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Ubuntu 25.10: Warum der Wechsel von initramfs-tools zu Dracut wichtig ist

  • kim88
  • October 21, 2025 at 6:59 PM
  • 354 Views
  • 17 Replies

Stell dir ein grosses Orchester vor. Bevor die Musiker:innen auf die Bühne kommen und das Konzert beginnt, passiert hinter den Kulissen eine Menge. Die Stagecrew sorgt dafür, dass die Lichter angehen, die Noten auf den Pulten liegen und jedes Instrument an seinem Platz steht. Erst wenn alles vorbereitet ist, betritt der Dirigent den Saal und hebt den Taktstock. Jetzt kann die Musik beginnen.

Beim Start eines Computers läuft etwas ganz Ähnliches ab. Bevor der Linux-Kernel - also das Herz des Systems - aktiv werden kann, braucht er Hilfe. Diese Hilfe kommt in Form eines kleinen Systems, das man initramfs nennt. Es ist wie die Stagecrew des Computers: Es sorgt dafür, dass alles bereit ist, damit der Kernel weiss, wo er das Dateisystem findet, welche Treiber er laden muss und welche Geräte er ansprechen kann. Ohne dieses vorbereitende System könnte der Kernel seine eigentliche Arbeit gar nicht aufnehmen.

Contents [hideshow]
  1. Was passiert beim Einschalten eines Computers?
  2. Warum Ubuntu jetzt auf Dracut umsteigt
  3. Was bringt dir das als Nutzer:in konkret?
  4. Ein kurzer Blick in die Geschichte von initramfs
  5. Wie Dracut entstanden ist
  6. Fazit: Ein modernes Orchester braucht eine gute Stagecrew

Was passiert beim Einschalten eines Computers?

Wenn du deinen Computer einschaltest, beginnt eine ganze Reihe von Vorgängen. Zuerst übernimmt die Firmware oder das BIOS und sucht den Bootloader, der den Kernel startet. Doch der Kernel allein kann mit der Hardware noch nicht viel anfangen. Er braucht zunächst die nötigen Werkzeuge, um zum Beispiel auf die Festplatte zuzugreifen oder eine verschlüsselte Partition zu öffnen. Dafür wird das initramfs in den Arbeitsspeicher geladen.

Das initramfs ist ein kleines, temporäres Mini-Betriebssystem. Es enthält alles, was nötig ist, damit der Kernel die eigentliche Systempartition finden und laden kann. Danach verschwindet es wieder aus dem Speicher, und das richtige Betriebssystem übernimmt die Kontrolle. Man könnte also sagen: Das initramfs richtet die Bühne ein, und der Kernel führt dann das Konzert.

Was bei Linux das initramfs ist, nennt sich bei Windows "boot.wim" und bei MacOS "kernelcache" - diese Erkenntnis zeigt mal wieder wunderschön, dass auf technischer Basis Linux, Windows und MacOS sehr viele Dinge sehr gleich machen.

Warum Ubuntu jetzt auf Dracut umsteigt

Bisher hat Ubuntu ein Werkzeug namens initramfs-tools verwendet, um dieses kleine Helfersystem zu erstellen. Es bestand aus vielen einzelnen Skripten, die jeweils genau beschrieben, welche Module und Treiber beim Start eingebunden werden sollen. Das System war zuverlässig, aber mit der Zeit wurde es schwerfälliger und schwieriger zu pflegen. Jede neue Hardware oder Sicherheitsfunktion machte zusätzliche Anpassungen nötig, und der Überblick ging leicht verloren.

Ubuntu Anwender, die Updates über das Terminal machen, kennen das sicherlich, dass in der Ausgabe z.B. nach einem Kernelupdate sowas wie "InitramFS wird neu erstellt" steht.

Mit Ubuntu 25.10 kommt nun ein modernerer Ansatz: Dracut. Dieses Werkzeug wurde ursprünglich für andere Linux-Distributionen wie Fedora entwickelt und hat sich dort schon lange bewährt. Dracut funktioniert modular - das heisst, es besteht aus vielen kleinen Bausteinen, die je nach Bedarf zusammengesetzt werden. Dadurch ist es viel flexibler, besser erweiterbar und einfacher zu warten als das alte System.

