Der Begriff Open Source (deutsch: quelloffen) bezeichnet Software, deren Quellcode (der lesbare Programmtext) für die Öffentlichkeit frei einsehbar, veränderbar und nutzbar ist.
Im Gegensatz zu proprietärer Software (wie Microsoft Windows oder Adobe-Produkten), bei der der Code ein streng gehütetes Firmengeheimnis ist, liegt bei Open-Source-Software der Bauplan offen auf dem Tisch.
1 Die Kernphilosophie: Effizienz durch Transparenz
Die Open-Source-Bewegung wurde Ende der 1990er Jahre (unter anderem durch die Gründung der Open Source Initiative / OSI) ins Leben gerufen.
Ihr Ansatz ist im Kern pragmatisch:
Sie argumentiert, dass Software qualitativ hochwertiger, sicherer und stabiler wird, wenn Entwickler weltweit gemeinschaftlich und transparent an einem Code arbeiten können.
Das Prinzip lautet: „Viele Augen sehen viele Fehler.“
2 Was macht eine Software offiziell zu „Open Source“?
Es reicht nicht aus, den Code einfach nur ins Internet zu stellen. Damit eine Software offiziell als Open Source gilt, muss ihre Lizenz (z. B. die MIT-Lizenz, Apache-Lizenz oder die GPL) die Kriterien der Open Source Definition (OSD) erfüllen.
Die wichtigsten Punkte sind:
- Freie Weitergabe:
Die Lizenz darf niemanden einschränken, die Software zu verkaufen oder zu verschenken. - Zugang zum Quellcode:
Das Programm muss den vollständigen, unverschlüsselten Quellcode enthalten oder leicht zugänglich machen. - Erlaubnis für Modifikationen:
Jeder darf den Code verändern und die daraus entstehenden, abgeleiteten Werke unter denselben Bedingungen weiterverbreiten. - Keine Diskriminierung:
Die Software darf weder gegen bestimmte Personengruppen noch gegen spezifische Einsatzzwecke (z. B. die kommerzielle oder wissenschaftliche Nutzung) eingeschränkt werden.
3 Wichtige Abgrenzung im Foren-Alltag: Open Source vs. Freie Software
Obwohl beide Begriffe in der Praxis oft dieselbe Software meinen (weshalb man sie zu FOSS zusammenfasst), gibt es einen Unterschied in der Motivation:
- Freie Software (Free Software) ist eine gesellschaftliche Bewegung. Ihr geht es primär um die moralischen Rechte und die digitale Freiheit der Nutzer.
- Open Source ist eine Entwicklungsmethode. Ihr geht es um die praktischen Vorteile von offenem Code (bessere Qualität, schnellere Entwicklung, geringere Kosten für Unternehmen).