Gradia – die beste Screenshot-App für GNOME | App-Vorstellung
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kim88 -
August 24, 2025 at 4:56 PM -
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Bildschirmfotos und GNOME – das war schon immer ein spezielles Thema. Zwar bringt die GNOME Shell eine integrierte Screenshot-Funktion mit, mit der man Vollbild, Fenster oder einen frei wählbaren Bereich aufnehmen kann. Doch eine entscheidende Funktion fehlt: die direkte Bearbeitung der Screenshots.
Gerade in Foren oder Chats möchte man schnell mal einen Bereich markieren, Pfeile einfügen oder Text ergänzen – ohne erst GIMP oder Krita zu öffnen. Windows, macOS und seit einiger Zeit auch KDE Plasma sind hier schon länger einen Schritt weiter. Genau diese Lücke schliesst Gradia.
Warum nicht mehr Flameshot?
Viele Jahre lang war Flameshot meine bevorzugte Lösung für Bildschirmfotos unter Linux. Die App hat grundsätzlich vieles richtig gemacht und war lange Zeit die erste Wahl, wenn man Screenshots nicht nur aufnehmen, sondern auch direkt bearbeiten wollte. Mit der Zeit sind mir jedoch einige Schwächen immer deutlicher aufgefallen. Zum einen ist Flameshot nur sehr eingeschränkt mit Wayland kompatibel, was bedeutet, dass man sie unter GNOME oft nur mit zusätzlichen Tricks und viel Bastelarbeit zuverlässig zum Laufen bringt. Dazu kommt, dass Flameshot nicht die native Screenshot-Funktion von GNOME verwendet, sondern auf eine eigene Lösung setzt. Das führt nicht nur zu Inkonsistenzen in der Bedienung, sondern wirkt im täglichen Workflow schnell störend.
Ein weiterer Punkt ist die technische Basis: Flameshot ist in Qt geschrieben. Das mag unter KDE kein Problem sein, unter einem GNOME-Desktop bringt es jedoch zahlreiche zusätzliche Abhängigkeiten ins System, die eigentlich gar nicht benötigt würden. Diese Pakete belegen Arbeitsspeicher, nur um eine App nutzen zu können, die letztlich nicht wirklich nahtlos ins System passt.
All das führt dazu, dass sich Flameshot unter GNOME nie ganz „zu Hause“ anfühlt. Man merkt immer ein wenig, dass es sich um eine Fremdlösung handelt, die nicht für dieses Ökosystem entwickelt wurde.
Gradia – die native Alternative für GNOME
Mit Gradia fühlt es sich zum ersten Mal so an, als ob die Screenshot-Bearbeitung wirklich Teil von GNOME wäre. Die App ist nicht einfach nur irgendein Werkzeug, das man zusätzlich installiert – sie ist von Grund auf für GNOME entwickelt und nutzt die gleichen Bausteine, auf denen auch der Rest des Desktops basiert. Dank libadwaita wirkt Gradia optisch wie aus einem Guss, fügt sich nahtlos in die GNOME-Umgebung ein und verhält sich genau so, wie man es von einer nativen App erwartet.
Das eigentliche Highlight ist aber der Workflow: Man drückt die Screenshot-Taste, wählt wie gewohnt Vollbild, Fenster oder Bereich aus, und sofort danach öffnet sich Gradia mit dem frisch aufgenommenen Bild. Ohne Umwege kann man direkt Markierungen setzen, Pfeile einfügen, Text ergänzen oder das Bild zuschneiden. Alles ist schnell, intuitiv und ohne zusätzliche Klicks erreichbar.
Dadurch entsteht ein Arbeitsfluss, den man bislang nur von Windows, macOS oder KDE Plasma kannte – und der unter GNOME bisher schmerzlich gefehlt hat. Genau dieser Punkt macht Gradia so stark: Es fühlt sich nicht wie ein Kompromiss oder ein Fremdkörper an, sondern wie eine Funktion, die GNOME schon immer hätte haben sollen.
Installation & Einrichtung
Installation über Flathub
Gradia ist auf Flathub verfügbar: https://flathub.org/apps/be.alexandervanhee.gradia
flatpak install flathub be.alexandervanhee.gradia
Tastenkürzel einrichten
In den GNOME Systemeinstellungen → Tastatur → Tastenkürzel anzeigen und anpassen → Eigene Tastenkürzel erstellt ihr einen neuen Eintrag.
- Name: Bildschirmfoto erstellen
- Befehl: flatpak run be.alexandervanhee.gradia --screenshot=INTERACTIVE
- Tastenkombination: Print Screen
Ab sofort öffnet sich beim Drücken der Screenshot-Taste zuerst die native GNOME-Auswahl (Vollbild, Fenster, Bereich). Nach der Aufnahme startet automatisch Gradia zur Bearbeitung:
Gradia unter anderen Desktops
Gradia funktioniert übrigens nicht nur unter GNOME, sondern lässt sich auch auf anderen Desktop-Umgebungen einsetzen. Unter Linux Mint mit Cinnamon beispielsweise fehlt die in GNOME integrierte Auswahl zwischen Vollbild, Fenster oder Bereich. Stattdessen erstellt Gradia hier standardmässig immer ein Vollbild-Screenshot, das man jedoch direkt im Editor bequem zuschneiden und anpassen kann. Auf diese Weise bleibt der Ablauf trotzdem unkompliziert und praktisch.
Unter KDE Plasma hingegen macht der Einsatz von Gradia weniger Sinn, da die dort integrierte Screenshot-App bereits alle Funktionen bietet, die man von Gradia kennt – inklusive Bearbeitung und Markierung. Wer KDE nutzt, ist mit der nativen Lösung also bestens bedient.
Fazit
Mit Gradia bekommt GNOME endlich die Screenshot-App, die lange gefehlt hat. Endlich lassen sich Bildschirmfotos nicht nur aufnehmen, sondern auch direkt bearbeiten – und das in einer Anwendung, die sich perfekt in das System einfügt. Keine zusätzlichen Abhängigkeiten, kein Basteln, kein Fremdkörpergefühl, sondern eine native GNOME-App, die genau das macht, was man braucht: schnell, unkompliziert und zuverlässig.
Beispiel:
Alle, die regelmässig Screenshots erstellen … sollten Gradia unbedingt ausprobieren… Gerade im Alltag, beim Austausch in Foren oder bei der Arbeit an Dokumentationen, spart man mit Gradia enorm Zeit und Nerven. Für mich ist die App deshalb klar die beste Lösung für GNOME-Nutzer:innen.
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