Dracut kann automatisch erkennen, was ein bestimmtes System beim Start wirklich braucht, und baut daraus ein passendes initramfs. Statt eines fest verdrahteten Skript-Dschungels entsteht also ein schlanker und effizienter Startprozess.

Was bringt dir das als Nutzer:in konkret?

Für dich bedeutet der Wechsel in erster Linie, dass dein System stabiler und oft auch schneller startet. Wenn dein Computer zum Beispiel eine verschlüsselte Festplatte nutzt, wird Dracut schon sehr früh im Bootvorgang die nötigen Module laden, um sie zu entsperren. Das sorgt für weniger Fehlermeldungen und mehr Zuverlässigkeit. Auch moderne Geräte wie Bluetooth-Schlüssel oder neue Speichertechnologien werden dank Dracut besser unterstützt.

Die meisten Nutzer:innen werden den Unterschied kaum bewusst wahrnehmen. Der Rechner startet einfach - vielleicht ein wenig flotter, vielleicht etwas ruhiger, aber insgesamt zuverlässiger. Für Entwickler:innen und Administrator:innen ist der Wechsel hingegen ein grosser Schritt nach vorne, weil sich Bootprobleme einfacher analysieren und beheben lassen und weil das System viel klarer strukturiert ist.

Ein weiterer praktischer Vorteil zeigt sich, wenn du eine Bluetooth-Tastatur nutzt und dein System mit LUKS verschlüsselt ist. Früher war es oft so, dass Bluetooth-Geräte beim Entschlüsseln der Festplatte noch nicht funktionierten, weil die nötigen Treiber und Verbindungen erst später geladen wurden. Mit Dracut ändert sich das: Es kann die Bluetooth-Unterstützung schon im initramfs bereitstellen, sodass du deine Passphrase direkt mit deiner drahtlosen Tastatur eingeben kannst, ohne auf ein USB-Gerät ausweichen zu müssen. Das macht den Startvorgang nicht nur bequemer, sondern auch moderner und nahtloser.

Ein kurzer Blick in die Geschichte von initramfs

Bevor es das initramfs gab, nutzten Linux-Systeme ein sogenanntes initrd (Initial RAM Disk). Dabei wurde ein kleines Abbild des Dateisystems in den Speicher geladen, um den Kernel beim Start zu unterstützen. Dieses System war jedoch recht starr und musste oft manuell angepasst werden, wenn sich etwas an der Hardware oder der Systemkonfiguration änderte.

Mit der Zeit entstand daraus das initramfs, das auf einem flexibleren Dateisystem basiert. Es wird dynamisch erzeugt und kann sich besser an unterschiedliche Umgebungen anpassen. Unter Ubuntu übernahm das Werkzeug initramfs-tools diese Aufgabe. Es bestand aus einer Sammlung von Shell-Skripten, die genau vorgaben, welche Module, Treiber und Dienste in das Startsystem aufgenommen werden. Das war zuverlässig, aber auch mühsam zu pflegen. Jede neue Technologie - etwa verschlüsselte Laufwerke, moderne SSDs oder Netzwerkanbindungen - machte zusätzliche Anpassungen nötig, was den Bootprozess immer komplexer machte.

Wie Dracut entstanden ist

Das Projekt Dracut wurde im Umfeld von Fedora und Red Hat initiiert - um genau diese Probleme zu lösen - erste Entwicklungsarbeiten begannen im Jahr 2008. Der deutsche Softwareentwickler Harald Hoyer gilt als einer der Hauptautoren. Dracut ist nach der Stadt Dracut benannt, ähnlich wie Wayland und Weston. Dies folgt der Tradition von Red Hat, Projekte nach Orten in der Nähe des Hauptsitzes von Red Hat in Westford, Massachusetts, zu benennen.

