In der Praxis werden die beiden Begriffe heute oft verwechselt, da moderne Geräte meistens Kombigeräte (Router mit integriertem Modem) sind. Es handelt sich jedoch um zwei völlig verschiedene Aufgaben:
- Das Modem stellt lediglich die reine Verbindung zum Internetanbieter (ISP) her und übersetzt das Signal. Es liefert im Grunde nur einen Internetzugang für genau ein Gerät.
- Der Router sorgt dafür, dass dieses Internetsignal im Haus verteilt wird. Er baut das Heimnetzwerk (LAN und WLAN) auf und vermittelt die Datenpakete zwischen den verschiedenen Geräten (PC, Smartphone, Smart-TV) und dem Modem.