1 Strawberry (Der High-End-Player für Audiophile)
Während Clementine optisch und funktionell die Basis lieferte, wurde Strawberry von Grund auf für ein völlig anderes Ziel optimiert: Kompromisslose Audio-Qualität. Der Entwickler Jonas Kvinge wollte einen Player schaffen, der perfekt mit modernen Linux-Audio-Systemen zusammenspielt und Musik exakt so an den Receiver oder die Soundkarte weitergibt, wie sie im Tonstudio aufgenommen wurde. Das Markenzeichen von Strawberry ist – passend zum Namen – eine rote Erdbeere als Logo.
1.1 🔬 Die Besonderheiten: Was macht Strawberry so extrem stark?
Im Gegensatz zu normalen Playern bringt Strawberry Funktionen mit, die man sonst nur aus sündhaft teuren Hi-Fi-Programmen kennt:
- Bitperfekte Wiedergabe (Bit-perfect Audio):
Normale Player schicken den Ton an den Linux-Soundserver, der die Musik oft heimlich umrechnet. Strawberry kann das Audiosignal (via ALSA, PulseAudio oder PipeWire) komplett unberührt und direkt an deine Soundkarte oder deinen USB-DAC (Digital-Analog-Wandler) durchreichen. - Unterstützung für High-Res-Audio:
Strawberry spielt klaglos extrem hochauflösende Formate wie FLAC, WavPack, DSD und SACD ab. - Modernste System-Basis:
Das Programm wird extrem aktiv weiterentwickelt und basiert auf den neuesten Grafik- und Programmierbibliotheken (Qt6). - Erweiterte Metadaten:
Neben Songtexten und Albencovern zieht sich Strawberry auf Wunsch auch detaillierte Hintergrundinfos zu den Künstlern von Plattformen wie Audiodg, Discogs oder MusicBrainz.
1.2 🛠️ Wo ist es installiert und wie installiere ich es nach?
Da Strawberry ein hochmodernes Programm ist, ist es in den Repositories aller aktuellen Linux-Distributionen fest verankert:
Unter Arch Linux / EndeavourOS:
Unter Fedora Linux:
Unter openSUSE:
1.3 ⚠️ Die klassischen Stolpersteine
1.3.1 1. "Ich höre keinen Unterschied zu anderen Playern!"
- Die Ursache:
Strawberry ist nach der Installation so eingestellt, dass es sich wie ein ganz normaler Player verhält und den Standard-Soundserver von Linux nutzt. Seine wahre Muskelkraft entfaltet das Tool erst, wenn man es explizit von der Kette lässt. - Die Lösung: Unter Werkzeuge -> Einstellungen -> Backend stellt man den Audio-Ausgang von „Automatisch“ auf „ALSA“ oder das spezifische USB-Audiogerät um. Erst dadurch wird die bitperfekte Direktübertragung aktiviert.
1.3.2 2. "Wenn Strawberry läuft, bleibt der Browser (z. B. YouTube) stumm!"
- Die Ursache:
Das ist die Kehrseite der Medaille bei der bitperfekten Wiedergabe. Wenn Strawberry direkten Zugriff auf die Soundkarte verlangt (exklusiver ALSA-Zugriff), wird die Soundkarte für alle anderen Programme im System komplett gesperrt. - Die Lösung:
Das ist kein Fehler, sondern ein technisches Feature für maximalen Klang. Möchte man das nicht, stellt man das Backend in den Strawberry-Einstellungen einfach wieder zurück auf PipeWire oder PulseAudio – dann teilen sich alle Programme die Soundkarte wieder friedlich, allerdings ohne den audiophilen Exklusiv-Bonus.