1 ➖ M.2
Ein M.2-Modul sieht aus wie ein kleiner, flacher Kaugummi-Riegel, der direkt flach in einen Slot auf dem Mainboard gesteckt und am anderen Ende mit einer kleinen Schraube oder einem Kunststoff-Clip fixiert wird. Dadurch werden klobige Gehäuse und störende Kabel im PC-Gehäuse komplett überflüssig.
1.1 ⚠️ Das goldene Gesetz: Formfaktor ist nicht gleich Geschwindigkeit!
M.2 beschreibt nur, wie der Stecker und die Karte physikalisch aussehen, aber absolut gar nichts über die Geschwindigkeit! Welches Tempo anliegt, hängt einzig und allein vom Protokoll ab, mit dem das Mainboard den M.2-Steckplatz intern ansteuert. Hier gibt es zwei völlig verschiedene Welten:
- M.2-SATA (Das Schneckentempo im modernen Gewand):
Das Modul sieht modern aus, nutzt im Hintergrund aber das alte SATA-III-Protokoll. Die Daten wandern durch den normalen SATA-Controller und sind wie eine klassische 2,5-Zoll-SSD bei exakt 600 MB/s abgeriegelt. - M.2-NVMe (Die wahre Rakete):
Das Modul nutzt das moderne NVMe-Protokoll und greift über den Steckplatz direkt auf die PCI-Express-Leitungen (PCIe) des Prozessors zu. Je nach PCIe-Generation (PCIe 3.0, 4.0 oder 5.0) werden hier Geschwindigkeiten von 3.500 bis über 14.000 MB/s erreicht.
1.2 ❕ Die kryptischen Zahlen verstehen: Was bedeutet „M.2 2280“?
Wenn man im Internet oder im Laden nach einer M.2-SSD sucht, stößt man immer auf vierstellige Zahlen wie 2280, 2242 oder 2230. Dieser Code ganz einfach entschlüsseln, da er lediglich die physischen Abmessungen des Riegels in Millimetern beschreibt:
- Die ersten beiden Ziffern stehen immer für die Breite des Riegels (standardmäßig immer 22 mm).
- Die letzten beiden Ziffern stehen für die Länge des Riegels.
- 2280 (22 x 80 mm):
Der absolute Standard-Riegel für normale Desktop-Mainboards und Laptops. Nahezu alle gängigen Consumer-SSDs haben diese Größe. - 2230 (22 x 30 mm):
Extrem kurze Riegel. Man findet sie vor allem in kompakten Handheld-Konsolen (wie dem Steam Deck) oder in manchen sehr dünnen Tablets.
1.3 🛠️ Der Stolperstein: Die Key-Codierung (B-Key vs. M-Key)
Einsteiger verzweifeln manchmal, weil eine gekaufte M.2-SSD mechanisch einfach nicht in den Slot des Mainboards passen will. Das liegt an den kleinen Einkerbungen in der Steckerleiste, dem sogenannten Keying. Es schützt die Hardware davor, dass eine inkompatible Karte in einen falschen Slot gesteckt wird und durch falsche Spannungen durchschmort.
Es gibt im Wesentlichen drei Varianten bei SSDs:
- B-Key (Einkerbung links):
Nutzt meistens SATA oder maximal 2 PCIe-Bahnen. (Heute bei modernen SSDs kaum noch zu finden). - M-Key (Einkerbung rechts):
Der Standard für die schnellen NVMe-SSDs, da dieser Key bis zu 4 PCIe-Bahnen freischaltet. - B+M-Key (Zwei Einkerbungen):
Diese Riegel haben beide Aussparungen und passen universell in fast jeden Slot. Sie arbeiten fast immer nach dem langsameren SATA-Standard.
1.4 💡 Der wichtigste Tipp: Die "SATA-Sharing"-Falle
Ein absoluter Dauerbrenner bei Hardware-Upgrades. Ein Nutzer baut eine neue M.2-SSD ein und plötzlich funktioniert seine alte SATA-Festplatte oder das DVD-Laufwerk nicht mehr. Er denkt, er hätte beim Einbau ein Kabel beschädigt.
QuoteDie Aufklärung zur Leitungs-Teilung:
Da die Leitungen (Lanes) auf dem Mainboard begrenzt sind, teilen sich bei vielen Mainboards bestimmte klassische SATA-Ports die Leitungen mit dem M.2-Steckplatz. Sobald ein M.2-Riegel in den Slot gesteckt wird, schaltet das Mainboard elektronisch vollautomatisch ein oder zwei der normalen SATA-Buchsen ab.Der Rat zur Rettung:
Unbedingt ins Handbuch des Mainboards schauen. Dort steht exakt drin, welche SATA-Ports (z. B. Port 5 und 6) deaktiviert werden, wenn der M.2-Slot belegt ist. Die betroffene Festplatte muss dann einfach nur an einen anderen freien SATA-Port (z. B. Port 1) umgesteckt werden.