Weil Dracut so strukturiert aufgebaut ist, nutzen es inzwischen viele grosse Linux-Distributionen. Fedora, Red Hat, openSUSE, Gentoo, Solus Linux, Suse Enterprise Linux, usw, und jetzt auch Ubuntu setzen auf dieses moderne System. Damit wird die Art, wie Linux-Systeme starten, einheitlicher und stabiler - ein grosser Schritt in Richtung Kompatibilität und Zukunftssicherheit.

Fazit: Ein modernes Orchester braucht eine gute Stagecrew

Ubuntu hat mit Dracut einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Das System, das dafür sorgt, dass dein Computer überhaupt starten kann, wurde modernisiert und vereinfacht. Dracut ist wie eine gut eingespielte Stagecrew, die alle Instrumente bereitstellt, bevor der Dirigent - also der Kernel - auftritt.

Damit legt Ubuntu 25.10 die Grundlage für schnellere, sicherere und stabilere Starts und reiht sich ein in die Riege moderner Linux-Distributionen, die Dracut schon länger nutzen. Für dich als Nutzer:in bedeutet das weniger Ärger, mehr Zuverlässigkeit und ein System, das mit neuer Hardware und künftigen Sicherheitsanforderungen besser umgehen kann.

So wie ein Konzert ohne Vorbereitung nicht beginnen kann, könnte auch dein Computer ohne initramfs nicht starten. Und mit Dracut wird diese Vorbereitung jetzt effizienter, präziser und zukunftssicher - ganz so, wie es sich für ein gut abgestimmtes Orchester gehört.

Dracut kommt nur bei Neuinstallationen von Ubuntu 25.10 zum Einsatz, bei Upgrades von der Version 25.04 bleibt initramfs zurzeit das Build-System für den initram.

  • Ubuntu
  • initramfs
  • dracut

Replies 17

MyLibertad
October 21, 2025 at 7:23 PM

Ein richtig toller Artikel. Und der Vergleich mit einem Orchester wirklich treffend. Vielen Dank für diesen Einblick. <3

Zuerst dachte ich, man hätte sich verschrieben und Dracula wäre gemeint. ^^:D

Cm69
October 21, 2025 at 7:24 PM

Wow, toll und anschaulich erklärt, hab Dank für den Artikel:thumbup:

Sojan
October 22, 2025 at 8:19 AM

Vielleicht probiere ich das mal unter Archlinux aus - natürlich nur in einer VM. ;)

Dracut Archlinux

pwd
October 22, 2025 at 9:03 AM

Bin ich das erste Mal bei der Installation von Gentoo mit in Berührung gekommen. Stur der Doku gefolgt und mich gefragt, was das nun schon wieder ist.

Mal wieder klasse erklärt - vielen Dank kim88

DenalB
October 22, 2025 at 11:10 AM

Fedora nutzt Dracut und EndeavourOS nutzt es, anders als Arch Linux, auch.

Danke, kim88 für den tollen Artikel!

Bulvai
October 22, 2025 at 11:19 AM

Ich dachte es wäre auch bei einem reinen Arch Standard. So kann man sich täuschen.

faxxy
October 22, 2025 at 11:33 AM

Im Moment werden meist noch beide Systeme unterstützt, aber es wird immer mehr auf Dracut umgestellt.

DenalB
October 22, 2025 at 11:33 AM
Quote from Bulvai

So kann man sich täuschen.

Das ist eine Änderung, die das Team von EndeavourOS gegenüber Arch Linux vorgenommen hat. ;)

algl
October 22, 2025 at 4:15 PM
Quote from Sojan

Vielleicht probiere ich das mal unter Archlinux aus - natürlich nur in einer VM. ;)

Dracut Archlinux

Da würden mich deine Erfahrungen mal interessieren.

Arch bleibt ja vermutlich bei mkinitcpio, was ich gut finde.

JochenPankow
October 23, 2025 at 8:15 PM

Danke für die interessante Information! Ich überlege denn, die im April 2026 kommende LTS 26.04 komplett neu installieren.

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