1 IP-Adresse (Deine digitale Hausnummer)
Im Alltag unterscheidet man zwischen zwei völlig verschiedenen Arten von IP-Adressen, die man niemals verwechseln darf:
1.1 🏡 1. Die lokale IP-Adresse (Dein privates Zuhause)
Diese Adressen vergibt dein Internet-Router (z. B. deine Fritz!Box) vollautomatisch an alle Geräte, die sich zu Hause per Kabel oder WLAN bei ihm anmelden.
- Der Nummernkreis:
Lokale IP-Adressen beginnen im Heimbereich fast immer mit 192.168... (z. B. hat dein PC die 192.168.178.20 und dein Netzwerkdrucker die 192.168.178.50). - Die Erreichbarkeit:
Diese Adressen gelten nur innerhalb deines Hauses. Niemand aus dem Internet kann direkt auf deine lokale IP-Adresse zugreifen. Das ist wie in einem großen Bürogebäude: Jedes Zimmer hat eine interne Durchwahlnummer (z. B. Zimmer 105), die man von außen von der Straße aus nicht direkt anwählen kann.
1.2 🌍 2. Die öffentliche IP-Adresse (Deine Anschrift im Internet)
Sobald du mit deinen Geräten ins weltweite Internet gehst, vergibt dein Internetanbieter (wie die Telekom oder A1) eine einzige, öffentliche IP-Adresse an deinen Router.
- Die Funktion:
Alle Geräte in deinem Haus surfen im Internet über diese eine, gemeinsame öffentliche Adresse. Wenn du eine Webseite aufrufst, sieht der Betreiber dieser Seite nur die öffentliche IP deines Routers, nicht aber die lokale IP deines PCs. - Der Wechsel:
Die öffentliche IP-Adresse ändert sich bei normalen Internetanschlüssen in der Regel alle 24 Stunden.
1.3 🥊 IPv4 vs. IPv6: Das Generations-Problem
1.3.1 IPv4 (Der alte Standard)
Besteht aus vier Zahlenblöcken, die durch Punkte getrennt sind (z. B. 192.168.1.50).
- Das Problem:
Mit IPv4 sind weltweit „nur“ etwa 4,3 Milliarden Adressen möglich. Da heute aber Milliarden Smartphones, Server und smarte Haushaltsgeräte am Netz hängen, sind die IPv4-Adressen weltweit schlichtweg ausgegangen.
1.3.2 IPv6 (Der moderne Nachfolger)
Weil die Adressen knapp wurden, wurde IPv6 erfunden. Diese Adressen sind viel länger, bestehen aus Zahlen und Buchstaben und sind durch Doppelpunkte getrennt (z. B. 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334).
- Der Vorteil:
Es gibt damit quasi unendlich viele Adressen. Jedes Sandkorn auf der Erde könnte eine eigene IPv6-Adresse bekommen. Moderne Anschlüsse nutzen heute fast immer beide Standards gleichzeitig.
1.4 ⚠️ Die klassischen Stolpersteine
1.4.1 1. Der "IP-Adressen-Konflikt"
- Das Symptom:
Ein Gerät verliert ständig die Verbindung oder kommt plötzlich gar nicht mehr ins Internet. - Die Ursache:
Das passiert, wenn zwei Geräte im selben Heimnetzwerk aus Versehen dieselbe lokale IP-Adresse verwenden (z. B. wenn man einem Drucker manuell eine feste IP zugewiesen hat, die der Router später an ein neu angemeldetes Smartphone vergibt). Die Datenströme prallen dann aufeinander wie zwei Autos auf einer Kreuzung. - Die Lösung:
Stelle die Geräte so ein, dass sie ihre IP-Adresse automatisch vom Router per DHCP beziehen. Möchte man eine feste IP (z. B. für einen Server oder Drucker), stellt man dies am besten direkt im Menü des Routers ein („Diesem Gerät immer die gleiche IP zuweisen“).
1.4.2 2. Das "DS-Lite"-Nadelöhr bei Heimservern
- Das Symptom:
Ein Nutzer hat zu Hause stolz sein WireGuard-VPN oder seine Nextcloud eingerichtet, kommt von außen per IPv4 aber einfach nicht darauf. - Die Ursache:
Der Nutzer hat einen modernen Internetanschluss mit sogenanntem DS-Lite. Weil der Internetanbieter nicht mehr genug öffentliche IPv4-Adressen hat, teilt sich der Nutzer seine öffentliche IPv4-Adresse mit Hunderten anderen Kunden. Eine direkte Verbindung von außen über IPv4 ist damit unmöglich. - Die Lösung:
Der Nutzer muss zwingend auf IPv6 umstellen. Über das moderne IPv6-Protokoll hat der Router wieder eine völlig eigene, von außen direkt erreichbare Adresse.
1.5 🐧 Linux-Praxistipp: Wie finde ich meine IP-Adresse heraus?
Die eigene lokale IP-Adresse anzeigen:
(In der Ausgabe sucht man nach dem Begriff inet gefolgt von der typischen lokalen Nummer, z. B. 192.168.1.15).
Die aktuelle öffentliche IP-Adresse anzeigen (Wie sieht mich das Internet?):